Schneeballmethode

Das Ziel dieser Methode ist die Meinungsfindung oder die Reduktion von vielen Meinungen zu einem Gruppenkonsens.

Dazu machen sich die SuS zuerst individuell Gedanken zur gestellten Frage/zum Problem. Danach werden Schülerpaare gebildet, die ihre Meinungen austauschen und diskutieren, sich auf eine (von der Lehrkraft festgelegte) Anzahl von Punkten einigen und diese festhalten. Im Folgenden „rollt der Schneeball weiter“, indem sich je zwei Paare zu einer Gruppe zusammenfinden, ihre Meinungen besprechen, sich auf die wichtigsten Aussagen einigen und sie, z.B. auf einem Plakat, notieren. Ein Gruppensprecher erläutert diese Aussagen im Plenum für die ganze Klasse.

Perspektivenwechsel

Bei dem Perspektivenwechsel geht es darum, sich eine literarische Erzählung aus einem anderen Blickwinkel zu erschließen. Der ausgewählte, literarische Text wird zunächst aufmerksam gelesen, dann werden die Schüler gebeten den Text, oder einen Teil dessen, aus einer anderen Perspektive neu zu schreiben. Hierbei kann beispielsweise ein auktorialer (allwissender) Erzähler in einen Ich-Erzähler umgeschrieben oder die Geschichte aus der Perspektive einer anderen Figur neu erzählt werden.

Lawinendiktat

Bei einem Lawinendiktat erhalten alle Schülerinnen und Schüler der Sitzordnung folgend eine Nummer. Die Lehrkraft diktiert ein bis zwei Sätze, welche die Schülerinnen und Schüler auf ein vor sich liegendes Blatt Papier schreiben und anschließend auf Rechtschreibfehler überprüfen. Nach der Überprüfung werden die beschriebenen Blätter an den Sitznachbarn mit der nächsthöheren Nummer weitergegeben. Zwei weitere Sätze werden von der Lehrkraft diktiert und diese danach wieder auf die Rechtschreibung überprüft. Diese Prozedur wird mehrmals wiederholt, bis sich ein größerer Gesamttext ergeben hat. Zum Schluss geht der Text wieder an die erste Person zurück, die die korrigiert und falsch geschriebenen Wörter noch einmal gründlich betrachtet und reflektiert.

Es ist darauf zu achten, dass alle Fehler reflektiert und berichtigt werden. Andernfalls kann es zu Fehleinprägungen kommen, die sich auch auf die folgenden Lernprozesse auswirken können.

Zukunftswerkstatt

  • von Robert Jungk entwickelte Methode
  • alle Akteure fungieren als Experten
  • pro Gruppe ein zusätzlicher Moderator
  • Ziel: Lösungen für gemeinsam festgelegte Probleme und Herausforderungen finden
  • drei Phasen: Kritikphase, Fantasiephase, Verwirklichungsphase (oft auch vorher eine Vorbereitungsphase und anschließend eine Erprobungsphase (Vgl. http://www.jungk-bibliothek.at/))

Vorbereitungsphase:

Vorstellung der Gruppenmitglieder und ihren Wünschen und Erwartungen an die Zukunftswerkstatt, Klärung der Spielregeln. (Die Spielregeln werden mittels eines Plakats aufgehängt und bildlich dargestellt. Für Schülerinnen und Schüler mit Defiziten im Bereich Lesen).

Kritikphase:

Alle Teilnehmer äußern ihre persönliche Kritik zu einem Thema. Der Moderator kann durch Fragen unterstützen: „Was stört dich?“ unterstützen. Nach Sammlung der Kritikpunkte: Zusammenfassung in Problembereiche, Auswählen der wichtigsten Problembereiche. (Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache können ihre Kritik auch aufmalen oder in Form eines Rollenspiels darstellen)

Fantasiephase:

Jeder äußert Wünsche. Es gibt keine Grenzen der Fantasie. Es wird vereinbart, dass niemand Einwände einbringt. Brainstorming: fanasievolle Lösungsvorschläge ausdenken. Sammlung der Ideen und Ausarbeitung in utopische Entwürfe (Kinder können ihre Wünsche alternativ auch aufmalen oder in Form eines Rollenspiels darstellen).

Verwirklichungsphase:

Zusammenführung der utopischen Entwürfe mit der Realität und Aufzeigen möglicher Umsetzungsschwierigkeiten. Anschließend Anpassung der Entwürfe, sowie Klärung äußerer Rahmenbedingungen, zum Beispiel finanzielle Mittel etc. Verteilung der Aufgaben zur Konkretisierung und möglichen Realisierung des Entwurfs.

