Lawinendiktat

Bei einem Lawinendiktat erhalten alle Schülerinnen und Schüler der Sitzordnung folgend eine Nummer. Die Lehrkraft diktiert ein bis zwei Sätze, welche die Schülerinnen und Schüler auf ein vor sich liegendes Blatt Papier schreiben und anschließend auf Rechtschreibfehler überprüfen. Nach der Überprüfung werden die beschriebenen Blätter an den Sitznachbarn mit der nächsthöheren Nummer weitergegeben. Zwei weitere Sätze werden von der Lehrkraft diktiert und diese danach wieder auf die Rechtschreibung überprüft. Diese Prozedur wird mehrmals wiederholt, bis sich ein größerer Gesamttext ergeben hat. Zum Schluss geht der Text wieder an die erste Person zurück, die die korrigiert und falsch geschriebenen Wörter noch einmal gründlich betrachtet und reflektiert.

Es ist darauf zu achten, dass alle Fehler reflektiert und berichtigt werden. Andernfalls kann es zu Fehleinprägungen kommen, die sich auch auf die folgenden Lernprozesse auswirken können.

Differenzierungsmöglichkeiten

Sollten sich Schüler oder Schülerinnen mit schwächeren orthographischen Kentnissen oder Fähigkeiten in der Klasse befinden, ließe sich das von der Lehrkraft vorgelesene Diktat anstatt in regulärer Textschwierigkeit möglicherweise in einfache Sprache übertragen. So würden auch Schüler mit  Entwicklungsbeeinträchtigungen berücksichtigt.

Ebenso kann die Geschwindigkeit des Diktierens und die Menge an diktierten Sätzen angepasst werden. Anstelle ganzer Sätze kann die Lehrkraft zunächst einzelne Schlüsselwörter oder entscheidene Satzgefüge diktieren.

Um Schülern/ Schülerinnen mit Konzentrationsschwierigkeiten gerecht zu werden, kann ein Diktat in mehrere Etappen aufgeteilt werden. So können beispielsweise die einzelnen Sätze des Diktates auf mehrere Tage verteilt und zum Schluss der Gesamttext reflektiert werden.

Material

Benötigt werden Schreibutensilien und ein Blatt Papier für jede(n) Schüler/ Schülerin, sowie vorbereitetes Material in Form eines Diktates, das der Lehrkraft vorliegt.

Variation

Bei dem Lawinendiktat kann die Lehrkraft die diktierende Rolle abgeben und die Schüler und Schülerinnen in Partnerarbeit arbeiten lassen. Hier diktieren sich diese die Sätze gegenseitig und tauschen und verbessern den Zettel immer wieder miteinander. Auch der Partner oder die Partnerin kann hierbei variiert werden, sodass die Schüler und Schülerinnen im Verlauf der Methode mit unterschiedlichen Partnern und Partnerinnen zusammenarbeiten.

Eine weitere Variationsmöglichkeit kann darin bestehen, die Schüler und Schülerinnen abwechselnd die Sätze an die Tafel schreiben zu lassen und sie gemeinsam im Plenum zu reflektieren, bis der Gesamttext an der Tafel steht. Hier besteht jedoch die Gefahr einer Stigmatisierung schwächerer Schüler und Schülerinnen. Die Lehrkraft sollte versuchen, hier sensibel vorzugehen und eine harmonische Zusammenarbeit zu fördern.

 

 

 

 

Quellen

Brenner, G. & Brenner, K. (2012). (Hrsg.). 80 Methoden für die Grundschule. Berlin: Cornelsen.

Paradies, L. & Linsen, H. J. (2001). Differenzieren im Unterricht. Berlin: Cornelsen.

Scholz, I. (2012). Das heterogene Klassenzimmer. Differenziert unterrichten. Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht.