Forschertagebuch

Die Schülerinnen und Schüler sollen selbständig eine Dokumentation ihrer eigenen Beobachtungen, Empfindungen, Erwartungen und Erkenntnissen, begleitend während eines Projekts, in Form eines Tagebuchs festhalten. Dabei können sie sehr individuell und kreativ an ihren Aufgaben arbeiten. Die Aufgaben befinden sich auf Arbeitsblättern und sind manchmal offen und auch komplex. Außerdem passen sie thematisch in die Unterrichtseinheit und können wiederum einzeln mit vielen anderen Methoden erarbeitet werden. Es sollten Teilergebnisse festgehalten und Arbeitsprozesse reflektiert werden. Das Forschertagebuch kann mit einem selbstangefertigten Deckblatt passend zum jeweiligen Thema versehen werden.

Experiment

Die Schülerinnen und Schüler sollen zu einer Thematik in einem praktischen Experiment durch Probieren, Untersuchen und Beobachten, neue Sachverhalte erforschen. Dabei geht es in erster Linie um die Selbsttätigkeit der SuS und um die Beantwortung der Frage „Warum?“. Diese Forscherrolle der SuS begünstigt nachhaltiges Lernen.

Es gibt mehrere Phasen des Experimentierens, in die die SuS einbezogen werden:

  1. Begegnung mit dem Phänomen
  2. Hypothesenbildung
  3. Planung des Versuchsaufbaus
  4. Durchführung mit Dokumentation
  5. Auswertung und Erklärung der Zusammenhänge

Experimente müssen unter gleichen Bedingungen wiederholbar und überprüfbar sein.

Beispiel Versuchsprotokoll

Bisoziation

Über die Assoziationen zu Bildern, die nichts mit der Ausgangsfrage gemeinsam haben, gelangen die Schülerinnen und Schüler zu kreativen Lösungen für eine Problemstellung. Die Bisoziation ermöglicht die Problembetrachtung aus einem anderen Blickwinkel.

  1. Die Lehrperson formuliert die Problemstellung und präsentiert der Gruppe verschiedene Bilder die inhaltlich möglichst wenig mit der Thematik gemeinsam haben, aber den SuS dennoch bekannt sind.
  1. Nun werden die SuS gebeten sich auf ein Bild zu einigen und dazu frei ihre Ideen, Gefühle und Emotionen zu äußern. Diese werden von den Moderatoren auf den Moderationskarten festgehalten.
  1. Ist diese Phase beendet, werden die Moderationskarten an die Pinnwände geheftet und die Problemstellung wieder in den Mittelpunkt gerückt.
  1. Nun werden die SuS gebeten ihre Assoziationen mit der Problemstellung in Verbindung zu bringen. Dadurch können kreative und unkonventionelle Lösungen formuliert werden, die den Blick auf die Problemstellung erweitern.
  2. Die Lösungsvorschläge werden gesammelt und auf ihre Realisierbarkeit überprüft.

Lernspirale

Die Lernspirale ist eine Methode, bei der es möglich ist, viele andere Methoden zu integrieren. Es geht darum, dass der neu gelernte Inhalt immer wieder aufgegriffen und weiter gefestigt wird. Dies soll möglichst durch verschiedene Sozialformen geschehen, wobei die Schüler selbstständig arbeiten sollen.

Vorgesehen sind zunächst vier Arbeitsphasen, die unterschiedliche Aufgaben beinhalten sollen: Einzelarbeitsphase, Partnerarbeitsphase, Gruppenarbeitsphase und die Zusammenfassung im Plenum.

Brain-writing

Brainwriting ist eine Abwandlung des Brainstormings. Jeder schreibt seine Assoziationen zu einem vorgegebenen Thema für sich auf einen Bogen Papier. Dadurch entsteht eine große Ideensammlung, ohne dass einzelne Ideen untergehen oder dominieren.

Im Fokus sollten beim Brainwriting Fragen und Probleme mit geringerer bis mittlerer Komplexität stehen. Auch für Themen, die weniger strukturiert sind, bietet sich diese Methode an.

Die TeilnehmerInnen sitzen gemeinsam an einem Tisch und jeder bekommt ein Blatt Papier. Oben auf diesem Blatt steht bei jedem Teilnehmer die selbe Fragestellung bzw. Problematik. Der Moderator gibt nun jedem Teilnehmer drei Minuten Zeit, jeweils drei Ideen auf das Blatt Papier zu schreiben. Wenn die Zeit abgelaufen ist werden die Blätter zu der jeweils links sitzenden Person weitergegeben. Jetzt beginnt eine neue Runde und jeder schreibt drei neue Ideen unter die des Nachbarn, die als Inspiration genutzt oder einfach ignoriert werden können. Eine Runde muss dabei nicht vollständig sein.

Nach der Ideenfindungsphase werden alle Ideen vorgelesen, diskutiert und vom Moderator, bzw. Lehrer zusammengeführt. Die Vorteile vom Brainwriting sind die vielen Ideen, die produziert werden. Sie werden sofort schriftlich festgehalten und gehen nicht verloren, während andere Teilnehmer ihre Ideen vorstellen. Alle Teilnehmer kommen beim Brainwriting zu Wort und alle Beiträge bekommen die selben Chancen. Die Ideen können anonym vorgestellt werden, daher kann sich beim Brainwriting jeder trauen, auch einmal verrückte Ideen einzubringen. (vgl. http://lexikon.stangl.eu/9714/brainwriting)

Denkzettel

Der Denkzettel ist ein weitläufiger Begriff und kann als eine Art Denkanstoß angesehen werden. Dieser kann unterschiedlich gestaltet werden. So können in der 1. Klasse zum Beispiel Piktogramme auf einen Merkzettel geklebt werden, damit die Kinder wissen was in welcher Phase zu tun ist (möglich wäre dies beim Stundenplan). In weiteren Jahrgängen können Denkzettel zum Festhalten neuer Erkenntnisse genutzt werden oder zur Hilfe genommen werden, um zum Beispiel Texte zu strukturieren und inhaltlich zu vervollständigen. Auch Erwachsene erstellen beispielsweise fürs Einkaufen Denkzettel, damit sie nichts vergessen. Dabei kann der Denkzettel verbindlich für alle gelten und als eine Art Vertrag gesehen werden oder nur als Erinnerungshilfe für eine Person dienen.

