Erzählkreis mit verschiedenen Variationen

Beschreibung: Bei der Methode „Erzählkreis“ handelt es sich um eine regelmäßige Versammlung der Klassengemeinschaft, um die Kommunikationskompetenz der SuS aktiv zu fördern. Bei der Methode handelt es sich um ein wiederkehrendes Ritual und sollte nicht ausfallen, auch wenn andere Dinge wichtiger erscheinen. Die SuS sollen lernen, sich anderen mitzuteilen, Gesprächsregeln einzuhalten und den anderen aufmerksam zuzuhören. Auch wenn es sich bei der Methode um ein Ritual handelt ist es wichtig, den SuS immer wieder etwas Neues innerhalb des bestehenden Rituals anzubieten deshalb ist es nötig, verschiedene Variationen in das Ritual einzubauen.

 Regeln/Vorbereitung: Im Vorfeld sollten mit der Klassengemeinschaft Gesprächsregeln erarbeitet und ausführlich besprochen werden. Außerdem sollte auch besprochen werden was passiert, wenn Gesprächsregeln nicht eingehalten werden. Die Regeln sollten mit der Klassengemeinschaft erarbeitet werden, weil es oft für SuS leichter ist, sich an Regeln zu halten wenn sie diese mitgestalten können.

Durchführung: Der Erzählkreis sollte sich für die SUS von dem Unterrichtsalltag abheben, dazu sollte eine privatere Erzählatmosphäre geschaffen werden (Sitzen im Stuhlkreis). Wie bereits erwähnt sollte eine Regelmäßigkeit in der Durchführung der Methode gegeben sein, beispielsweise kann sie als Ritual zum Wochenbeginn genutzt werden. Auf diese Weise bekommen die Lernenden eine Möglichkeit von Erlebnissen zu berichten und es herrscht ein gleichbleibender Einstieg in die Woche. Jeder Schüler und jede Schülerin darf eigenständig entscheiden, was er erzählen möchte. Die Lehrkraft hört aufmerksam zu und greift nur ein, wenn die Gesprächsregeln verletzt werden oder der zeitliche Rahmen gesprengt wird. Die Schülerinnen und Schüler sollen dem Erzählenden aufmerksam zuhören und die Gesprächsregeln einhalten.

Schauspiel

In dem Schauspiel soll die Kreativität und die Gruppendynamik der Schüler und Schülerinnen angeregt werden. Sie sollen dabei bestimmte, ausgewählte Ergebnisse noch einmal reflektieren und überlegen wie diese in einem Schauspiel konkret umgesetzten werden können.

Auf Grundlage eines Buches, Gedichtes, Theaterstückes o.ä. wird mit der gesamten Klasse ein Schauspiel vorbereitet. Dabei können verschiedene Gruppen im Bereich Kostüme, Schauspiel, Musik, Dekoration u.v.m. gebildet werden. Jeder Schüler und jede Schülerin kann sich eigenständig für eine Gruppe entscheiden und seiner Kreativität freien lauf lassen.  Die Lehrkraft kann ihre Gedanken ebenfalls in die Gruppen mit einfließen lassen, sollte jedoch eine passive Haltung einnehmen. Das Schauspiel kann über einen längeren Zeitraum verlaufen und durch einen Auftritt vor Familie, Schule und Freunden präsentiert werden.

Kreuzworträtsel

Bei dem Kreuzworträtsel handelt es sich um ein Buchstabenrätsel, welches eine beliebte Methode zur Festigung bestimmter Begriffe darstellt. Hierbei müssen die Schülerinnen und Schüler Lösungen in ein vorgegebenes Rätselschema eintragen. Dieses Schema besteht aus waagerechten und senkrechten Reihen, die sich so kreuzen, dass sich Überschneidungen von Buchstaben ergeben. Die einzutragenden Lösungsbegriffe lassen sich durch Synonyme, Beschreibungen, Erläuterungen oder Definitionen ermitteln. Innerhalb des Schemas sind einige Buchstabenkästchen besonders gekennzeichnet, sodass die Buchstaben der markierten Kästchen am Ende ein Lösungswort ergeben. Da es sich hierbei um eine Überprüfung der gelernten Inhalte und Begriffe handelt, ist die Methode nach dem Lernen bzw. am Ende einer Unterrichtsstunde oder Einheit einzusetzen.

Bildkartei

Bei der Methode der Bildkartei geht es darum, dass die Lehrkraft eine Menge von Bildern zu einem Thema mitbringt, aus denen die SuS je ein Bild auswählen sollen, mit dem sie, zu einer vorgegebenen Impulsfrage am meisten assoziieren. Diese Assoziationen können sowohl positiv als auch negativ sein. Bei diesem Auswählen der SuS gibt es kein richtig und kein falsch. Diese Methode weckt die Eigeninitiative der SuS und erlaubt es ihnen sich vollkommen angstfrei zu äußern. Positiv an dieser Methode ist, dass alle SuS zu Wort kommen und sich beteiligen müssen. Zudem kann diese Methode zur Motivationsförderung eingesetzt werden, weil das Interesse an den ausgewählten Bildern durch die eigene Auswahl sehr hoch sein kann. Mögliche Themen für diese Methode wären beispielsweise: So sehe ich die Schule und den Unterricht heute, Religion bedeutet für mich, … .

