Reporter (Auch: Rasender Reporter)

Bei dieser Methode handelt es sich um ein Spiel, welches sich besonders zum Kennenlernen oder zum Einstieg in ein Thema eignet. Es werden also erste Assoziationen entweder zum Unterrichtsthema oder zu den Mitschüler/innen geweckt. Alle Schüler/innen erhalten dabei einen Fragebogen. Die Fragen müssen grundsätzlich mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sein. Ziel des Spiels ist es, eine Reihe (senkrecht oder waagerecht bzw. eins von beiden je nach Anordnung des Fragebogens) von Fragen mit „Ja“ beantwortet zu haben und anschließend „Bingo“ zu rufen. Dafür müssen sich die SuS gegenseitig befragen – sie fungieren quasi als Reporter mit der Aufgabe ihre Mitschüler/innen zu befragen und geben gleichzeitig Antworten. Gibt ein/e Schüler/in einem/einer Schüler/in eine Antwort, so  muss er auf ihrem/seinem Fragebogen bei der entsprechenden Frage mit seinem Namen unterschreiben. Nach einer vorgegeben Zeit versammeln sich alle SuS wieder an ihrem Platz. Anschließend können sie einen anderen Schüler/eine andere Schülerin darüber befragen, weshalb er/sie eine bestimmte Frage auf seinem/ihrem Fragebogen mit „Ja“ beantwortet und unterschrieben hat.

Talkshow

Bei der gesprächsorientierten Methode „Talkshow“ handelt es sich um ein fiktives, im Unterricht inszeniertes Streitgespräch, das unterschiedliche Meinungen und Standpunkte gegenüberstellt und diskutiert. Eine Talkshow besteht aus einer Recherche-, Debatten- und Reflexionsphase.

Das Konzept der Talkshow fördert die Urteilsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler indem diese lernen, widerstreitende Positionen klar herauszuarbeiten, zu vertreten, zweckrational oder wertrational zu begründen und vergleichend gegenüberzustellen.


Ablauf:

Die Lehrkraft präsentiert den Schülerinnen und Schülern eine präzise formulierte Streitfrage. Zuallererst wird die Klasse in zwei Gruppen unterteilt. Gruppe A beschäftigt sich mit der Pro-Position und Gruppe B mit der Kontra-Position. Dann beginnt die Recherchephase. Die Schülerinnen und Schüler werden in Partner- oder Kleingruppen eingeteilt und entwickeln Argumente für ihre Position, antizipieren Argumente der Gegenseite und konzipieren argumentative Gegenstrategien. Informationen können beispielsweise mittels Literatur- oder Internetrecherche zusammengetragen werden. Es folgt im Anschluss an die Recherchephase ein Austausch über die gesammelten Argumente innerhalb der Großgruppe. Nun beginnt die praktische Umsetzung des Streitgespräches. Die Schülerinnen und Schüler werden ihren Rollen zugewiesen, die sie während der Diskussion übernehmen sollen: Repräsentant der Pro- oder Kontra-Seite, neutraler Moderator oder Beobachter bzw. Publikum. Gegebenenfalls erhält die Klasse nun noch einmal Zeit sich auf die tatsächliche Umsetzung vorzubereiten. Der konkrete Ablauf der Talkshow an sich kann frei gestaltet werden. Zum Abschluss ist es möglich, eine Abstimmung durchführen zu lassen, in der sich jede Schülerin und jeder Schüler frei positionieren kann. Die entstandenen Ergebnisse sollten reflektiert und zu guter Letzt gesichert werden.

Freiarbeit

Freiarbeit ist eine Unterrichts- und Lernform die besonders im offenen Unterricht eingesetzt werden kann. In der Freiarbeit hat der Lerner ein hohes Maß an Eigenverantwortung und persönlicher Freiheit. Er setzt sich selbst ein Lernziel und versucht dieses in Eigenleistung zu erreichen.

Klassische, hierachische Strukturen zwischen Lehrenden und Lernenden werden in der Freiarbeit teilweise aufgehoben. Der Lehrende übernimmt bei dieser Methode vermehrt eine Rolle als Begleiter und Berater. Des Weiteren hat er die Aufgabe, den Lernenden ausreichend Materialien und Aufgaben zur Verfügung zu stellen.