Nachbereitungsphase:

Entwicklung von praktisch anwendbaren Utopieentwürfen, Realisierung.

(Vgl. Jungk/ Müllert: 1989)

Denkhüte

In der Gruppe soll ein Thema diskutiert werden. Dazu wird allerdings jedem Schüler/jeder Schülerin eine spezielle Sichtweise zugeordnet, die die eigene Argumentation leiten soll. Dabei gibt es sechs verschiedene Sichtweisen, die durch sechs verschieden farbige Hüte symbolisiert werden. „Der weiße Hut“ soll eine positive Sichtweise haben und vor allem die Vorteile sehen. „Der grüne Hut“ hat ebenfalls eine positive Sichtweise und kann darüber hinaus kreative Ideen einbringen, die über die normalen Denkmaßstäbe hinausgehen. „Der schwarze Hut“ hat eine negative Sichtweise und versucht überall die Nachteile zu suchen. „Der blaue Hut“ leitet die Diskussion und vermittelt zwischen den anderen Teilnehmern. „Der rote Hut“ ist dafür zuständig, die Gefühlsebene aller Diskussionsmitglieder zu erkennen, zu analysieren und gegebenenfalls darauf einzugehen. (Vgl. Uhlenwinkel/Wienecke 2013: S.44f.)

Ideen-Karussell

Eine Problem- oder eine Fragestellung wird in kleinere Teilaspekte unterteilt, die dann auf jeweils einem Blatt Papier notiert werden. Die Lehrkraft hat so viele Blätter vorbereitet, wie Schüler und Schülerinnen da sind. Jeder Schüler erhält dann eines dieser Blätter und notiert seine eigenen Ideen. Anschließend werden die Blätter von Person zu Person im Kreise weitergereicht, so dass weitere Ideen hinzukommen. Nach mehrmaligem Austausch werden die Ideen in der Gesamtgruppe besprochen.

World-Café

Die Grundidee des „World-Café“ ist es, Lernende bzw. Teilnehmer eines Seminars o.Ä. miteinander ins Gespräch zu bringen und so Problem- oder Fragestellungen in Kleingruppen intensiv diskutieren und reflektieren zu können. Dabei ist die Art der Fragestellungen ebenso abhängig von der Bedeutsamkeit für die Lernenden/Teilnehmer wie von deren Interessen. Die Gespräche sollen den ganz alltäglichen Gesprächen in einem Straßen-Café ähneln. Eine Vertiefung der Gespräche wird hier durch das mehrfache Wechseln und Mischen der Lernenden/Teilnehmer ermöglicht. Am Ende wird eine Abschlussrunde im Plenum gehalten, bei der die Lernenden/Teilnehmer ihre Ergebnisse präsentieren.“Die Methode sorgt dafür, dass sich die Seminarteilnehmer schnell und ohne Berührungsängste treffen, kennen lernen und austauschen können“ (Uni Kiel).

Ablauf: Man beginnt mit einer Begrüßung und Erläuterungen zum Ablauf und zur Rolle der Gastgeber. Gastgeber sind die fixen Gesprächsrundenleiter an den jeweiligen Tischen.  In aufeinanderfolgenden Gesprächsrunden von 15-20 Minuten werden an allen Tischen gleichzeitig Frage- oder Problemstellungen besprochen. Die Lernenden schreiben, zeichnen und kritzeln in jeder Runde das nach ihrer Meinung nach Wichtigste auf das Papier. Nach jeder Runde mischen sich die Lernenden neu. Die Gastgeber bleiben an ihrem Tisch, begrüßen die Neuankömmlinge, resümieren das bisher Besprochene und bringen den Diskurs erneut in Gang (vgl. Uni Kiel). World-Café

fullsizerender

Klassenrat

Bei der Methode „Klassenrat“ handelt es sich um eine regelmäßige Versammlung aller Klassenmitglieder. Im Klassenrat haben Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkraft gleichberechtigt die Möglichkeit aktuelle Themen der Schüler/-innen einzubringen. Es werden gruppen-, klassen- oder schulspezifische Probleme besprochen und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Auf diese Weise trägt die Methode zur Konfliktlösung bei und fördert basisdemokratische Entscheidungsprozesse.

