Stimmungsbarometer

Das Stimmungsbarometer dient als Reflexionsmethode nach einer Arbeitsphase und kann bereits ab der ersten Jahrgangsstufe eingesetzt werden.

Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler allein Gedanken über die vergangene Arbeitsphase gemacht haben, sollen sie auf einem durch die Lehrperson vorbereiteten Plakat Klebepunkte auf einer Skala anbringen, die das Arbeitsklima bewertet.

Brenner und Brenner (2012, S. 79) schlagen eine differenzierte Einteilungen für die Skala vor, beispielsweise nach Schulnoten oder von „sehr zufrieden“ bis hin zu „sehr unzufrieden“.

Hierbei empfiehlt es sich, dass die Schülerinnen und Schüler nacheinander, beispielsweise nach alphabetischer Reihenfolge, die Punkte anbringen, um einen geregelten Ablauf herzustellen.

Damit zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal die individuellen Bewertungen betrachtet und auf sie eingegangen werden kann, dürfen die Schülerinnen und Schüler ihren Klebepunkt besonders kennzeichnen, sodass sie diesen später wiedererkennen.

 

 

Perspektivenwechsel

Bei dem Perspektivenwechsel geht es darum, sich eine literarische Erzählung aus einem anderen Blickwinkel zu erschließen. Der ausgewählte, literarische Text wird zunächst aufmerksam gelesen, dann werden die Schüler gebeten den Text, oder einen Teil dessen, aus einer anderen Perspektive neu zu schreiben. Hierbei kann beispielsweise ein auktorialer (allwissender) Erzähler in einen Ich-Erzähler umgeschrieben oder die Geschichte aus der Perspektive einer anderen Figur neu erzählt werden.

Lawinendiktat

Bei einem Lawinendiktat erhalten alle Schülerinnen und Schüler der Sitzordnung folgend eine Nummer. Die Lehrkraft diktiert ein bis zwei Sätze, welche die Schülerinnen und Schüler auf ein vor sich liegendes Blatt Papier schreiben und anschließend auf Rechtschreibfehler überprüfen. Nach der Überprüfung werden die beschriebenen Blätter an den Sitznachbarn mit der nächsthöheren Nummer weitergegeben. Zwei weitere Sätze werden von der Lehrkraft diktiert und diese danach wieder auf die Rechtschreibung überprüft. Diese Prozedur wird mehrmals wiederholt, bis sich ein größerer Gesamttext ergeben hat. Zum Schluss geht der Text wieder an die erste Person zurück, die die korrigiert und falsch geschriebenen Wörter noch einmal gründlich betrachtet und reflektiert.

Es ist darauf zu achten, dass alle Fehler reflektiert und berichtigt werden. Andernfalls kann es zu Fehleinprägungen kommen, die sich auch auf die folgenden Lernprozesse auswirken können.

Improvisation und Rollenspiel

Improvisation:

Improvisationen können gut genutzt werden, um entweder normale Alltagsgeschehnisse oder auch andere teils konkrete Szenen aus Büchern, Theaterstücken oder Liedern nach zu spielen. Dabei ist es wichtig, dass es kein konkretes „Drehbuch“ gibt, sondern die Situation aus dem Stand heraus nachgestellt wird. Auch die jeweiligen Rollen der Mitspieler/innen werden erst im Kontext gewählt.(Scholz, 2012, S. 36)

Rollenspiel:

Bei dem Rollenspiel werden den Teilnehmern vorher feste Rollen zugewiesen. Dies kann anhand von Melden, Zettel ziehen oder anderen Methoden geschehen.
Bei dem sogenannten freien Rollenspiel ist die Rolle schon vorher festgelegt. Jedoch sind die Eigenschaften und Ähnliches nicht vorgegeben. Die Teilnehmer haben nur ihre Rollenbezeichnung und die vorgegebene Situation.
Bei dem gebundenen Rollenspiel sind die Rollen genauer definiert und haben individuelle festgelegte Charaktereigenschaften.(Scholz, 2012, S. 36)

 

Sprechblasen und Ich-Geschichte

Eine Methode, um Empathie zu fördern und die Sichtweise von anderen Menschen kennenzulernen.

