Improvisation und Rollenspiel

Improvisation:

Improvisationen können gut genutzt werden, um entweder normale Alltagsgeschehnisse oder auch andere teils konkrete Szenen aus Büchern, Theaterstücken oder Liedern nach zu spielen. Dabei ist es wichtig, dass es kein konkretes „Drehbuch“ gibt, sondern die Situation aus dem Stand heraus nachgestellt wird. Auch die jeweiligen Rollen der Mitspieler/innen werden erst im Kontext gewählt.(Scholz, 2012, S. 36)

Rollenspiel:

Bei dem Rollenspiel werden den Teilnehmern vorher feste Rollen zugewiesen. Dies kann anhand von Melden, Zettel ziehen oder anderen Methoden geschehen.
Bei dem sogenannten freien Rollenspiel ist die Rolle schon vorher festgelegt. Jedoch sind die Eigenschaften und Ähnliches nicht vorgegeben. Die Teilnehmer haben nur ihre Rollenbezeichnung und die vorgegebene Situation.
Bei dem gebundenen Rollenspiel sind die Rollen genauer definiert und haben individuelle festgelegte Charaktereigenschaften.(Scholz, 2012, S. 36)

 

Erkundung

Ziel der Erkundung: Herausführen des Lernenden aus seinem gewohnten Lernumfeld und außerschulische Lernorte in der Wirklichkeit mit allen Sinnen erfahren. Das zuvor nur theoretisch erlernte Wissen kann durch die Erkundung vor Ort eigenständig überprüft werden. Es soll ein ausgeglichenes Verhältnis von Theorie und Praxis geschafft werden, sodass authentische und realitätsnahe Aufgaben besser von den Kindern aufgenommen und behalten werden können (vgl. Witt: 2013, s.7). Erkundung dient dazu, theoretische Erkenntnisse durch wirklichkeitsnahes Erleben zu vertiefen.

Gruppe: Förderung der Teamfähigkeit und Kommunikation, Entwicklung von Gemeinschaftsgefühl (Sozialkompetenzen) und Umgang mit Materialien wie Kamera, Texten usw. (Fachkompetenz)

Unterschied zur Exkursion: den Lernenden ist keine Aufgabenstellung vorgegeben, sodass Selbstbestimmung ein elementarer Bestandteil der Erkundung ist.

(Vgl. http://www.bpb.de/methodik/DJN1Z4,0,0,1_Erkundung.html)

World-Café

Die Grundidee des „World-Café“ ist es, Lernende bzw. Teilnehmer eines Seminars o.Ä. miteinander ins Gespräch zu bringen und so Problem- oder Fragestellungen in Kleingruppen intensiv diskutieren und reflektieren zu können. Dabei ist die Art der Fragestellungen ebenso abhängig von der Bedeutsamkeit für die Lernenden/Teilnehmer wie von deren Interessen. Die Gespräche sollen den ganz alltäglichen Gesprächen in einem Straßen-Café ähneln. Eine Vertiefung der Gespräche wird hier durch das mehrfache Wechseln und Mischen der Lernenden/Teilnehmer ermöglicht. Am Ende wird eine Abschlussrunde im Plenum gehalten, bei der die Lernenden/Teilnehmer ihre Ergebnisse präsentieren.“Die Methode sorgt dafür, dass sich die Seminarteilnehmer schnell und ohne Berührungsängste treffen, kennen lernen und austauschen können“ (Uni Kiel).

Ablauf: Man beginnt mit einer Begrüßung und Erläuterungen zum Ablauf und zur Rolle der Gastgeber. Gastgeber sind die fixen Gesprächsrundenleiter an den jeweiligen Tischen.  In aufeinanderfolgenden Gesprächsrunden von 15-20 Minuten werden an allen Tischen gleichzeitig Frage- oder Problemstellungen besprochen. Die Lernenden schreiben, zeichnen und kritzeln in jeder Runde das nach ihrer Meinung nach Wichtigste auf das Papier. Nach jeder Runde mischen sich die Lernenden neu. Die Gastgeber bleiben an ihrem Tisch, begrüßen die Neuankömmlinge, resümieren das bisher Besprochene und bringen den Diskurs erneut in Gang (vgl. Uni Kiel). World-Café

fullsizerender

Material sammeln

Die SchülerInnen sollen für einen bestimmten Zweck (z.B. Bau einer Hütte, Erstellen einer Collage) Gegenstände in einem dafür vorgesehenen Raum (z.B. Wald, Zeitschriften) suchen und an einem Platz zusammenbringen. Sie können verschiedene Gruppenmitglieder zum Sammeln von unterschiedlichem Material einteilen. Ziel ist es, verschiedene Materialien zu sammeln und damit ein Produkt zu erstellen oder ein Experiment durchzuführen. Auch können zusätzlich vom Lehrer Aufgabenkarten hineingegeben werden (siehe Material).

Aktions-/Rollenkarten

Die SuS werden in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe erhält ein Set mit Rollenkarten, die auf die einzelnen SuS aufgeteilt werden (zufällig, offen oder vom Lehrer verteilt). Dieses zugeteilte Amt führen die SuS dann während der Gruppenarbeit aus.