Die Themen, die in der Freiarbeit behandelt werden, sollten sich an der Lebenswelt und den Interessen der Lernenden orientieren.

Ein wichtiges Ziel von Freiarbeit ist, das selbstverantwortliche Lernen zu fördern und den Lernenden zu ermöglichen, eigene Lernwege zu entdecken.

Lesetagebuch

In einem Lesetagebuch werden Erstleseeindrücke zu Büchern, Geschichten oder Gedichten von den Lernern in einem Tagebuch festgehalten. Die Schülerinnen und Schüler können spontane Ideen, Fragen, Assoziationen, Bemerkungen oder Kommentare zum Gelesenen in ihrem Lesetagebuch aufschreiben. Auf diese Weise können sie sich mit der Lektüre auseinandersetzen.

Bei der Methode „Lesetagebuch“ ist es wichtig, dass die Lehrerin oder der Lehrer nicht zu stark lenkend eingreift, um den Schülerinnen und Schülern genügend Freiraum zu geben, eigene Ideen zu verwirklichen. Die Lerner haben also die Möglichkeit, relativ frei und offen die für sie wichtigsten Aspekte im Tagebuch festzuhalten. Auf diese Weise kann der Lehrende gut herausfinden, welche Textstellen von den SuS als besonders wichtig empfunden werden, bzw. welche ihnen Schwierigkeiten bereiten.

Mit einem Lesetagebuch können die Lernenden ein erweitertes Textverständnis erreichen und das eigene Leseerlebnis intensivieren, da sie sich mehr mit der Literatur auseinandersetzen.

„Fishbowl-Diskussion, Variation: Expertengespräch“

Bei dieser Methode werden die Schüler und Schülerinnen in mindestens zwei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe vertritt hier dabei eine eigene, von den anderen Gruppen unterschiedliche Meinung. Die Gruppen erarbeiten zunächst ein Thema, indem sie z.B. einen Text lesen. Sie erarbeiten Argumente, welche sie für ihre Rolle bzw. für ihre zugeteilte Meinung benötigen. Anschließend werden (ca. drei) Schüler aus jeder Gruppe ausgewählt, welche die Sprecher der Gruppe sind. Diese werden in der Gruppe des Klassenraums positioniert und diskutieren über das Thema. Die anderen Schüler sind Zuhörer bzw. Beobachter. Des Weiteren gibt es einen „heißen Stuhl“, der allen Zuhörern die Möglichkeit bietet, sich an der Diskussion spontan zu beteiligen. Am Ende der Diskussion wertet der Moderator die Diskussion aus.

Methode „schneller Schuh“

Der schnelle Schuh ist eine Methode des Lernens durch eigene kleine Lernvorträge.
Die SuS werden in gleich große Gruppen an ca. vier Tischen eingeteilt, an denen jeweils ein Gruppenauftrag bearbeitet wird. Aus jeder Gruppe wird ein schneller Schuh ausgewählt. Der Arbeitsauftrag wird zunächst in Einzelarbeit gelöst, die SuS notieren ihre eigenen Gedanken auf Post-its. Diese werden auf der Tischplatte aufgeklebt, gruppiert und zusammengefasst. Die Gruppe einigt sich auf einen Kerngedanken. Dieser wird auf zwei Postern festgehalten. Der schnelle Schuh nimmt eines der Poster mit auf seinen Rundgang. Er beginnt am nächsten Tisch, an dem er eine kleine Präsentation über die Ergebnisse seiner Gruppe hält. Dann präsentiert mind. ein Mitglied der Gasttischgruppe die dortigen Ergebnisse. Nach einer bestimmten Zeit gehen die schnellen Schuhe zum nächsten Tisch, bis alle Gruppentische abgelaufen wurden. Nach ihrer Rückkehr berichten die schnellen Schuhe ihrer Stammtischgruppe von den Gesprächen. Es folgt eine Auswertung aller Arbeitsergebnisse.

