Daumenprobe

Beschreibung/ Funktion: Die Daumenprobe ist eine nonverbale Methode, bei der die Lerngruppe mithilfe der Stellung ihres Daumens ihre persönliche Einschätzung bzw. ihre Rückmeldung zu einem Aspekt oder einer Fragestellung anzeigt. Die Methode ist geeignet, um ein Stimmungsbild der gesamten Lerngruppe zu einzelnen Unterrichtsstunden/ Phasen des Unterrichts oder bestimmten Themen zu erhalten. Sie dient vor allem der Lehrperson zur Orientierung und Reflektion.

Durchführung: Die Lehrperson nennt den zu bewertenden Aspekt bzw. die zu beantwortende Fragestellung und erklärt die Antwortmöglichkeiten.  Jede/r Schüler/in gibt dann seine/ ihre Einschätzung/ Rückmeldung mithilfe der Stellung des Daumens an. Mögliche Bedeutungen der Daumenstellung könnten z.B. sein:

Daumen oben: „gut“ oder Zustimmung                                                                            Daumen waagerecht: „mittel“ oder teils/teils oder „weiß ich nicht“                  Daumen unten: „schlecht“ oder Ablehnung

 

 

Sokratisches Gespräch

Das Sokratische Gespräch als eine metakommunikative Gesprächsmethode ermöglicht das strukturierte Philosophieren bereits im Grundschulalter.  Durch festgelegte Regeln und eine neutrale Moderation der Lehrkraft wird nicht nur die verbale Kommunikationskompetenz der SuS innerhalb eines soziales Kontextes geübt, sondern ebenfalls das logische Argumentieren, Reflektieren, sowie das selbstständige Denken erprobt. Die Methode eignet sich bezüglich ethischer Fragestellungen innerhalb des Unterrichts wie z.B. „Was sind eigentlich Träume?“, oder „Ist jeder Mensch gleich wichtig?“. Auch auf der Metaebene bietet das sokratische Gespräch eine kritische Reflexionsplattform als Basis einer thematischen oder sozialen Supervision an. Folgende Regeln sollen dabei den SuS, sowie der Lehrkraft einen transparenten Gesprächsrahmen schaffen:

Regeln für das sokratische Gespräch

  1. Die Lehrer/in sagt ihre Meinung zum Thema nicht.
  2. Die Lehrer/in lenkt das Gespräch am roten Faden entlang, d.h. wir verzetteln uns nicht an Nebenthemen.
  3. Bestreben nach Konsens, d.h. wir versuchen Sätze zu finden, denen alle zustimmen. Jeder sagt aber nur das was er wirklich meint und stimmt nicht deswegen zu weil die Anderen es von ihm erwarten.
  4. Wir beginnen mit einem kleinen Beispiel.
  5. Wir hören dem Anderen genau zu, versuchen zu verstehen und entgegnen unsere Meinung erst dann, wenn wir erklären können was der Andere meint.
  6. Das Metagespräch ist das Gespräch über das Gespräch.Wie ging es uns? Was hat uns gestört? Was war gut?

Ampelfeedback

Kurzbeschreibung: Das sogenannte Ampelfeedback dient der schnellen Rückmeldung der SuS an den Lehrenden.

Durchführung: Die SuS erhalten drei Karten in den Farben einer Ampel (rot,gelb,grün), welche sie hochhalten und dadurch ihre Ansichten vertreten können. Es lässt sich auf klar formulierte Fragestellungen ein deutliches Meinungsbild der gesamten Klasse erstellen. Auch bei Schwierigkeiten oder Unklarheiten in Arbeitsphasen lassen sich die Ampelkarten adäquat auswerten, sodass sofort geholfen werden kann, ohne das Lärm entsteht. Die Lehrkraft kann auf der Grundlage des erhaltenen Feedbacks (direkt/indirekt) den weiteren Unterrichtsverlauf anpassen und modellieren. Die Methode lässt sich sowohl in der Einstiegsphase als Meinungs-/Stimmungsbild, in der Arbeitsphase als Lärmvermeidung als auch in der Ausstiegsphase als Reflexion anwenden. Die Methode ist nicht besonders zeitintensiv und erfolgt meist in nur 5 Minuten. Die Methode stellt allerdings nur ein allgemeines Meinungsbild dar und enthält keine argumentativen Begründungen für das Feedback der SuS.