Sprechblasen:

Den Schüler/innen werden Bilder von verschiedenen Personen in unterschiedlichen Situationen ausgeteilt. Die Schüler/innen bekommen daraufhin die Aufgabe, den Personen „Stimmen zu geben“, in denen sie Sprechblasen an die jeweilige Person malen. Dazu können die Bilder etwas in Form geschnitten werden und auf Pappe geklebt werden, damit mehr Platz vorhanden ist. Diese Sprechblasen werden dann mit einem Text versehen. Entweder etwas, was die Person gerade denkt oder sagt. Beim gegenseitigen Austausch (entweder mit einem Partner oder in Kleingruppen) können interessante Dinge erkannt werden. Vielleicht hätten die anderen aus der Gruppe eine andere Sprechblase gesetzt oder sie sind tatsächlich auch derselben Meinung. (Scholz, 2012, S.33)

Ich-Geschichte:

Die Ich-Geschichte kann als Erweiterung der Sprechblase angesehen werden. Hierbei muss mehr Zeit eingeplant werden, da die Schüler/innen die Aufgabe bekommen, aus Sicht der auf dem Bild sichtbaren Person zu schreiben, wie sie in die jeweilige Situation gekommen ist. Je nach Fantasie kann sie auch mit einem möglichen Hintergrund, oder einer individuellen Vorgeschichte und vielleicht noch mit Wünschen angereichert werden. (Scholz, 2012, S.33)

Zukunftswerkstatt

  • von Robert Jungk entwickelte Methode
  • alle Akteure fungieren als Experten
  • pro Gruppe ein zusätzlicher Moderator
  • Ziel: Lösungen für gemeinsam festgelegte Probleme und Herausforderungen finden
  • drei Phasen: Kritikphase, Fantasiephase, Verwirklichungsphase (oft auch vorher eine Vorbereitungsphase und anschließend eine Erprobungsphase (Vgl. http://www.jungk-bibliothek.at/))

Vorbereitungsphase:

Vorstellung der Gruppenmitglieder und ihren Wünschen und Erwartungen an die Zukunftswerkstatt, Klärung der Spielregeln. (Die Spielregeln werden mittels eines Plakats aufgehängt und bildlich dargestellt. Für Schülerinnen und Schüler mit Defiziten im Bereich Lesen).

Kritikphase:

Alle Teilnehmer äußern ihre persönliche Kritik zu einem Thema. Der Moderator kann durch Fragen unterstützen: „Was stört dich?“ unterstützen. Nach Sammlung der Kritikpunkte: Zusammenfassung in Problembereiche, Auswählen der wichtigsten Problembereiche. (Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache können ihre Kritik auch aufmalen oder in Form eines Rollenspiels darstellen)

Fantasiephase:

Jeder äußert Wünsche. Es gibt keine Grenzen der Fantasie. Es wird vereinbart, dass niemand Einwände einbringt. Brainstorming: fanasievolle Lösungsvorschläge ausdenken. Sammlung der Ideen und Ausarbeitung in utopische Entwürfe (Kinder können ihre Wünsche alternativ auch aufmalen oder in Form eines Rollenspiels darstellen).

Verwirklichungsphase:

Zusammenführung der utopischen Entwürfe mit der Realität und Aufzeigen möglicher Umsetzungsschwierigkeiten. Anschließend Anpassung der Entwürfe, sowie Klärung äußerer Rahmenbedingungen, zum Beispiel finanzielle Mittel etc. Verteilung der Aufgaben zur Konkretisierung und möglichen Realisierung des Entwurfs.

Nachbereitungsphase:

Entwicklung von praktisch anwendbaren Utopieentwürfen, Realisierung.

(Vgl. Jungk/ Müllert: 1989)

Erkundung

Ziel der Erkundung: Herausführen des Lernenden aus seinem gewohnten Lernumfeld und außerschulische Lernorte in der Wirklichkeit mit allen Sinnen erfahren. Das zuvor nur theoretisch erlernte Wissen kann durch die Erkundung vor Ort eigenständig überprüft werden. Es soll ein ausgeglichenes Verhältnis von Theorie und Praxis geschafft werden, sodass authentische und realitätsnahe Aufgaben besser von den Kindern aufgenommen und behalten werden können (vgl. Witt: 2013, s.7). Erkundung dient dazu, theoretische Erkenntnisse durch wirklichkeitsnahes Erleben zu vertiefen.

