Debatte/ Pro- und Contragespräch

In einer Debatte oder dem Pro- und Contragespräch können unterschiedliche Standpunkte zu einem umstrittenen Thema präsentiert werden. Dies geschieht unter bestimmten, vorher besprochenen Regeln.
Die Schüler haben hierbei die Möglichkeit zu lernen, „ihre eigenen Interessen zu erkennen, sie zu artikulieren, gewaltfreie Formen der Auseinandersetzung zu praktizieren, sich dabei aber auch in andere Positionen hineinzuversetzen, Kompromisse zu schließen und diese zu akzeptieren.“ (Scholz 2004, Methodenkarte 6a)

Differenzierungsmöglichkeiten

Die Differenzierung besteht unter anderem in der Sozialform, da es verschiedene Gruppen zu den verschiedenen Standpunkten geben kann. Die Debatte erfolgt dann im Plenum oder in kleineren Gruppen (vgl. Zierer 2016, S. 59 f.).
Je nachdem, ob eine Debatte oder ein Streitgespräch in verschiedenen Gruppen oder im Plenum stattfindet, kann überlegt werden, ob die Schüler verschiedene Räume für ihr Streitgespräch nutzen dürfen. So stören sie sich nicht gegenseitig. Es sollten dann aber ein Ergebnis oder die besten Argumente in der Debatte noch einmal vorgestellt werden, um eine Leistungsbewertung zu haben. Somit gibt es auch den Aspekt des Raums, den die Lehrkraft berücksichtigen kann (vgl. ebd., S.60).
Des Weiteren muss überlegt werden, wie lange die Gruppen Zeit zur Vorbereitung der Debatte haben und wie lange die Debatte selbst gehen soll (vgl. ebd., S. 60).
Weiter muss die Lehrkraft die sozialen Lernvoraussetzungen der Klasse beachten, da ein Streitgespräch, ohne feste Regeln, schnell auf eine persönliche und wenig sachliche Ebene hinauslaufen kann (vgl. ebd., S. 59).

Auch kann hier bei den Materialien differenziert werden. Hat man eine homogene Gruppe mit leistungsstärkeren Schülern, kann hier mehr Material zur Verfügung gestellt werden. Es kann natürlich auch das Material nach Anforderungsniveau unterschieden werden (vgl. Scholz 2012, S. 34f.).

Bei dieser Methode sollten jedoch möglichst heterogene Gruppen die verschiedenen Standpunkte für die Debatte bearbeiten, damit die verschiedenen Standpunkte gleich gut vertreten werden und kein Schereneffekt während der Bearbeitung/Ausführung der Debatte entstehen kann (vgl. Zierer 2016, S. 60).

 

 

Tipps

Regeln und Rollen müssen vorher besprochen  und festgelegt werden.

Schüler müssen sich auf die Debatte vorbereiten können.

Es sollte einen Gesprächsleiter geben, der auf die Einhaltung der Regeln achtet.

Material

Material zu dem jeweiligen Thema, welches diskutiert werden soll.

Notizen, welche die Schüler sich vorher zu den einzelnen Positionen gemacht haben.

 

Variation

Eine Debatte muss nicht immer im Plenum erfolgen. Sie kann auch in kleineren Gruppen stattfinden, bei denen jeweils dieselben Regeln gelten und Rollenverteilungen festgelegt werden können.
So können alle Schüler das Streitgespräch/die Debatte durchführen.

Quellen

Scholz, Dr. Lothar: Methodenkiste, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2004.

Scholz, Ingvelde: Das heterogene Klassenzimmer: differenziert unterrichten, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2012.

Zierer, Klaus: Unterrichtsprinzipien. In: Klaus Zierer (Hg.): Leitfaden Schulpraktikum, Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2016.