Kärtchentisch

Die Methode „Kärtchentisch“ dient der Strukturierung, Ordnung oder Klassifizierung einer Vielzahl von Begriffen unter Oberbegriffe. Einerseits kann diese Methode als Unterrichtseinstieg genutzt werden, wobei der fertige Kärtchentisch im weiteren Verlauf der Einheit zur Orientierung genutzt werden kann. Andererseits kann sie auch dafür verwendet werden, das Gelernte am Ende einer Unterrichtsstunde bzw. -einheit abschließend zu wiederholen, festzuhalten und damit ausreichend zu sichern.

Ablauf

  1. Die SuS erhalten zu zweit oder in Gruppen eingeteilt einen Satz Kärtchen. Auf diesen Kärtchen können je nach Thematik neben Begriffen auch z.B. Bilder, Tabellen oder Formeln abgebildet sein. Diese Kärtchen sollen auf dem Tisch unter selbstgewählte oder von der Lehrkraft vorgegebene Oberbegriffe sortiert und angeordnet werden.
  2. Innerhalb der bisherigen Oberbegriffs-Kategorien können die Kärtchen von den SuS z.B. nach Wichtigkeit hierarchisiert oder anderweitig in Zusammenhang gesetzt werden.
  3. Darauf kann auf verschiedene Arten die Präsentation der Ergebnisse erfolgen: Ein*e Schüler*in kann als „Experte“ am Tisch sitzen bleiben und die eigene Lösung vorstellen und begründen, während die anderen Gruppenmitglieder in der Klasse umher gehen und sich die jeweils anderen Lösungen präsentieren lassen. Dabei können voneinander differierende Lösungen unter den SuS diskutiert werden. Eine andere Möglichkeit wäre die Präsentation der eigenen Lösung als Kurzvortrag im Plenum.
  4. Im Anschluss können die Lösungen der einzelnen Gruppen mit einer Musterlösung der Lehrkraft verglichen werden. Gibt es voneinander differierende Lösungen, können diese mit der Lehrkraft besprochen werden.

Differenzierungsmöglichkeiten

Durch das Hinzugeben von leeren Kärtchen können die SuS je nach Schnelligkeit und Leistungsstand den Kategorien weitere, eigene Begriffe zuordnen und ihr Ordnungssystem somit individuell erweitern.

Tipps

Es empfiehlt sich, die angeordneten Kärtchen am Ende der Gruppenarbeit mit Klebestiften beispielsweise auf einem Plakat zu fixieren, da die Kärtchen sonst sehr schnell verloren gehen und somit das erarbeitete Gruppenergebnis nicht gesichert bzw. in Zukunft zur Orientierung und Hilfe weiterverwendet werden kann.

Des Weiteren sollten die SuS bereits ein gewisses Vorwissen über die Thematik der Kärtchen besitzen, da mit der Methode kein neues Wissen erarbeitet wird. Stattdessen wird bereits erworbenes Wissen strukturiert und gefestigt.

Zudem sind Gruppentische für diese Methode geeignet. So können z.B. während der Ergebnissicherung mit „Experten“ die SuS um die Tische herumgehen und haben eine gute Sicht auf die Resultate.

Material

Für die Methode werden, je nach Gruppenanzahl, mehrere vorgefertigte Kärtchensätze benötigt. Zudem können für eigenständige Ergänzungen der SuS leere Kärtchen zum Beschriften bereitgestellt werden. Wenn das Ergebnis beispielsweise in Form eines Plakates gesichert werden soll, werden großflächige Plakate/Papiere und Klebestifte benötigt.

Variation

Je nach Anforderung können einzelne Schritte ausgelassen werden. So kann z.B. der zweite Schritt entfallen, wenn eine Hierarchisierung innerhalb der Oberkategorien nicht von Belang ist. Auch kann entweder der dritte oder der vierte Schritt entfallen, wenn es die Thematik bzw. das Schülerniveau zulässt, dass nur eine Form des Lösungsvergleiches ausreicht.

Quellen

Josef Leisen (Hrsg.): Methoden-Handbuch deutschsprachiger Fachunterricht (DFU). Varus-Verlag: Bonn 2003

Studienseminar Koblenz: Methodenwerkzeuge und Methoden. http://www.studienseminar-koblenz.de/medien/methodenwerkzeuge/36%20Kaertchentisch.pdf. 04.08.2017