Gruppe: Förderung der Teamfähigkeit und Kommunikation, Entwicklung von Gemeinschaftsgefühl (Sozialkompetenzen) und Umgang mit Materialien wie Kamera, Texten usw. (Fachkompetenz)

Unterschied zur Exkursion: den Lernenden ist keine Aufgabenstellung vorgegeben, sodass Selbstbestimmung ein elementarer Bestandteil der Erkundung ist.

(Vgl. http://www.bpb.de/methodik/DJN1Z4,0,0,1_Erkundung.html)

Denkhüte

In der Gruppe soll ein Thema diskutiert werden. Dazu wird allerdings jedem Schüler/jeder Schülerin eine spezielle Sichtweise zugeordnet, die die eigene Argumentation leiten soll. Dabei gibt es sechs verschiedene Sichtweisen, die durch sechs verschieden farbige Hüte symbolisiert werden. „Der weiße Hut“ soll eine positive Sichtweise haben und vor allem die Vorteile sehen. „Der grüne Hut“ hat ebenfalls eine positive Sichtweise und kann darüber hinaus kreative Ideen einbringen, die über die normalen Denkmaßstäbe hinausgehen. „Der schwarze Hut“ hat eine negative Sichtweise und versucht überall die Nachteile zu suchen. „Der blaue Hut“ leitet die Diskussion und vermittelt zwischen den anderen Teilnehmern. „Der rote Hut“ ist dafür zuständig, die Gefühlsebene aller Diskussionsmitglieder zu erkennen, zu analysieren und gegebenenfalls darauf einzugehen. (Vgl. Uhlenwinkel/Wienecke 2013: S.44f.)

Ideen-Karussell

Eine Problem- oder eine Fragestellung wird in kleinere Teilaspekte unterteilt, die dann auf jeweils einem Blatt Papier notiert werden. Die Lehrkraft hat so viele Blätter vorbereitet, wie Schüler und Schülerinnen da sind. Jeder Schüler erhält dann eines dieser Blätter und notiert seine eigenen Ideen. Anschließend werden die Blätter von Person zu Person im Kreise weitergereicht, so dass weitere Ideen hinzukommen. Nach mehrmaligem Austausch werden die Ideen in der Gesamtgruppe besprochen.

World-Café

Die Grundidee des „World-Café“ ist es, Lernende bzw. Teilnehmer eines Seminars o.Ä. miteinander ins Gespräch zu bringen und so Problem- oder Fragestellungen in Kleingruppen intensiv diskutieren und reflektieren zu können. Dabei ist die Art der Fragestellungen ebenso abhängig von der Bedeutsamkeit für die Lernenden/Teilnehmer wie von deren Interessen. Die Gespräche sollen den ganz alltäglichen Gesprächen in einem Straßen-Café ähneln. Eine Vertiefung der Gespräche wird hier durch das mehrfache Wechseln und Mischen der Lernenden/Teilnehmer ermöglicht. Am Ende wird eine Abschlussrunde im Plenum gehalten, bei der die Lernenden/Teilnehmer ihre Ergebnisse präsentieren.“Die Methode sorgt dafür, dass sich die Seminarteilnehmer schnell und ohne Berührungsängste treffen, kennen lernen und austauschen können“ (Uni Kiel).

Ablauf: Man beginnt mit einer Begrüßung und Erläuterungen zum Ablauf und zur Rolle der Gastgeber. Gastgeber sind die fixen Gesprächsrundenleiter an den jeweiligen Tischen.  In aufeinanderfolgenden Gesprächsrunden von 15-20 Minuten werden an allen Tischen gleichzeitig Frage- oder Problemstellungen besprochen. Die Lernenden schreiben, zeichnen und kritzeln in jeder Runde das nach ihrer Meinung nach Wichtigste auf das Papier. Nach jeder Runde mischen sich die Lernenden neu. Die Gastgeber bleiben an ihrem Tisch, begrüßen die Neuankömmlinge, resümieren das bisher Besprochene und bringen den Diskurs erneut in Gang (vgl. Uni Kiel). World-Café

fullsizerender