Der Denkzettel kann genutzt werden bei:

  • Sprechregeln
  • Klassenregeln
  • Stundenplan
  • Lernhilfen (zum Beispiel kleine Merksätze aufschreiben oder die Struktur von Inhaltsangaben etc.)
  • Einkaufslisten
  • kleinen Störungen (zur Erinnerung wird der Denkzettel auf den Tisch des entsprechenden Kindes gelegt werden, z.B. „Denk bitte daran zu flüstern.“)

Schreibkonferenz

Die Schreibkonferenz ist eine Methode zur Überarbeitung von Schülertexten. Die SuS stellen ihren selbst verfassten Text zur Diskussion in einer Gruppe und erfahren durch die Außenperspektive auf ihren Text wichtige Verbesserungsvorschläge (Spitta, 1992, S. 13).
In einer Gruppe von drei bis vier SuS beginnt ein/e Schüler/in.
1) Er/ sie erklärt der Gruppe das Ziel des selbst verfassten Textes und liest ihn vor.
2) Die Gruppe gibt eine kurze Rückmeldung zum ersten Eindruck.
3) Der/ die Schüler/in liest den Text nun Satz für Satz vor, die Gruppe gibt dabei Tipps, die der/ die Schüler/in notiert.
4) In der Gruppe werden die Texte der anderen SuS besprochen.
5) Alle SuS bearbeiten ihre Texte anhand der Verbesserungsvorschläge.
6) In der Gruppe werden die bearbeiteten Texte erneut präsentiert (Brenner & Brenner, 2012, S. 129).

wahlweise:
Die Lehrperson führt eine Endkorrektur durch. Die SuS fertigen anhand der Endkorrektur eine Reinschrift an. Präsentation im Plenum, z.B. als Klassenzeitung oder Vorlesestunde

Folgende Aspekte können in der Gruppe überarbeitet werden: inhaltliche, stilistische und orthographische Aspekte
(Böttcher & Becker-Mrotzek, 2003, S. 131f.)

Projektarbeit

Die Projektarbeit ist eine Großmethode, die durch eine Vielzahl an kleineren Methoden gefüllt werden kann. Das Projekt ist eine gemeinsame Aufgabe von Lehrer/innen und Schüler/innen, die in einer vorgegebenen Zeit bewältigt werden soll (Mattes, 2002, S. 70). Ziel ist es, durch einen gemeinsamen Prozess ein Problem zu lösen und ein Produkt zu entwickeln (Paradies & Linser, 2010, S. 49). Die Projektarbeit ist ganzheitlich und hebt die Strukturen vom klassischen Schulunterricht (wie Fächertrennung oder Klassen) kurzzeitig auf (Peterßen, 2009, S. 239).

Mit Projektarbeit (oder auch Projektunterricht) ist dabei der gesamte Ablauf gemeint:

  1. Erkunden des Themas
  2. Planung des Projekts
  3. Durchführung
  4. Präsentation
  5. Auswertung (Brenner & Brenner, 2012, S. 20f.)

Vorteile der Projektarbeit sind die Handlungsorientierung, die Berücksichtigung der Interessen der SuS sowie die Möglichkeit der Partizipation der SuS an Entscheidungsprozessen. All dies führt gewöhnlich zu einer hohen Motivation. Weiterhin werden soziale Fähigkeiten trainiert: Das Arbeiten verläuft kooperativ und trainiert die Zusammenarbeit (Brenner & Brenner, 2012, S. 21).

WebQuest

Die Erarbeitungs- bzw. Vertiefungsmethode WebQuest ist eine Form der angeleiteten Internetrecherche, durch die SchülerInnen sich motiviert, schülerzentriert und eigenständig Wissen zu einem bestimmten Thema aneignen können und das „Lernen lernen“ gefördert wird. Die SchülerInnen erhalten Fragestellungen, die sie mithilfe der vorgegebenen Links beantworten müssen. Die Internetseiten werden vorgegeben, um den Informationspool des Internets zu kontrollieren und überfordernde oder nicht angemessene Seiten zu vermeiden. Um den Rechercheprozess festzuhalten, kann ein Protokollblatt von den Lernenden ausgefüllt werden. Nach dem WebQuest werden die Ergebnisse im Klassengespräch oder anhand von erstellten Plakaten präsentiert und diskutiert. Die Methode ist in jedem Fach einsetzbar. Allerdings sollte ein gewisses Maß an Internetkompetenz der SchülerInnen vorhanden sein (vgl. Mattes 2011, Gerber 2007).

(Lern-)Feature

Das (Lern-)Feature ermöglicht es, ein Thema durch emotionale Zugänge zu vermitteln und multimedial alle Sinne zu aktivieren. Hierbei werden von der Lehrkraft gleichzeitig verschiedene haptische, visuelle und auditive Impulse präsentiert und nach der Vorstellung bezüglich spezifischer Fragen analysiert. Somit kann die Methode sowohl als Einstieg als auch als Abschluss einer Stunde eingesetzt werden. Es steht vor allem der emotionale Gesamteindruck als Spagat zwischen Wissensvermittlung und Unterhaltung im Fokus (vgl. Klein 2013, Gerlach 2016).