Erzählkreis mit verschiedenen Variationen

Beschreibung: Bei der Methode „Erzählkreis“ handelt es sich um eine regelmäßige Versammlung der Klassengemeinschaft, um die Kommunikationskompetenz der SuS aktiv zu fördern. Bei der Methode handelt es sich um ein wiederkehrendes Ritual und sollte nicht ausfallen, auch wenn andere Dinge wichtiger erscheinen. Die SuS sollen lernen, sich anderen mitzuteilen, Gesprächsregeln einzuhalten und den anderen aufmerksam zuzuhören. Auch wenn es sich bei der Methode um ein Ritual handelt ist es wichtig, den SuS immer wieder etwas Neues innerhalb des bestehenden Rituals anzubieten deshalb ist es nötig, verschiedene Variationen in das Ritual einzubauen.

 Regeln/Vorbereitung: Im Vorfeld sollten mit der Klassengemeinschaft Gesprächsregeln erarbeitet und ausführlich besprochen werden. Außerdem sollte auch besprochen werden was passiert, wenn Gesprächsregeln nicht eingehalten werden. Die Regeln sollten mit der Klassengemeinschaft erarbeitet werden, weil es oft für SuS leichter ist, sich an Regeln zu halten wenn sie diese mitgestalten können.

Durchführung: Der Erzählkreis sollte sich für die SUS von dem Unterrichtsalltag abheben, dazu sollte eine privatere Erzählatmosphäre geschaffen werden (Sitzen im Stuhlkreis). Wie bereits erwähnt sollte eine Regelmäßigkeit in der Durchführung der Methode gegeben sein, beispielsweise kann sie als Ritual zum Wochenbeginn genutzt werden. Auf diese Weise bekommen die Lernenden eine Möglichkeit von Erlebnissen zu berichten und es herrscht ein gleichbleibender Einstieg in die Woche. Jeder Schüler und jede Schülerin darf eigenständig entscheiden, was er erzählen möchte. Die Lehrkraft hört aufmerksam zu und greift nur ein, wenn die Gesprächsregeln verletzt werden oder der zeitliche Rahmen gesprengt wird. Die Schülerinnen und Schüler sollen dem Erzählenden aufmerksam zuhören und die Gesprächsregeln einhalten.

Ausatmen

Bei der Methode des „Ausatmens“ handelt es sich um eine Atemübung, bei der sich die SuS entspannen und beruhigen sollen, um sich im Nachhinein wieder besser konzentrieren zu können.

Die SuS sitzen während der gesamten Übung auf ihren Stühlen. Hierbei sollte von der Lehrkraft darauf geachtet werden, dass sie die ganze Sitzfläche nutzen, also mit ihrem Rücken an der Lehne sitzen. Die Füße sollten auf dem Boden stehen, die Hände entspannt auf den Oberschenkeln liegen. Wer mag, darf seine Augen schließen. Bleiben die Augen geöffnet, sollte der Blick auf einen Punkt im Raum fixiert sein. Die Schultern sollten bei geradem Rücken locker herunterhängen. Die SuS atmen nun mehrmals ein und aus. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass beim Einatmen durch Pressen des Zwerchfells erst der Bauch und dann die Lunge mit Luft gefüllt wird. Der Atemtakt kann von der Lehrkraft vorgesprochen werden. Beim Einatmen wird bis drei gezählt, dann bei vier und fünf die Luft angehalten und beim Ausatmen von fünf rückwärts bis eins gezählt. Nach einer kurzen Pause beginnt die nächste Atemphase. Die Lehrkraft kann die Übung auch mitmachen.

Erzählkette

Bei der Methode der Erzählkette werden den SuS  eine Vielfalt an Abbildungen vorgelegt, aus denen sie jene auswählen sollen, die für sie interessant oder bedeutsam sind. Im Folgenden werden die ausgewählten Bilder an die SuS verteilt. Die Aufgabe der SuS besteht nun darin, eine Geschichte aus den Abbildungen zu konstruieren. Dazu beginnt ein Schüler oder eine Schülerin und erzählt etwas über das zugeteilte Bild. Die Geschichte wird fortgesetzt, indem auch die anderen SuS die Situation, Gegenstände Personen oder Tiere ihres jeweiligen Bildes in die Handlung der Geschichte integrieren. So entsteht durch die Erzählungen der SuS eine Geschichte mit individuellen Interessen, Wendungen aber auch Höhepunkten.