Beispiele für Rollen: Gruppenleiter, Lautstärkewächter, Materialbeschaffer, Zeitwächter…

Stationenarbeit

Beim Stationen-Lernen oder der themenbezogenen Freiarbeit sind an verschiedenen Positionen im Raum, den sogenannten „Lernstationen“, handlungsorientierte Arbeitsaufträge unterschiedlicher Art ausgelegt, die nacheinander von den Lernenden bearbeitet werden. Die Aufträge können in einem thematischen Zusammenhang stehen, dürfen aber auch unabhängig voneinander und in unterschiedlicher Reihenfolge bearbeitet werden. Dadurch erhalten die Lernenden die Möglichkeit, ihren Lernweg entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten selbst zu steuern. Beim Stationen lernen wird durch Art und Auswahl der Aufträge die Vielfalt möglicher Zugänge zum Stoff betont. Innerhalb einer vorgegeben Zeit können die Kinder zum Teil selbst den Umfang und Schwierigkeitsgrad ihrer Aufgabe wählen, sowie den Arbeitsrhythmus und die Sozialform festsetzten. Stationen lernen setzt auf selbstverantwortliches, zielorientiertes Arbeiten in regelgeleiteter Atmosphäre, auf Kooperation der Schüler und Schülerinnen in Partner- oder Gruppenarbeit. Die Methode weist den Lernenden eine aktive und verantwortungsvolle Rolle innerhalb des Lernprozesses zu. Stationen lernen wird besonders empfohlen zur Vertiefung von Wissen, zur Übung und im Rahmen von fächerübergreifendem Unterricht.

Zahlenkiste

Die Methode „Zahlenkiste“ ist für Additions- und Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum bis 100 entwickelt worden. Auf Arbeitsblättern o.ä. sind Kisten abgebildet, die vorne auf der Kiste eine Zahl und im Inneren mehrere unterschiedliche Zahlen haben (Zahlenkiste Beispiel). Die SuS sollen die Zahlen im Inneren der Kiste interpretieren und eigenständig Rechenoperationen und -Konstellationen erkennen, sodass sie mit den Zahlen in der Kiste Aufgaben bilden können, die als Lösung die Zahl auf der Vorderseite haben. Dabei müssen nicht alle Zahlen in der Kiste durch Rechenoperationen die Zahl auf der Vorderseite ergeben. Es können demnach auch Zahlen übrig bleiben.

Arbeitsschritte der Methode:

  • Die SuS bekommen ein Arbeitsblatt mit den Zahlenkisten und versuchen mit dem Partner die Aufgaben zu lösen
  • Danach setzen sich jeweils zwei Zweiergruppen zusammen und vergleichen die Lösungen. Sie kontrollieren, ergänzen und korrigieren ggf. ihre Lösungen.
  • Zum Schluss bekommen die SuS ein AB, bei dem wahlweise nach dem Rechenbefehl (Addition/ Subtraktion), nach der Eingabezahl oder nach der Ausgabezahl gefragt wird.

Domino

Die Aufgaben der Dominosteine bewegen sich im Hunderterraum. Die SuS wiederholen und festigen spielerisch die Grundrechenarten. Es werden Kleingruppen gebildet. Jeder Dominostein weist zwei Felder auf. Im ersten Feld steht jeweils der 1. Summand bzw. der Minuend, im zweiten Feld befindet sich der Rechenoperator und der zweite Summand bzw. der Subtrahend. Links steht also eine Zahl und rechts eine Rechenoperation und ebenfalls eine Zahl. Alle Steine werden verdeckt in die Mitte gelegt, gemischt und gleichmäßig an die Teilnehmer verteilt. Die Schülerinnen und Schüler legen ihre Steine verdeckt vor sich hin. Ein Dominostein aus der Mitte wird aufgedeckt und als Startstein genutzt. Der Teilnehmer, dessen Stein passt legt ihn an. Der nächste der Runde deckt ebenfalls einen Stein auf und versucht ihn an ein Ende anzulegen. Kann der nächste keinen Stein anlegen, muss sich derjenige einen Stein aus der Mitte nehmen. Passt dieser wieder nicht, ist der nächste dran. Hat ein Teilnehmer keine Steine mehr vor sich liegen, ist das Spiel beendet. Die SuS lernen das Dominospiel regelgebunden durchzuspielen und dabei die jeweiligen mathematischen Kombinationen zu kontrollieren.

 

Gruppeneinteilungsmethoden

Durch verschiedene Gruppeneinteilungsmethoden lassen sich starre Klassenverhältnisse aufbrechen und eine Aktivierung aller SuS erreichen. Jede Einteilungsmethode ist situationsspezifisch auszuwählen, da Faktoren wie der Vorbereitungsaufwand, die Kosten, der zeitliche Rahmen in der Unterrichtseinheit, Spontanität, die Schülerschaft u.v.m. variieren können. Einige Methoden ermöglichen es der Lehrperson eine für die SuS scheinbar „zufällig“ erfolgte Gruppenzuteilung vorzunehmen, obwohl diese von vornherein intendiert gewesen sein kann.

Experiment

Die Schülerinnen und Schüler sollen zu einer Thematik in einem praktischen Experiment durch Probieren, Untersuchen und Beobachten, neue Sachverhalte erforschen. Dabei geht es in erster Linie um die Selbsttätigkeit der SuS und um die Beantwortung der Frage „Warum?“. Diese Forscherrolle der SuS begünstigt nachhaltiges Lernen.

Es gibt mehrere Phasen des Experimentierens, in die die SuS einbezogen werden:

  1. Begegnung mit dem Phänomen
  2. Hypothesenbildung
  3. Planung des Versuchsaufbaus
  4. Durchführung mit Dokumentation
  5. Auswertung und Erklärung der Zusammenhänge

Experimente müssen unter gleichen Bedingungen wiederholbar und überprüfbar sein.

Beispiel Versuchsprotokoll