Fiktives Interview

Um einen Text zu erfassen und zu verstehen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das fiktive Interview ist eine davon. Hierbei geht es darum, dass Schüler einen beliebigen Text in ein Interview umwandeln. Dies dient vor allem dazu, den Inhalt des Textes zu verstehen und wichtige Punkte aus dem Text herauszuarbeiten. Die Schüler erstellen zum Beispiel Fragen, die durch den Text beantwortet werden. Zum Schluss kann das Interview auch im Plenum vorgespielt werden (vgl. Scholz 2004, Methodenkarte 12b).

Differenzierungsmöglichkeiten

Das fiktive Interview bietet viele Möglichkeiten der Differenzierung. Die Lehrkraft muss überlegen, ob die Umwandlung des Textes in Einzel- oder Partnerarbeit erfolgen soll (vgl. Zierer 2016, S. 59).
Zudem kann das Interview am Ende im Plenum vorgestellt werden, sodass die Arbeit der Schüler gewürdigt wird. Soll dies geschehen, muss die Lehrkraft Zeit für das Vorstellen einplanen und dies im Stundenverlauf berücksichtigen (vgl. ebd., S. 60).

Außerdem kann bei den Unterrichtsmaterialien differenziert werden. Zum einen können leichtere und schwierigere Texte zur Verfügung gestellt werden, um so auf verschiedene Leistungsniveaus von Schülern eingehen zu können. Oder aber es werden verschieden lange Texte zur Verfügung gestellt, um schnelleren Schülern die Möglichkeit zu geben, sich länger mit dem Text beschäftigen zu können (Scholz 2012, S. 34f.)

Zudem erhält man auf diese Weise verschiedene Interviews, welche nach der Präsentation dann noch verglichen werden können.

Tipps

Texte auswählen, welche zum Thema passen, aber sich auch gut in ein Interview wandeln lassen, z. B. Zeitungsartikel/ Sachtext.

Material

Text, der in ein Interview umgewandelt werden soll

Quellen

Scholz, Dr. Lothar: Methodenkiste, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2004.

Scholz, Ingvelde: Das heterogene Klassenzimmer. Differenziert unterrichten, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2012.

Zierer, Klaus: Unterrichtsprinzipien. In: Klaus Zierer (Hg.): Leitfaden Schulpraktikum, Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2016.