Fantasiegeschichte Kooperation

Diese Methode setzt sich mit den alltäglichen Problemen sowie dem positiven Potenzial bei den SchülerInnen im Klassenraum und/ oder in der Gruppenarbeit auseinander und fördert eine Reflexion bei den Schüler*innen.

Zugrunde gelegt werden zwei verschiedene Bilder. Während das eine Bild Hilfsbereitschaft und Kooperation zeigt, sieht man bei dem anderen Bild  eine egoistischere Verhaltensweise bei Schüler*innen-

Die Lehrkraft bittet die Schüler*innen sich für eines der Bilder zu entscheiden und dazu innerhalb von 15-20 Minuten eine Fantasiegeschichte zu schreiben. Hierbei sollen sie sich in eine der Situationen hineinversetzen und aus der Perspektive einer der Schüler*innen, die abgebildet sind, schreiben. Natürlich können die Schüler*innen ihre eigenen Erfahrungen und Gefühle als Schreibinspiration nutzen. Für eventuelle Schreibhemmungen kann ein kurzer Gedankenaustausch der Schüler*innen mit dem gleichen Bild von Vorteil sein.

Daraufhin werden einige der Fantasiegeschichten aus beiden Bildvorschlägen im Plenum vorgelesen. Bei Bedarf können die Schüler*innen eine beliebige Fantasiegeschichte besprechen oder kommentieren. Außerdem können die Schüler*innen eine der Fantasiegeschichten zum Anlass nehmen ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen kund zu tun. Die Lehrperson sollte schließlich auf beide Bilder eingehen und die Wichtigkeit von Kooperation sowie Kommunikation hervorheben. Abschließend können nochmals Fragen gestellt werden oder Anregungen für zukünftiges Arbeiten ausgetauscht werden.

Das Ziel dieser Methode ist es demnach, egoistisches Verhalten zu reflektieren und die Zusammenarbeit zu fördern. Eine wünschenswerte Erkenntnis wäre also, dass ein Miteinander mehr Stärke bedeutet.

Die Hörmaler

In dieser Methode geht es darum Erlebnisse und Eindrücke kreativ auszudrücken und zu reflektieren. Der Fokus liegt hierbei auf der Wahrnehmung von Geräuschen, einer Melodie oder der Stimme einer anderen Person, die die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld einer Aufgabe gehört haben. Aufgrund dieser Wahrnehmung beginnen sie zu malen und verbinden damit Empfindungen, die durch das Hören hervorgerufen werden, mit der kreativen Gestaltung eines Bildes. Dies führt zu dem Namen der Methode „Die Hörmaler“.

Der Vorgang erfolgt z.B. durch eine Melodie, welche die Kinder in der Klassengemeinschaft hören. Aufgrund dieser melodischen Basis und einer Erinnerung, die die Kinder teilen (z.B. ein gemeinsamer Schulausflug), reflektieren die Schüler und Schülerinnen anschließend in Einzelarbeit die Eindrücke und beginnen zu malen. Hierzu falten sie ein Blatt Papier in 4 Kästchen, die sie nummerieren und mit vorgegebenen Stationen des Schulausflugs kreativ gestalten. Dies kann beispielsweise mit der Erinnerung an das gemeinsame Frühstück, dem anschließenden Spaziergang durch den Wald, dem Klettererlebnis und einer anschließenden Mittagspause erfolgen. Anschließend erhalten die Schülerinnen und Schüler genügend Zeit, um ihre Ideen „schön“ auszudrücken, welche dann im Plenum vorgestellt werden. Wichtig ist an dieser Stelle, dass es keine falschen Hörbilder gibt.

Ziel ist es herauszufinden, welche Assoziationen die Schülerinnen und Schüler zu beispielsweise einer gemeinsamen Erinnerung haben und inwiefern sie sich unter Berücksichtigung des Hörens kreativ ausdrücken. Zudem soll die Merkfähigkeit trainiert werden.

 

Malen nach Hören

Die Methode „Malen nach Hören“ bietet sich für jedes Alter und nahezu jedes Unterrichtsfach an. Besonders geeignet sind die Fächer Kunst und Musik. Das „Malen nach Hören“ verlangt keine Leistung von den SuS, sondern soll stattdessen ihre Kreativität, ihre Gedankengänge und ihre Selbstwahrnehmung anregen. Die SuS können sich hierbei ganz sich selbst zuwenden, einen klaren Kopf bekommen und ihre Empfindungen (auch unbewusst) reflektieren.