Fantasiegeschichte Kooperation

Diese Methode setzt sich mit den alltäglichen Problemen sowie dem positiven Potenzial bei den SchülerInnen im Klassenraum und/ oder in der Gruppenarbeit auseinander und fördert eine Reflexion bei den Schüler*innen.

Zugrunde gelegt werden zwei verschiedene Bilder. Während das eine Bild Hilfsbereitschaft und Kooperation zeigt, sieht man bei dem anderen Bild  eine egoistischere Verhaltensweise bei Schüler*innen-

Die Lehrkraft bittet die Schüler*innen sich für eines der Bilder zu entscheiden und dazu innerhalb von 15-20 Minuten eine Fantasiegeschichte zu schreiben. Hierbei sollen sie sich in eine der Situationen hineinversetzen und aus der Perspektive einer der Schüler*innen, die abgebildet sind, schreiben. Natürlich können die Schüler*innen ihre eigenen Erfahrungen und Gefühle als Schreibinspiration nutzen. Für eventuelle Schreibhemmungen kann ein kurzer Gedankenaustausch der Schüler*innen mit dem gleichen Bild von Vorteil sein.

Daraufhin werden einige der Fantasiegeschichten aus beiden Bildvorschlägen im Plenum vorgelesen. Bei Bedarf können die Schüler*innen eine beliebige Fantasiegeschichte besprechen oder kommentieren. Außerdem können die Schüler*innen eine der Fantasiegeschichten zum Anlass nehmen ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen kund zu tun. Die Lehrperson sollte schließlich auf beide Bilder eingehen und die Wichtigkeit von Kooperation sowie Kommunikation hervorheben. Abschließend können nochmals Fragen gestellt werden oder Anregungen für zukünftiges Arbeiten ausgetauscht werden.

Das Ziel dieser Methode ist es demnach, egoistisches Verhalten zu reflektieren und die Zusammenarbeit zu fördern. Eine wünschenswerte Erkenntnis wäre also, dass ein Miteinander mehr Stärke bedeutet.

Tafelbildgestaltung

Die Tafelbildgestaltung ist eine der am häufigsten eingesetzten Unterrichtsmethoden. Im Idealfall soll dies ein gemeinsamer Erarbeitungsprozess von der Lehrkraft und den SuS sein. Diese Methode soll den SuS als Informationsmedium und als Lernhilfe dienen, mit der Funktion, die Intensität des Lernens durch optische, visuelle Anreize zu erweitern und zu festigen.

Die Lehrkraft beginnt mit der Themeneinführung und setzt zunächst eine Überschrift an der Tafel fest, die das Hauptthema beinhaltet. Dazu verfügt die Lehrkraft über eine Grobstruktur des Tafelbildes, woran sie sich orientieren kann (Unterrichtsvorbereitung). Die Lehrkraft kann als Einstieg bestimmte Fragen stellen, die mit dem Thema zu tun haben. Die SuS dürfen sich dann mit ihrem Wissen zu den Fragen äußern. Es ist nun die Entscheidung der Lehrkraft, ob die SuS selbst etwas an die Tafel schreiben bzw. zeichnen dürfen, oder ob sie diese Aufgabe übernimmt. Wichtig dabei ist, dass sich das Ergebnis nicht zu sehr von der Grobstruktur der Lehrkraft unterscheidet. Es gilt das Wesentliche des zu behandelnden Themas festzuhalten und mit ggf. leicht verständlichen Bildern/ Zeichnungen zu visualisieren.

Erst am Ende sollten die SuS das Tafelbild abzeichnen, damit sie konzentriert bei der Sache bleiben. Dafür sollte von der Lehrperson genügend Zeit eingeplant werden.

Ein Beispiel für ein strukturiertes und offenes Tafelbild finden Sie in der unten angegebenen Quellenangabe.

Die Hörmaler

In dieser Methode geht es darum Erlebnisse und Eindrücke kreativ auszudrücken und zu reflektieren. Der Fokus liegt hierbei auf der Wahrnehmung von Geräuschen, einer Melodie oder der Stimme einer anderen Person, die die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld einer Aufgabe gehört haben. Aufgrund dieser Wahrnehmung beginnen sie zu malen und verbinden damit Empfindungen, die durch das Hören hervorgerufen werden, mit der kreativen Gestaltung eines Bildes. Dies führt zu dem Namen der Methode „Die Hörmaler“.