Differenzierungsmöglichkeiten: Das Ampelfeedback kann zu einer allgemeinen stummen Stimmungslinie um einen Kommentar der SuS ergänzt werden, weshalb sie zu der jeweiligen Beurteilung gelangt sind. Diesen kann die Lehrkraft bei dem stummen Meinungsbild erfragen und bekommt dadurch einen stichprobenartigen Überblick über die Gedanken der SuS. Diese Anregungen können zur Verbesserung und Anpassung des Unterrichts verwendet werden.

Tipps: Die Ampelkarten sollten einlaminiert werden, um Knicke und Malereien auf den Karten präventiv vorzubeugen. Außerdem sollten die Ampelkarten von drei Schülern, die jeweils eine Farbe an jede*n Schüler*in vergeben, ausgeteilt werden. Somit kann Chaos vermieden werden und die Lehrkraft ist entlastet. Nach dem Ampelfeedback/nach der Unterrichtsstunde sollten die Karten von den selben drei SuS wieder eingesammelt werden, da die Karten immer wieder verwendet werden können.

Material: 3 einlaminierte Karten (rot,gelb,grün) pro Schüler*in

Variation: Es ist auch möglich, das sich die SuS mit ihren Ampelkarten nach Farben in verschiedene Ecken des Klassenraumes sortieren und in ihrer Gruppe eine positive Anmerkung sowie einen Verbesserungsvorschlag auswählen. Somit erhält die Lehrkraft ein noch differenzierteres Feedback und kann dieses in folgenden Unterrichtsstunden berücksichtigen. Dabei sollte das Sozialverhalten der Klasse beachtet werden, in wieweit ein solches Feedback nicht zu Chaos führt.

Quellen: meinUnterricht, Methodik & Didaktik, Unterrichtsmaterial. Feedback geben: 5 überzeugende Methoden. Abgerufen von URL: https://www.meinunterricht.de/blog/feedback-methoden-unterricht-schule/ (aufgerufen am 12.07.2020)

Bildervergleich

Die SuS erhalten jeweils zwei Bilder. Diese sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufweisen, damit diese in einer Gegenüberstellung von den SuS verglichen und analysiert werden können. Diese Methode kann im Plenum oder auch in Einzel- oder Partner*innenarbeit durchgeführt werden. Anschließend wird es im Plenum besprochen.

Wandzeitung

Die Wandzeitung ist eine vielfältige und kreative Methode, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren.

Eine Wandzeitung bietet die Möglichkeit der Visualisierung und Dokumentation von bestimmten Themen und Arbeitsprozessen. Zugleich verschafft die Wandzeitung dem Betrachter einen Überblick über ein bestimmtes Thema.

Es können End- und Zwischenergebnisse, Prozesse, Projekte, Meinungen und Informationen dokumentiert werden. Neben dieser inhaltlichen Arbeit ist die Wandzeitung auch geeignet, um Beziehungsarbeit in der Klasse zu leisten. Dies bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler Kritik und Lob mit Hilfe der Wandzeitung zum Ausdruck bringen können, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei, sich eine Meinung zu bilden und diese frei zu äußern. Die Lernenden übernehmen selbst Verantwortung, indem sie die Wandzeitung gestalten und sich daher mit dem Lerngegenstand persönlich verbinden.