Generell läuft das Malen nach Hören so ab, dass die SuS zu einer zuvor vom Lehrenden ausgewählten Musik (möglichst länger als ein paar Minuten und ohne Text) mit verschiedenen Farben malen. Sie sind aufgefordert, alles, was ihnen beim Klang der Musik und beim Zuhören durch den Kopf geht, in Farben auszudrücken, ohne sich anschließend erklären zu müssen (aber zu können) und ohne dass das Entstandene bewertet wird. Die SuS können während der Musik beliebig viele Blätter Papier verbrauchen.

Freewriting

Die Methode des Freewriting eignet sich gut als Einstieg in das kreative Schreiben im Fach Deutsch. Ziel ist es nach einem kurzen thematischen Impuls der Lehrkraft mit dem Schreiben zu beginnen und den Stift erst nach fünf Minuten wieder abzusetzen. Der Schreibprozess soll dabei weitestgehend unbewusst ablaufen, wichtig ist, dass der Stift nicht abgesetzt wird. Das Resultat soll keine besondere Qualität aufweisen, sondern lediglich die Quantität zählt. Mit der Methode kann den Schülerinnen und Schülern aufgezeigt werden, wie leicht sie Schreibblockaden überwinden können. Darüber hinaus ist es ein guter Einstieg um ihnen das Grundkonzept der Rohfassung von Texten und sogar Liedern nahe zu bringen. Damit bietet sich die Methode gut als Einstiegsübung für diverse Unterrichtseinheiten an.

Im Anhang finden Sie von einer Ausbildungsklasse erarbeitetes Material unter dem Stichwort „Gesetz“. Die Bearbeitungszeit Betrug fünf Minuten.

Freewriting zum Thema „Gesetz“ CAW2 Politik
Freewriting zum Thema „Gesetz“ CAW 2 Politik

Rechenolympiade

Die „Rechenolympiade“ bietet zur Wiederholung verschiedene Übungsbereiche und Aufgabenformate und stärkt die Konzentrationsfähigkeit. Die Aufgaben sind gestaffelt in die unterschiedlichen Anforderungsbereiche und werden der Reihe nach gelöst. Bevor das Ergebnis der jeweiligen Aufgabe aufgeschrieben werden darf, müssen die Schülerinnen und Schüler zuerst zur Tür rennen, diese berühren und zurück rennen. Nachdem das Ergebnis aufgeschrieben wurde, rennt der nächste der Gruppe zur Tür, bevor das Ergebnis notiert werden darf usw. Ist eine Gruppe fertig und ruft Stopp, ist die Zeit für alle abgelaufen und es darf nicht mehr weitergerechnet werden. Die Aufgabenbögen werden zur Korrektur an eine andere Gruppe weitergegeben. Die Lehrkraft teilt die Lösungsbögen aus, damit die Gruppenlösungen mit dem Lösungsbogen verglichen werden können. So kontrollieren die Gruppen nicht ihre eigenen Aufgaben, sondern die der anderen. Die Gruppe mit den meisten richtigen Aufgaben, hat gewonnen. Der Wettkampfcharakter wirkt motivierend.

One-Minute-Paper

Am Ende einer Unterrichtsstunde oder Unterrichtseinheit formuliert die Lehrkraft eine überschaubare Anzahl von Fragen zum zuvor behandelten Thema. Die Schülerinnen und Schüler haben eine Minute Zeit, ihre Gedanken auf Papier zu bringen. Anschließend sammelt die Lehrkraft die Papiere ein und wertet sie aus. In der nächsten Unterrichtsstunde werden offene Fragen und Unklarheiten geklärt.

Sinne-Feature

Beschreibung: Das Feature ist eine Methode, bei der die Sinne angesprochen werden. Deshalb eignet es sich dazu, die SuS gefühlsmäßig auf ein Thema einzustimmen und Vorwissen zu aktivieren. Ziel ist es, die SuS zu motivieren, sich im weiteren Unterrichtsverlauf mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das Feature dient nicht zur Klärung eines Problems, sondern sollte eher zu Problem- und Fragestellungen hinführen. Hierbei ist es möglich zu provozieren, sodass im Anschluss eine Diskussion entstehen kann.

Damit das Feature die gewünschte Wirkung erzielt, sollten möglichst viele Sinne angesprochen werden. Dabei stehen zur Auswahl:

  1. Sehen
  2. Hören
  3. Riechen
  4. Schmecken
  5. Tasten

Einsatzmöglichkeit: Das Feature kann besonders gut zum Einstieg in eine neue Unterrichtseinheit, beziehungsweise Unterrichtsstunde, eingesetzt werden (Einstiegsfeature).