Malen nach Hören

Die Methode „Malen nach Hören“ bietet sich für jedes Alter und nahezu jedes Unterrichtsfach an. Besonders geeignet sind die Fächer Kunst und Musik. Das „Malen nach Hören“ verlangt keine Leistung von den SuS, sondern soll stattdessen ihre Kreativität, ihre Gedankengänge und ihre Selbstwahrnehmung anregen. Die SuS können sich hierbei ganz sich selbst zuwenden, einen klaren Kopf bekommen und ihre Empfindungen (auch unbewusst) reflektieren.

Generell läuft das Malen nach Hören so ab, dass die SuS zu einer zuvor vom Lehrenden ausgewählten Musik (möglichst länger als ein paar Minuten und ohne Text) mit verschiedenen Farben malen. Sie sind aufgefordert, alles, was ihnen beim Klang der Musik und beim Zuhören durch den Kopf geht, in Farben auszudrücken, ohne sich anschließend erklären zu müssen (aber zu können) und ohne dass das Entstandene bewertet wird. Die SuS können während der Musik beliebig viele Blätter Papier verbrauchen.

Meinungslinie

Für die Meinungslinie zieht man im Klassenraum mit Kreide oder Klebeband eine etwa 6-10 Meter lange Linie an dessen Enden thematisch gegensätzliche Positionierungen angebracht sind. So könnte, angewandt auf den Geschichtsunterricht der 11ten Klasse, zum Beispiel am einen Ende die Aussage stehen: „Bischof Las Casas sprach sich nur dafür aus die Ausbeutung der indigenen Bevölkerung zu unterlassen, um die Expansionsmöglichkeiten des Christentums zu erweitern“ und am anderen Ende könnte es heißen: „Las Casas handelte aus moralisch-religiöser Überzeugung.“.
Die Schülerinnen und Schüler können sich nun je nach dem zu welcher Seite sie nach ihrer persönlichen Überzeugung tendieren auf der Linie physisch positionieren. Dabei können sie sich an die Enden stellen, um ihre volle Zustimmung zur These zu signalisieren oder eine neutralere Position in der Mitte einnehmen.
Nun kommt die Lehrkraft ins Spiel und beginnt die Diskussion voranzutreiben. Zunächst können die Schülerinnen und Schüler, die sich ähnlich positioniert, austauschen. Dann erfragt die Lehrkraft die Gründe für die Positionierung, möglichst an den „extremen“ Enden. Aufgrund der räumlichen Positionierung und des vorigen Meinungsaustausches kann so eine Diskussion zwischen den Meinungsgruppen hergestellt werden. Die Reflexionskompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden dadurch ebenso gestärkt wie Fähigkeit eine Debatte zu führen. Sobald die Diskussion ein sinnvolles Ende gefunden hat kann die Lehrkraft das Thema mit anderen Methoden vertiefen und hat dabei ein Stück weit emotionale und gedankliche Teilnahme erreicht. Die Visualisierung der unterschiedlichen Positionen regt noch mehr zur Diskussion an. Die Schülerinnen und Schüler befinden sich quasi beim Aufstellen bereits räumlich im Meinungsaustausch.

Ankreuzblatt

Mithilfe dieser Methode werden die Meinungen und Überzeugungen einzelner Gruppen sichtbar gemacht, um später darüber zu diskutieren. Die Methode eignet sich sowohl zum Einstieg ins Thema als auch zur Vergewisserung über den Diskussions-/Wissensstand einer Gruppe.

Vorgehensweise:

Die Schülerinnen und Schüler füllen zunächst einzeln das Ankreuzblatt aus. In der erste Spalte werden die einzelnen Teilgebiete eines Themas oder Begriffe aufgelistet. Die anderen Spalten sollen mögliche Positionen/Meinungen zu den Teilgebieten repräsentieren.

Anschließend werden die Ergebnisse in einer Gruppe diskutiert und es wird nach einer Gruppenmeinung gesucht.

Zum Schluss können die Gruppenergebnisse mit anderen Gruppen oder Definitionen verglichen werden.

Mathekonferenz

Die SuS lösen zunächst in Einzelarbeit, ggf. mit Hilfe der bereitgestellten Forschermittel, eine Mathematikaufgabe und dokumentieren ihre Vorgehensweise auf einem Blatt Papier. Das Plakat mit „Tipps für mögliche Satzanfänge und wichtige Wörter“ soll ihnen bei der Beschreibung der Vorgehensweise eine Unterstützung sein. Für die Bearbeitung der Aufgabe benötigen die SuS ausreichend Zeit.