 

Klammern klauen

Beschreibung:

Alle [SuS] haben eine Wäscheklammer am Rücken befestigt. In einem eingegrenzten Spielfeld versuchen alle so viele Klammern wie möglich zu „erjagen“. Das Spiel ist beendet, wenn alle Klammern eingesammelt sind. [Sieger*in ist], wer die meisten Klammern erbeutet hat bzw. wer als [Letzte*r] noch [ihre*seine] Klammer am Rücken hat.” (LSB/NTB 2012: 10)

Ziel:

Förderung der Reaktions- und Orientierungsfähigkeit.” (LSB/NTB 2012: 10) Zusätzlich können die SuS durch die Bewegung Abstand zum Unterricht gewinnen und sich im Nachhinein wieder besser konzentrieren, was für viele Bewegungsspiele gilt.

Briefe schreiben

Die Briefmethode im Unterricht ist eine gute Möglichkeit die Schülerinnen und Schüler in bestimmten Kompetenzen wie etwa das Hineinversetzen in andere Personen zu fördern. Die Schüler werden zudem angeregt, sich mit der Lebenswelt auseinander zu setzen und es wird ihnen so die Schreibkultur näher gebracht. Außerdem müssen sie auf ihr Allgemeinwissen zurückgreifen.

Die Schülerinnen und Schüler bekommen von der Lehrkraft einen Text vorgelegt, den sie lesen sollen, sich im Anschluss in eine der Personen im Text hineinversetzen und aus deren Sicht den Brief schreiben. Die Lehrkraft beschreibt die Schwerpunkte, d.h. wie der Brief strukturiert werden soll und an wen er geschrieben wird.

Die SuS können auch einen Brief an andere Mitschüler schreiben, etwa an einer anderen Schule. Anschließend kann der Lehrende die Kompetenzen  der Schüler beurteilen. Wie etwa Rechtschreibung, Allgemeinwissen, Handlungswissen und Empathie.

 

 

Expertenbefragung

In der Expertenbefragung befragen die SuS eine fachkundige Person zu einem bestimmten Thema gemäß ihren Interessen und/oder gestellten Aufgaben. In jedem Fall sollte die Expertenbefragung strukturell geplant, Fragen im Vorfeld gesammelt und u. U. ein Fragenkatalog erstellt werden.

Expertenbefragungen können sowohl in der Schule als auch bei Besuchen von außerschulischen Lernorten durchgeführt werden. Die Lehrkraft moderiert nur zu Beginn einführend organisatorisch und tritt dann in den Hintergrund. Nur bei Gefährdung des Gesamtablaufes oder bei Überforderung der Klasse ist ein Eingreifen sinnvoll.

Um den Lernerfolg zu gewährleisten, sollte die Expertenbefragung in einer Nachbereitung reflektiert und gesammelte Befragungsergebnisse gesichert, korrigiert und verfestigt werden.

Aus einem Gedicht etwas Eigenes machen

Als Grundlage kann jedes erdenkliche Gedicht dienen. Etwas Eigenes daraus zu machen, kann dabei bedeuten, z.B. einen eigenen Text dazu zu verfassen, oder ein Bild zu zeichnen, bzw. zu malen, oder aber auch etwas zu basteln. Die Anforderungen sollten dabei auf die Klassenstufe und das Thema zugeschnitten sein.

Lesestrategien

Lesestrategien dienen zur Förderung des verstehenden Lesens. Die Lesestrategien sollen, nach dem Erlernen, den Schülern und Schülerinnen dazu dienen, Texte selbstständig zu erarbeiten und zu verstehen. Es gibt verschiedene Arten von Lesestrategien.
Ordnende Lesestrategien dienen dazu, Texte zu strukturieren und auf ihre wesentlichen Kernaussagen zu reduzieren.
Elaborierende Lesestrategien sollen dazu genutzt werden, bewusst über die unmittelbare Textebene „hinauszugehen“, um die Inhalte mit Vorwissen, Gefühlen, Meinungen, inneren Bildern etc. der Schüler und Schülerinnen in Beziehung zu setzen.
Die Wiederholenden Lesestrategien, welche eine erneute intensivierte Textauseinandersetzung einleiten sollen, sind gut geeignet, um die Verstehens- und Behaltensleistungen zu vertiefen.