Umgekehrtes Schneeball Verfahren

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Ziel ist, dass die SuS zu einem vorgegebenen Thema Stichworte, Fragen oder Antworten notieren und diese dann gemeinsam in Gruppenarbeit auf das Wesentliche reduziert werden. So wird die Meinungsfindung und die Reduktion von vielen Meinungen zu einem Gruppenkonsens unterstützt.

Beschreibung

Die Lehrkraft gibt der Lerngruppe eine Fragestellung vor, woraufhin alle SuS sich drei Fragen, Stichworte, Impulse etc. zum Thema notieren. Die Klasse wird in Dreiergruppen aufgeteilt, in denen sich die SuS auf vier Punkte einigen müssen, die ihnen am treffendsten erscheinen. Danach werden je zwei Dreiergruppen zu Sechsergruppen zusammengeführt, die sich auf je fünf gemeinsame Punkte einigen. Diese „konzentrierten“ Notizen werden an die Tafel/Stellwand/Wand geheftet, sodass eine Sammlung für die gesamte Klasse entsteht.

Differenzierungsmöglichkeiten

SuS mit Förderbedarf können bei dieser Methode Unterstützung durch z.B. einen Teampartner*in, die Arbeitsgruppe oder die Lehrkraft erhalten. Generell kann die Methode, je nach Schwierigkeitsgrad der Aufgabe, in allen Schulformen angewendet werden.

Die Lehrkraft kann die SuS unterstützen, indem sie weitere Anregungen (z.B. Stichworte, Bilder) zur Frage gibt oder auf Aspekte des Themas hinweist, welche die SuS noch nicht diskutiert haben (evtl. auch in Form von Hilfskarten). Auch die Zeitvorgabe kann variiert werden.

Tipps

Die Methode ist etwas zeitaufwändig und könnte situationsabhängig gekürzt werden. Zum Beispiel könnte man den zweiten Schritt entfallen lassen und die SuS nach der Einzelarbeitsphase sofort in großen Gruppen platzieren. Auch kann die Lehrkraft Ergebnisse vorfertigen, aus denen die SuS ihnen wichtig erscheinende herausarbeiten.

Material

Schreibutensilien, Tafel /Stellwand o.Ä., Befstigungsmaterial ( Magnete/Reißzwecken o.Ä.)

Variation

Die Gruppengröße und die Anzahl der zu notierenden Punkte können variiert werden und ob die SuS Stichworte, Fragen, Antworten oder etwas anderes notieren, hängt vom zu bearbeitenden Sachverhalt ab.

„Rakete“: Das Vorgehen gleicht der Schneeballmethode: erst wird die Rakete durch eine interessante Frage „gezündet“, die SuS machen sich allein Gedanken, tauschen sich mit einem Partner und dann in Kleingruppen aus. Am Ende werden die Ergebnisse den anderen Gruppen vorgestellt und z.B. an der Tafel oder auf Plakaten visualisiert.

Anders als bei der Schneeballmethode bezieht sich die Raktenfrage auf ein Thema, zu dem die SuS bereits Vorwissen haben. Es geht hier darum, den eigenen Wissensstand zu erklären und fremde Aussagen wahrzunehmen sowie viele verschiedene Lösungsansätze für ein Problem zu finden.

Quellen

Müller, Frank: Selbstständigkeit fördern und fordern. Handlungsorientierte und praxiserprobte Methoden für alle Schularten und Schulstufen. Weinheim/Basel 2006. S. 120f.

Kompetenzzentrum Hochschuldidaktik für Niedersachsen (Hrsg.): Methodenreader des Kompetenzzentrums Hochschuldidaktik für Niedersachsen. Braunschweig 2015.

Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (Hrsg.): Methodensammlung. Schneeball. 2013. http://www.schulentwicklung.nrw.de/methodensammlung/karte.php?karte=086 (Zugriff: 23.02.2022)