Lesewettbewerb

In dieser Methode wird das Lesen und die Lesemotivation gefördert. Die SuS bekommen in mehreren Kleingruppen jeweils einen Textabschnitt, den sie mehrmals lesen und üben. Anschließend entscheiden sich die Gruppenmitglieder für die bestlesende Person, welche dann an dem Lesewettbewerb teilnehmen darf. Die „Sieger“ der einzelnen Gruppen tragen nun ihren Teil den Klassenkameraden vor und sollen bewertet werden. Die Bewertungskriterien werden im Voraus besprochen, zum Beispiel Aussprachefehler, Satzmelodie, Lesefluss und Tempo, korrekte Aussprache, etc.
Als Hilfe für die Wertenden kann ein Evaluationsbogen ausgeteilt werden, um den Sieger zu ermitteln.

(Vgl. https://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/franzoesisch/bs/6bg/fb1/5spielerische_methoden/phonetik/)

Perspektivenwechsel

Bei dem Perspektivenwechsel geht es darum, sich eine literarische Erzählung aus einem anderen Blickwinkel zu erschließen. Der ausgewählte, literarische Text wird zunächst aufmerksam gelesen, dann werden die Schüler gebeten den Text, oder einen Teil dessen, aus einer anderen Perspektive neu zu schreiben. Hierbei kann beispielsweise ein auktorialer (allwissender) Erzähler in einen Ich-Erzähler umgeschrieben oder die Geschichte aus der Perspektive einer anderen Figur neu erzählt werden.

Improvisation und Rollenspiel

Improvisation:

Improvisationen können gut genutzt werden, um entweder normale Alltagsgeschehnisse oder auch andere teils konkrete Szenen aus Büchern, Theaterstücken oder Liedern nach zu spielen. Dabei ist es wichtig, dass es kein konkretes „Drehbuch“ gibt, sondern die Situation aus dem Stand heraus nachgestellt wird. Auch die jeweiligen Rollen der Mitspieler/innen werden erst im Kontext gewählt.(Scholz, 2012, S. 36)

Rollenspiel:

Bei dem Rollenspiel werden den Teilnehmern vorher feste Rollen zugewiesen. Dies kann anhand von Melden, Zettel ziehen oder anderen Methoden geschehen.
Bei dem sogenannten freien Rollenspiel ist die Rolle schon vorher festgelegt. Jedoch sind die Eigenschaften und Ähnliches nicht vorgegeben. Die Teilnehmer haben nur ihre Rollenbezeichnung und die vorgegebene Situation.
Bei dem gebundenen Rollenspiel sind die Rollen genauer definiert und haben individuelle festgelegte Charaktereigenschaften.(Scholz, 2012, S. 36)

 

Sprechblasen und Ich-Geschichte

Eine Methode, um Empathie zu fördern und die Sichtweise von anderen Menschen kennenzulernen.

Sprechblasen:

Den Schüler/innen werden Bilder von verschiedenen Personen in unterschiedlichen Situationen ausgeteilt. Die Schüler/innen bekommen daraufhin die Aufgabe, den Personen „Stimmen zu geben“, in denen sie Sprechblasen an die jeweilige Person malen. Dazu können die Bilder etwas in Form geschnitten werden und auf Pappe geklebt werden, damit mehr Platz vorhanden ist. Diese Sprechblasen werden dann mit einem Text versehen. Entweder etwas, was die Person gerade denkt oder sagt. Beim gegenseitigen Austausch (entweder mit einem Partner oder in Kleingruppen) können interessante Dinge erkannt werden. Vielleicht hätten die anderen aus der Gruppe eine andere Sprechblase gesetzt oder sie sind tatsächlich auch derselben Meinung. (Scholz, 2012, S.33)

Ich-Geschichte:

Die Ich-Geschichte kann als Erweiterung der Sprechblase angesehen werden. Hierbei muss mehr Zeit eingeplant werden, da die Schüler/innen die Aufgabe bekommen, aus Sicht der auf dem Bild sichtbaren Person zu schreiben, wie sie in die jeweilige Situation gekommen ist. Je nach Fantasie kann sie auch mit einem möglichen Hintergrund, oder einer individuellen Vorgeschichte und vielleicht noch mit Wünschen angereichert werden. (Scholz, 2012, S.33)