Vorbereitung und Regeln:

Der Klassenrat sollte wöchentlich unter Vorsitz eines Kindes stattfinden. Die Ämter (z. B.: Präsident/-in, Protokollant/-in, Zeitwächter/-in und Regelwächter/-in) im Klassenrat werden von den Schülerinnen und Schülern reihum wahrgenommen, sodass jedes Kind die Chance bekommt, die Aufgabe, die mit dem jeweiligen Amt verbunden ist, zu üben. Vorab werden Regeln besprochen, die von allen Kindern akzeptiert werden müssen: Alle Kinder sitzen in einem Sitzkreis und können einander sehen; man spricht sich direkt an; es wird nur gesprochen, wenn man an der Reihe ist; wenn man nicht mehr zuhören kann, sagt man das; es gibt keine Fehler; man bleibt beim Thema.
In einem Briefkasten werden im Verlauf der Woche Themen gesammelt, die die Tagesordnung des Klassenrats bilden. Die Tasgesordnung wird in Form einer Wandzeitung visualisiert. Alle Sitzungen werden protokolliert und die Protokolle werden ausgehängt.
Für die Abstimmungen können verschiedene Verfahren gelten: Konsensbeschlüsse, Mehrheitsbeschlüsse oder differenzierte Beschlüsse. Es ist darauf zu achten, dass individuelle Bedürfnisse und die Kooperation aller nicht in Widerspruch geraten.

Durchführung:

Zu Beginn des Klassenrates könnte eine positive Runde stehen, in der jedes Kind einen positiven Beitrag leistet, zum Beispiel, was oder wessen Verhalten letzte Woche gut gewesen sind. Solch eine positive
Runde sorgt für ein angenehmes Arbeitsklima und schult die Schülerinnen und Schüler darin, nicht nur negative, sondern auch positive Eindrücke zu äußern. Als nächstes werden die Beschlüsse des letzten Klassenrates vorgelesen und auf ihre Umsetzung überprüft. Der Präsident oder die Präsidentin ruft die einzelnen Tagesordnungspunkte auf und gemeinsam wird eine Reihenfolge festgelegt und auf einer Wandzeitung festgehalten. Sollen Konflikte thematisiert werden, sollten die Beteiligten als erste die Möglichkeit haben, sich dazu zu äußern. Dann dürfen auch die anderen Kinder ihre Meinung zur Diskussion beitragen. Am Schluss jeder Diskussion sollte ein Lösungsvorschlag stehen, über den abgestimmt wird. Sind alle Beteiligten mit dem Lösungsvorschlag einverstanden, wird er notiert. Falls nicht, muss ein tragbarer Kompromiss entwickelt und abgestimmt werden. Ziel ist es, immer eine Lösung zu finden, die jedes Kind, vor allem die direkt Beteiligten, mittragen kann.

Kompetenzen der SuS:

Die SuS können im Klassenrat lernen konstruktiv zu kommunizieren, zu argumentieren, zuzuhören und Empathiefähigkeit zu entwickeln. Außerdem lernen sie Selbstreflexion sowie Selbstausdruck und fördern ihre Diskussions- und Leistungskompetenz.

Teekesselchen

Die SuS erkunden Doppeldeutungen von Wörtern (Homonymen) und sollen diese möglichst vage beschreiben.  Zwei Sus überlegen sich zusammen ein Homonym und treten vor das Plenum. Sie beschreiben abwechselnd die verschiedenen Begriffsbedeutungen. z.B. A: Mein Teekesselchen ist aus Metall. / Schüler B: Mein Teekesselchen ist aus Stein (also: „Schloss“). Das Plenum darf dann den Begriff erraten. Wenn sie das nicht schaffen werden die Homonyme weiter beschrieben. Sobald ein Schüler oder eine Schülerin den Begriff errät, darf er oder sie mit einem weiteren Kind eine neue Runde starten.

Die Teekesselchen Methode kann angewandt werden, um das Strukturieren von Wörtern zu fördern oder um die SuS darauf aufmerksam zu machen, das es viele Wörter mit Doppel- oder Mehrfachbedeutungen gibt.

BINGO

Bingo ist ein motivierendes und spannendes Spiel, da zum Wissensfaktor auch Glück zum Gewinnen hinzukommt. Aufgrund der Wettbewerbssituation werden die SuS motiviert, ihre Aufgaben zügig und richtig zu lösen. Die SuS erhalten ein Arbeitsblatt mit einem Quadrat von 4×4 Kästchen. Nun werden 16 Zahlen diktiert. Die SuS tragen diese in beliebiger Reihenfolge in die 16 Felder ein. Anschließend werden Rechenaufgaben gestellt, deren Ergebnis jeweils eine der diktierten Zahl ergibt. Die SuS kreuzen das richtige Ergebnis an. Wer zuerst 4 Ergebnisse senkrecht, waagerecht oder diagonal hat, ruft „Bingo“. Wenn die Ergebnisse stimmen, hat der jeweilige Schüler/Schülerin gewonnen.