Malen nach Hören

Die Methode „Malen nach Hören“ bietet sich für jedes Alter und nahezu jedes Unterrichtsfach an. Besonders geeignet sind die Fächer Kunst und Musik. Das „Malen nach Hören“ verlangt keine Leistung von den SuS, sondern soll stattdessen ihre Kreativität, ihre Gedankengänge und ihre Selbstwahrnehmung anregen. Die SuS können sich hierbei ganz sich selbst zuwenden, einen klaren Kopf bekommen und ihre Empfindungen (auch unbewusst) reflektieren.

Generell läuft das Malen nach Hören so ab, dass die SuS zu einer zuvor vom Lehrenden ausgewählten Musik (möglichst länger als ein paar Minuten und ohne Text) mit verschiedenen Farben malen. Sie sind aufgefordert, alles, was ihnen beim Klang der Musik und beim Zuhören durch den Kopf geht, in Farben auszudrücken, ohne sich anschließend erklären zu müssen (aber zu können) und ohne dass das Entstandene bewertet wird. Die SuS können während der Musik beliebig viele Blätter Papier verbrauchen.

Differenzierungsmöglichkeiten

Je nach allgemeiner Gemütsverfassung oder Stimmungslage der Klasse kann verschiedene Musik vorbereitet bzw. abgespielt werden. Die Musik kann meditativ sein, klassisch, emotional, widersprüchlich, vielseitig, wiederkehrend usw. Außerdem kann in der Länge der Stücke und damit auch in der zur Verfügung gestellten Zeit des Malens differenziert werden. Die Lehrenden können auch bezüglich der Musik und des Malens ein bestimmtes Thema vorgeben, was vor allem bei jüngeren SuS Sinn macht, z. B. „Jahreszeiten“, „Gefühle“ oder „Bewegung“.

Da jede*r bei dieser Methode tun kann, was er*sie will, ist i.d.R. von vornherein individuell differenziert.

Tipps

Die Methode eignet sich gut zu Einstimmungen auf bestimmte Themen, aber auch, wenn z. B. in der Klasse Konflikte vorliegen oder die SuS mit einem bestimmten Thema sehr beschäftigt sind, große Unruhe herrscht, eine bestimmte Atmosphäre in der Klasse gefördert oder ein Lernprozess angeregt werden soll.

Material

  • genügend Zeichenpapier, sodass sich die SuS bei Bedarf nachnehmen können, ohne aus ihrem Malprozess zu kommen
  • Malutensilien, ein möglichst breites Farbspektrum, evtl. verschiedene Stifte, Farben etc.
  • CD-Player bzw. Laptop
  • CD oder digital/online vorbereitete Musik

Variation

Der Prozess des Malens mit Farben kann umgewandelt werden in den des Zeichnens mit Bleistift, wodurch Licht und Schatten in den Vordergrund treten.

Umgekehrt ist es auch möglich, den SuS im Musikraum Bilder bzw. Gemälde anzubieten, zu denen sie spontan Instrumente ausprobieren sollen, trommeln können, singen etc. Hier geht es besonders darum, die (persönlich empfundene) Stimmung des Bildes wiederzugeben.

Der Raum, in welchem gemalt wird, kann verschiedenartig gestaltet sein bzw. es kann auch draußen gemalt werden. Im Raum kann das Licht an- oder ausgeschaltet sein, Verdunkelung ist möglich, die SuS können sitzend, liegend, stehend oder die Position frei wählend malen.

Die SuS können unter Umständen zur Reflexion nach dem Malprozess aufgefordert werden, Bildpräsentationen können stattfinden, die Musik kann noch einmal gehört werden, ohne Stifte zur Verfügung zu haben. Auch kann so variiert werden, dass mit geschlossenen Augen gemalt wird.

Statt des Malens kann auch zur spontanen Körperbewegung aufgefordert werden, sodass der Fokus auf physische Selbstwahrnehmung, Rhythmus und Stimmung gelegt wird.

Quellen

Entwicklung der Methode teilweise unterstützt durch Anregung auf http://www.musicademy.de/index.php?id=2541