Anschließend werden Kleingruppen von max. 3-4 SuS gebildet, die sich eine ruhige Umgebung suchen, um ihre Lösungswege und -strategien miteinander zu vergleichen und zu diskutieren. Die Kleingruppen wählen eine*n Sprecher*in, der nach der Gruppenphase die Gesprächsergebnisse dem Plenum präsentiert, eine*n Schreiber*in, der die zusammengefassten Gruppenergebnisse dokumentiert und eine*n Zeitwächter*in, der die für die Gruppenarbeit angesetze Zeit im Blick hat. Um den Ablauf besser zu strukturieren und die Kommunikation in der Lerngruppe anzuregen, können die SuS die Leitfragen zur Mathekonferenz nutzen. Die Fragen sollen außerdem den Blick auf die individuellen Lösungswege der Gruppenmitglieder lenken. Die SuS erhalten damit die Möglichkeit, ihre eigenen Lösungswege zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Zum Schluss werden die Gespächsergebnisse dem gesamten Plenum präsentiert. Dabei haben die Zuhörer*innen die Möglichkeit den Gruppen eine Rückmeldung zu geben.

Markt der Ergebnisse

Die SuS werden zunächst in Kleingruppen eingeteilt. Sie erhalten einen schriftlichen Arbeitsauftrag, den sie gemeinsam erarbeiten. Nach der Erarbeitungsphase erstellen sie eine Präsentation ihrer Ergebnisse, die dann im Klassenzimmer oder einem separaten Raum ausgestellt werden.
Die Kleingruppen wählen einen Gruppensprecher, der den „Marktstand“ besetzt, um Auskunft zu geben. Die übrigen Gruppenmitglieder spazieren über den „Markt der Ergebnisse“ und besichtigen die einzelnen Stände. Hier sollen sie sich über die Ergebnisse informieren. Die SuS entscheiden selbst, wie lange sie an den einzelnen Markständen verweilen und müssen Wissen aktiv erfragen.
An jedem „Marktstand“ soll es eine Möglichkeit für eine Rückmeldung geben. Hierfür schreiben die SuS Fragen, Kritikpunkte und positive Wertungen auf ein Kärtchen oder Klebezettel und hinterlegen diesen an dem Marktstand.
Zum Abschluss kehrt jede Gruppe zu ihrem Stand zurück und wertet ihre Rückmeldungen aus. Zusätzlich können diese noch im Plenum besprochen werden.

One-Minute-Paper

Am Ende einer Unterrichtsstunde oder Unterrichtseinheit formuliert die Lehrkraft eine überschaubare Anzahl von Fragen zum zuvor behandelten Thema. Die Schülerinnen und Schüler haben eine Minute Zeit, ihre Gedanken auf Papier zu bringen. Anschließend sammelt die Lehrkraft die Papiere ein und wertet sie aus. In der nächsten Unterrichtsstunde werden offene Fragen und Unklarheiten geklärt.

Kofferpacken

Am Ende der Unterrichtseinheit dient diese Methode dazu, die gesamte Einheit mit der Klasse zu evaluieren. Hierbei können die Teilnehmer sich selbst und der Lehrkraft Rückmeldung geben. Dazu versammeln sich alle in einem Stuhlkreis. Ein großer Bogen Papier wird an die Wand gehängt, auf den ein großer Koffer gezeichnet ist, oder ein echter Koffer wird in den Stuhlkreis gestellt. Die SuS bekommen jeweils einen Stift und Papier und können nun aufschreiben, was sie aus der Einheit in ihren Koffer packen wollen. Ihre Ergebnisse kleben sie abschließend an das Koffersymbol oder legen sie in den mitgebrachten Koffer. Nachdem alle SuS ihre Ergebnisse angebracht haben, wird anschließend das gemeinsame Ergebnis besprochen. In einem ersten Schritt werden dabei die Ergebnisse lediglich unkommentiert betrachtet, bevor in einem zweiten Schritt Unklarheiten geklärt werden können. Diese Evaluation kann als Einstieg für die nächste Stunde genutzt werden. Mithilfe dieser Methode wird ein offener Meinungsaustausch ermöglicht, sowie das Selbstbewusstsein der SuS gestärkt.

Gefühlskreis

Der Gefühlskreis dient zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühl und kann zur Reflexion bestimmter Situationen genutzt werden. Die Schüler und Schülerinnen wählen aus den Karten (Herz, Hand, Stopp) aus und überreichen diese entweder anderen Schülern und Schülerinnen oder dem Lehrer. Diese Handlung wird immer von einer Begründung begleitet. Die Herz Karte steht für ‚Gefällt mir/Ich habe mich über etwas gefreut‘ die Hand Karte steht für ‚ich möchte mich vertragen/entschuldigen‘ und die Stopp-Schild Karte steht für ‚ich habe mich geärgert/bin unzufrieden/bin traurig/finde etwas nicht gut‘.