Der Vorgang erfolgt z.B. durch eine Melodie, welche die Kinder in der Klassengemeinschaft hören. Aufgrund dieser melodischen Basis und einer Erinnerung, die die Kinder teilen (z.B. ein gemeinsamer Schulausflug), reflektieren die Schüler und Schülerinnen anschließend in Einzelarbeit die Eindrücke und beginnen zu malen. Hierzu falten sie ein Blatt Papier in 4 Kästchen, die sie nummerieren und mit vorgegebenen Stationen des Schulausflugs kreativ gestalten. Dies kann beispielsweise mit der Erinnerung an das gemeinsame Frühstück, dem anschließenden Spaziergang durch den Wald, dem Klettererlebnis und einer anschließenden Mittagspause erfolgen. Anschließend erhalten die Schülerinnen und Schüler genügend Zeit, um ihre Ideen „schön“ auszudrücken, welche dann im Plenum vorgestellt werden. Wichtig ist an dieser Stelle, dass es keine falschen Hörbilder gibt.

Ziel ist es herauszufinden, welche Assoziationen die Schülerinnen und Schüler zu beispielsweise einer gemeinsamen Erinnerung haben und inwiefern sie sich unter Berücksichtigung des Hörens kreativ ausdrücken. Zudem soll die Merkfähigkeit trainiert werden.

 

Malen nach Hören

Die Methode „Malen nach Hören“ bietet sich für jedes Alter und nahezu jedes Unterrichtsfach an. Besonders geeignet sind die Fächer Kunst und Musik. Das „Malen nach Hören“ verlangt keine Leistung von den SuS, sondern soll stattdessen ihre Kreativität, ihre Gedankengänge und ihre Selbstwahrnehmung anregen. Die SuS können sich hierbei ganz sich selbst zuwenden, einen klaren Kopf bekommen und ihre Empfindungen (auch unbewusst) reflektieren.

Generell läuft das Malen nach Hören so ab, dass die SuS zu einer zuvor vom Lehrenden ausgewählten Musik (möglichst länger als ein paar Minuten und ohne Text) mit verschiedenen Farben malen. Sie sind aufgefordert, alles, was ihnen beim Klang der Musik und beim Zuhören durch den Kopf geht, in Farben auszudrücken, ohne sich anschließend erklären zu müssen (aber zu können) und ohne dass das Entstandene bewertet wird. Die SuS können während der Musik beliebig viele Blätter Papier verbrauchen.

Meinungslinie

Für die Meinungslinie zieht man im Klassenraum mit Kreide oder Klebeband eine etwa 6-10 Meter lange Linie an dessen Enden thematisch gegensätzliche Positionierungen angebracht sind. So könnte, angewandt auf den Geschichtsunterricht der 11ten Klasse, zum Beispiel am einen Ende die Aussage stehen: „Bischof Las Casas sprach sich nur dafür aus die Ausbeutung der indigenen Bevölkerung zu unterlassen, um die Expansionsmöglichkeiten des Christentums zu erweitern“ und am anderen Ende könnte es heißen: „Las Casas handelte aus moralisch-religiöser Überzeugung.“.
Die Schülerinnen und Schüler können sich nun je nach dem zu welcher Seite sie nach ihrer persönlichen Überzeugung tendieren auf der Linie physisch positionieren. Dabei können sie sich an die Enden stellen, um ihre volle Zustimmung zur These zu signalisieren oder eine neutralere Position in der Mitte einnehmen.
Nun kommt die Lehrkraft ins Spiel und beginnt die Diskussion voranzutreiben. Zunächst können die Schülerinnen und Schüler, die sich ähnlich positioniert, austauschen. Dann erfragt die Lehrkraft die Gründe für die Positionierung, möglichst an den „extremen“ Enden. Aufgrund der räumlichen Positionierung und des vorigen Meinungsaustausches kann so eine Diskussion zwischen den Meinungsgruppen hergestellt werden. Die Reflexionskompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden dadurch ebenso gestärkt wie Fähigkeit eine Debatte zu führen. Sobald die Diskussion ein sinnvolles Ende gefunden hat kann die Lehrkraft das Thema mit anderen Methoden vertiefen und hat dabei ein Stück weit emotionale und gedankliche Teilnahme erreicht. Die Visualisierung der unterschiedlichen Positionen regt noch mehr zur Diskussion an. Die Schülerinnen und Schüler befinden sich quasi beim Aufstellen bereits räumlich im Meinungsaustausch.

Ankreuzblatt

Mithilfe dieser Methode werden die Meinungen und Überzeugungen einzelner Gruppen sichtbar gemacht, um später darüber zu diskutieren. Die Methode eignet sich sowohl zum Einstieg ins Thema als auch zur Vergewisserung über den Diskussions-/Wissensstand einer Gruppe.

Vorgehensweise:

Die Schülerinnen und Schüler füllen zunächst einzeln das Ankreuzblatt aus. In der erste Spalte werden die einzelnen Teilgebiete eines Themas oder Begriffe aufgelistet. Die anderen Spalten sollen mögliche Positionen/Meinungen zu den Teilgebieten repräsentieren.

Anschließend werden die Ergebnisse in einer Gruppe diskutiert und es wird nach einer Gruppenmeinung gesucht.

Zum Schluss können die Gruppenergebnisse mit anderen Gruppen oder Definitionen verglichen werden.