Fotografieren

Die Methode „Fotografieren“ dient zur bildlichen Dokumentation von Sachverhalten. Durch die Nutzung einer Digitalkamera zur Anfertigung von Fotos für ausgewählte Lerngegenstände im Sachunterricht, erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Medienkompetenzen.

Eine Fotodokumentation könnte folgendermaßen aussehen:
Ein Baum im Jahreskreis

  1. Die Klasse sucht sich einen Laubbaum (jener zeigt gut die jahreszeitlichen Veränderungen) aus. Dieser sollte möglichst dicht am Schulgelände sein. Der Baum wird ein ganzes Jahr beobachtet und jeden Monat zum Ersten fotografiert.
  2. Dabei ist es wichtig, dass die Kamera jedes Mal gleich positioniert wird. Am Besten kann eine Markierung zur Orientierung vorgenommen werden.
  3. Anschließend wird das Foto auf den Computer übertragen, bearbeitet und für den Klassenraum ausgedruckt sowie aufgehängt. Die Aufgaben können dabei in kleinen Gruppen unter den Schülern verteilt und mit jedem Monat gewechselt werden.
  4. Nach einem Jahr können die Fotos einen Blankokalender füllen und von der Klasse verschenkt oder verkauft werden. Führt die Schule eine Homepage, so können die Bilder monatlich verwechselnd dort aufgeführt werden.

 

Differenzierungsmöglichkeiten

Durch gezielte Arbeitsaufträge fällt es den Schülerinnen und Schülern leichter Aufgaben zu bewältigen. Durch eine offene Aufgabenstellung wird die Kreativität gefordert sowie ein freier Gestaltungsraum geschaffen.

Tipps

Zur Einführung der Methode eignet sich ein Kameraführerschein, bei dem die Schülerinnen und Schüler zunächst die grundlegenden Funktionen einer Kamera sowie den Einsatz üben. Inhalte sind dabei, dass nicht gegen das Licht fotografiert wird, sowie gezielte Übungen für das Fokussieren. Zudem sind die Perspektiven des Fotografen zu thematisieren (z.B. Vogel- oder Froschperspektive), der Umgang mit Blitz und Zoom sowie das Löschen und Betrachten von Fotos.

Um die Bearbeitung der Bilder mit einem entsprechendem Programm zu vereinfachen/üben, können angeleitete Übungen helfen. Hierbei ist es vorteilhaft, dass die Lernenden das „Übungsbild“ selbst fotografieren, um das Interesse und die Motivation zu fördern. Die bearbeiteten Fotos können anschließend z.B. in Forschertagebüchern verwendet werden.

 

Material

  • digitale Kameras: für je zwei Schülerinnen und Schüler
  • PC-Arbeitsplätze mit einfachem Fotobearbeitungsprogramm wie irfanview (kostenloser Download: http://irfanview plugins) oder Paint (Windows Zubehör)
  • Vorbereitung: Übungen zur Kameraeinsetzung und zum Bildbearbeitungsprogramm

Variation

  • Falls die Schule keine eigenen Kameras für den Unterricht vorsieht, können die Schülerinnen und Schüler höherer Klassenstufen auch ihre Handys benutzen (vorausgesetzt jedes Kind ist im Besitz eines Handys). Vorteil der schuleigenen Kameras: Die Lehrkraft kennt die Einstellungen und kann somit besser unterstützen.
  • Anstatt von Fotos können auch Videofilme gedreht werden (erhöhter Schwierigkeitsgrad – besonders geeignet ab Sekundarstufe)
  • Auch können Diashows zu einem Sachthema erstellt und vorgestellt werden (Thementag in der Schule, etc.)
  • Fächerübergreifende Projekte mit den Fächern Kunst und Deutsch sind ebenfalls möglich.

Quellen

Blaseio, Beate: Das schnelle METHODEN 1×1 Sachunterricht, Cornelsen Schulverlage GmbH, Berlin, 2015.
Weiterführende Literatur: Eber, Michael; Abend, Sandra: Foto-Workshop für Kinder: Kinder entdecken die Welt der Fotografie und wie man die Welt fotografiert. Heidelber: dpunkt Verlag 2010.