Würfelfeedback

Die Methode des Würfelfeedbacks wird zum Schluss einer Unterrichtseinheit, eines Tages oder einer Stunde eingesetzt. Dabei werfen nacheinander mehrere Kinder den Würfel und nehmen abhängig von der Augenzahl Stellung zu den dazugehörigen Satzanfängen. Diese wurden zuvor von der Lehrkraft auf einem Plakat vorbereitet oder an die Tafel geschrieben. Die Satzanfänge können je nach Situation und Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler in ihrem inhaltlichen Schwerpunkt und ihrer Komplexität variiert werden.

Sobald die Schülerinnen und Schüler mit der Methode vertraut sind, können diese auch das Würfelfeedback selbst vorbereiten. So werden die Satzanfänge zu Beginn des Würfelfeedbacks selber erarbeitet, indem sich beispielsweise sechs Gruppen bilden, die sich jeweils einen Satzanfang überlegen.

Mögliche Satzanfänge für die gewürfelten Zahlen sind:

  1. Mir hat gut gefallen, dass …
  2. Mir hat nicht so gut gefallen, dass …
  3. Ich konnte heute gut umsetzen, dass …
  4. Ich konnte heute nicht so gut umsetzen, dass …
  5. Beim nächsten Mal könnte ich besser machen, dass …
  6. Ich habe heute gelernt, dass …

Die Reflexion kann beispielsweise zu einer neu gelernten Methode oder einem zuvor behandelten Inhalt durchgeführt werden.

Rollenspiele

In Rollenspielen stellt eine Gruppe aus beliebig vielen Personen eine Situation dar. Kennzeichnend ist hierbei, dass die Akteure eine andere Rolle einnehmen, die sie in dieser Szene verkörpern.

Diese Methode kann zu unterschiedlichen Themen und in verschiedenen Sprachen durchgeführt werden. Es eignen sich vor allem Konfliktthemen, bei denen die Spielenden verschiedene Standpunkte vertreten.

Die Methode lässt sich bei der Umsetzung in drei Phasen gliedern, wobei in der zweiten Phase die Umsetzung des Rollenspiels erfolgt. Dennoch wäre die Methode ohne die anderen Phasen nicht effektiv für den Unterricht.

Nach einer Gruppeneinteilung während der ersten Phase liefert die Lehrperson den Schülerinnen und Schülern wichtige Informationen für die Rollenspiele und den weiteren Unterrichtsverlauf. Darunter fallen Angaben zu dem Zeitmanagement, den Spielcharakteren, der Szene sowie der abschließenden Phase. Diese Anweisungen können sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen. Die schriftliche Aushändigung der Informationen bietet sich an, wenn die jeweiligen Gruppen unterschiedliche Szenen ausarbeiten sollen. Nach der Einführung der Lehrkraft werden die Rollenspiele in Gruppen vorbereitet. Dabei einigen sich die SuS darauf, wer welche Rolle in der Szene übernimmt. Diese Rollenzuteilung kann auch von der Lehrkraft übernommen werden, wenn diese es für notwendig hält. Außerdem machen sich die SuS mit den Spielcharakteren und dessen Motivationen vertraut und arbeiten die Unterschiede der Meinungen heraus. Bevor die Gruppen ihr Rollenspiel präsentieren, wird dieses geprobt und möglicherweise noch verändert. Unterdessen nimmt die Lehrkraft die lernbegleitende Rolle ein, greift jedoch ein, wenn es zu laut wird.

Es folgt die Phase der Durchführung, in der die Gruppen ihre vorbereiteten Rollenspiele aufführen. Währenddessen beobachten die restlichen Gruppen die Vorstellung in Bezug auf die vorgegebenen Kriterien der Lehrkraft. Damit die Präsentation gewürdigt wird, muss die Lehrperson dafür sorgen, dass sich die restlichen Gruppen nicht weiterhin mit ihren Rollenspielen oder anderen Dingen beschäftigen, sondern ihrer Aufgabe als Beobachter*in nachgehen.

Anschließend werden die Beobachtungen in einer Besprechung vorgetragen. Außerdem beschreiben die Akteure, wie sie sich in ihrer Rolle gefühlt haben. Daraus werden Konsequenzen für den Alltag entwickelt und zum Beispiel mögliche Verhaltensweisen und Regeln in bestimmten Situationen erarbeitet.

Rollenspiele können als Einstieg eingesetzt werden, um die SuS spielerisch auf ein neues Thema einzustimmen. Ebenso können gelernte Inhalte während der Erarbeitung in einem Rollenspiel umgesetzt werden. In der Ergebnissicherung findet die Methode in gleicher Weise Verwendung.