Redekette

Bei der Redekette handelt es sich um eine Methode, bei der die Schülerinnen und Schüler das Unterrichtsgespräch selbstständig leiten. Die Lehrkraft hält sich während des Gesprächs als stiller Zuhörer im Hintergrund und unterbricht die Redekette der Klasse nur bei Missachtung der Gesprächsregeln.

Durchführung
Zunächst formuliert die Lehrkraft eine Frage oder eine Aufgabenstellung, mit der sich die SuS auseinandersetzen sollen, bevor sich die Lehrkraft aus dem Unterrichtsgespräch zurückzieht und Notizen mitschreibt. Ein*e Schüler*in beginnt mit einem Beitrag zum Thema und gibt das Sprachrecht anschließend an eine*n Mitschüler*in weiter, welche*r wiederum eine Antwort gibt. Diese Kette wird schülergeleitet fortgesetzt. Abschließend kann die Lehrkraft auf Grundlage ihrer angefertigten Notizen das Unterrichtsgespräch zusammenfassen.

Die Methode ist besonders in der Einstiegsphase einer Einheit sinnvoll, um individuelle Erfahrungen und das Vorwissen der SuS zu ermitteln. Die Redekette kann auch eine Arbeitsphase abschließen, wenn die erarbeiteten Ergebnisse zum Gesprächsinhalt werden. Bei der Erarbeitung selbst sollte die Gesprächsleitung allerdings weiterhin die Aufgabe der Lehrkraft sein. Daneben eignet sich die Redekette ebenfalls für eine Reflexion, bei der jede Schülerin und jeder Schüler in einer entspannten Atmosphäre seine Meinung äußern kann. Zudem kann die Methode verwendet werden, um klasseninterne Vorhaben zu planen und gemeinsam Ideen für diese zu sammeln.

Differenzierungsmöglichkeiten

Durch eine offene Fragestellung bzw. Aufgabenstellung wird ein individueller Zugang zum Thema ermöglicht, wodurch eine Differenzierung natürlich gegeben ist.

Tipps

Die Frage bzw. Aufgabenstellung sollte offen sein, damit alle SuS den Sinn des Gesprächs verstehen. Nur so wird gewährleistet, dass sich die ganze Klasse beteiligen kann und das Unterrichtsgespräch nicht nach wenigen Beiträgen endet.

Die Sitzordnung sollte so angepasst werden, dass sich alle SuS anschauen können, um die Gesprächsatmosphäre zu verstärken.

Für die Redekette sollten Gesprächsregeln festgelegt werden. Besonders Regeln bezüglich der Vergabe des Sprachrechts sollten besprochen werden, um zu verhindern, dass beliebte Schülerinnen und Schüler vermehrt gewählt werden, während andere Schüler und Schülerinnen ohne Redeanteil verbleiben und keine Chance zur Mitsprache bekommen. Ähnlich sollte auch verhindert werden, dass Jungen nur Jungen und Mädchen ausschließlich Mädchen das Sprachrecht erteilen.

Material

kein Material benötigt

Variation

Stellvertretend für das Sprachrecht können Gegenstände verwendet werden, sodass der Wechsel des Sprachrechts durch eine Handlung symbolisiert wird. Es kann beispielsweise ein Gegenstand weitergegeben oder ein Ball zugeworfen werden. Nebenbei eignet sich das Zuwerfen auch, um durch Bewegung Abwechslung und Auflockerung in das Unterrichtsgeschehen zu bringen.

Quellen

Mattes, W. (2006): Methoden für den Unterricht. Kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Schöningh: Paderborn.