closed book

Als „closed book“ werden klassischerweise alle schriftlichen Prüfungen, wie u.a. Tests, Klausuren etc. bezeichnet, die ohne (oder nur sehr eingeschränkt) die Hinzunahme von Hilfsmitteln und Unterlagen durchgeführt werden. Closed-Book-Prüfungen zielen üblicherweise auf das Reproduzieren von gelerntem Faktenwissen ab. Der Lehrer nimmt hierbei eine eher passive Rolle ein.

Differenzierungsmöglichkeiten

Closed-Book-Prüfungen können nach Belieben ganz individuell an die jeweilige Lernausgangslage der SuS angepasst werden. Sie eignen sich daher ausgesprochen gut für eine Differenzierung. Man kann entweder verschiedene Prüfungen für einzelne SuS formulieren (mit anderen oder zusätzlichen Fragen) oder man kann mehr bzw. weniger Hilfsmaterialien für die Bearbeitung der Aufgaben zulassen.

Tipps

Man kann die Closed-Book-Methode auch als Abfrage von Vorwissen oder als Wiederholungsübung ohne Benotung durchführen. Dies kann schriftlich oder mündlich erfolgen, z.B. als Sicherung am Ende einer Stunde oder als Warm-Up für eine neue Stunde. Dabei können der Lehrer als auch die SuS selbst überprüfen was diese bereits  gelernt haben bzw. was diese bereits wissen und wo noch Nachholbedarf bzw. Wiederholbedarf besteht.

Material

Außer die Klausur selbst und ein Stift sind meist keine weiteren Materialien zugelassen. Manchmal sind jedoch, je nach Art der Prüfung, zum Teil weitere essentielle Hilfsmittel nötig, wie u.a. Taschenrechner oder Lineal. Dies wird jedoch vorher genau bekannt gegeben. Generell dürfen nur die vorgegebenen Materialien verwendet werden.

Variation

Das Gegenteil zur Closed-Book-Methode ist die Open-Book-Methode. Bei letzteren sind so gut wie alle Hilfsmittel und Unterlagen zugelassen. Letztere wird oft scherzhaft auch als „Kofferklausur“ bezeichnet, da die Prüflinge häufig mit einem ganzen Koffer voller Materialien erscheinen. Der Schwerpunkt liegt bei dieser Methode nicht auf dem Reproduzieren von Faktenwissen, sondern eher auf der Anwendung des Gelernten auf neue Problemstellungen, die eigene Denkansätze erfordern und meist über den Lernstoff hinausgehen. Ein organisatorischer Vorteil dieser Methode ist, dass Kontrollieren von Täuschungen etc. durch Aufsichtspersonal entfallen bzw. sich auf das Minimum beschränken.

Quellen

Freie Universität Berlin (Hrsg.): E-Examinations. http://www.e-examinations.fu-berlin.de/e-examinations/pruefungsformen/index.html (Zugriff März 2017).

Hiodn, Sabine (2010): Lernkompetenzen an Hochschulen fördern. 1. Aufl. Dissertation Univ. St. Gallen (2009). Wiesbaden : VS, Verl. für Sozialwiss.

Universität Duisburg-Essen (Hrsg.): Prüfungsinformationen. https://www.uni-due.de/srs/klausuren-srs.shtml (Zugriff März 2017)