Fehlergeschichte

Bei einer Fehlergeschichte wird von der Lehrkraft eine Geschichte zweimal vorgetragen. Jedoch unterscheiden sich die beiden Versionen der Geschichte in manchen Details. Die Aufgabe der Lernenden ist es, sich die Details der ersten Version zu merken. Beim zweiten Vortragen sollen die Schülerinnen und Schüler bei Fehlern bzw. Veränderungen die Hand heben und diese nach Aufforderung richtig stellen.

Bei einer Fehlergeschichte ist das Ziel die Konzentrations- und Merkfähigkeit der Schüler zu üben.

Differenzierungsmöglichkeiten

In dieser Methode kann durch die Wahl der Geschichte und der Fehler für die einzelne Lerngruppe differenziert werden. So kann die Komplexität der Geschichte und die Art und Offensichtlichkeit der Fehler verändert werden.

Innerhalb der Lerngruppe kann durch die Zulassung von Notizzetteln differenziert werden.

Tipps

Damit die Schüler nicht nur grob der Geschichte folgen, kann es hilfreich sein, zuvor die Methode zu erklären und anzukündigen, dass sich nur Details ändern.

Um es den Schülern nicht zu leicht zu machen die Veränderungen zu erkennen, sollte die Geschichte möglichst frei und lebendig vorgetragen werden.

Material

Die Lehrkraft benötigt möglichst einen Notizzettel mit der Geschichte, von dem sie vortragen kann. Darauf sollten auch die Veränderungen für den zweiten Vortrag notiert (z.B. farblich markiert).

Variation

Die Variation dieser Methode überschneidet sich mit verschiedenen Differenzierungsmöglichkeiten.

Wenn es sich um eine lange Geschichte handelt, können den Schülern auch verschiedene Hilfsmittel, wie beispielsweise ein Zettel auf dem sie Notizen machen können, zur Verfügung gestellt werden.

Weiterhin kann der Ablauf der Methode verändert werden. Hierbei sollen die Schüler beim zweiten Vortragen der Geschichte nicht die Hand heben, sondern nur versuchen, die erste Geschichte zu behalten. Nach dem zweiten Vortrag sollen sie dann die ursprüngliche, erste Geschichte inklusive der Details nacherzählen.

Eine weitere Variation ist das Weitererzählen der Geschichte, wenn sie zuvor ein offenes Ende hatte oder das Ausdenken eines neuen Endes, wenn zuvor alle Fragen geklärt wurden, durch die Schülerinnen und Schüler. Bei dieser Variation wird jedoch das Ziel der Methode, nämlich das Üben von genauem und aufmerksamen Zuhören, etwas verändert in Richtung eigener Kreativität.

Quellen

Brenner, Gerd; Brenner, Kira: 80 Methoden für die Grundschule. Vorbereitung und Ablauf – Anbindung an die Bildungsstandards – Für die Jahrgänge 1-4. Berlin: Cornelsen, 2009