Fiktives Interview

Um einen Text zu erfassen und zu verstehen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das fiktive Interview ist eine davon. Hierbei geht es darum, dass Schüler einen beliebigen Text in ein Interview umwandeln. Dies dient vor allem dazu, den Inhalt des Textes zu verstehen und wichtige Punkte aus dem Text herauszuarbeiten. Die Schüler erstellen zum Beispiel Fragen, die durch den Text beantwortet werden. Zum Schluss kann das Interview auch im Plenum vorgespielt werden (vgl. Scholz 2004, Methodenkarte 12b).

Debatte/ Pro- und Contragespräch

In einer Debatte oder dem Pro- und Contragespräch können unterschiedliche Standpunkte zu einem umstrittenen Thema präsentiert werden. Dies geschieht unter bestimmten, vorher besprochenen Regeln.
Die Schüler haben hierbei die Möglichkeit zu lernen, „ihre eigenen Interessen zu erkennen, sie zu artikulieren, gewaltfreie Formen der Auseinandersetzung zu praktizieren, sich dabei aber auch in andere Positionen hineinzuversetzen, Kompromisse zu schließen und diese zu akzeptieren.“ (Scholz 2004, Methodenkarte 6a)

Freiarbeit

Freiarbeit ist eine Unterrichts- und Lernform die besonders im offenen Unterricht eingesetzt werden kann. In der Freiarbeit hat der Lerner ein hohes Maß an Eigenverantwortung und persönlicher Freiheit. Er setzt sich selbst ein Lernziel und versucht dieses in Eigenleistung zu erreichen.

Klassische, hierachische Strukturen zwischen Lehrenden und Lernenden werden in der Freiarbeit teilweise aufgehoben. Der Lehrende übernimmt bei dieser Methode vermehrt eine Rolle als Begleiter und Berater. Des Weiteren hat er die Aufgabe, den Lernenden ausreichend Materialien und Aufgaben zur Verfügung zu stellen.

Die Themen, die in der Freiarbeit behandelt werden, sollten sich an der Lebenswelt und den Interessen der Lernenden orientieren.

Ein wichtiges Ziel von Freiarbeit ist, das selbstverantwortliche Lernen zu fördern und den Lernenden zu ermöglichen, eigene Lernwege zu entdecken.

Lesetagebuch

In einem Lesetagebuch werden Erstleseeindrücke zu Büchern, Geschichten oder Gedichten von den Lernern in einem Tagebuch festgehalten. Die Schülerinnen und Schüler können spontane Ideen, Fragen, Assoziationen, Bemerkungen oder Kommentare zum Gelesenen in ihrem Lesetagebuch aufschreiben. Auf diese Weise können sie sich mit der Lektüre auseinandersetzen.

Bei der Methode „Lesetagebuch“ ist es wichtig, dass die Lehrerin oder der Lehrer nicht zu stark lenkend eingreift, um den Schülerinnen und Schülern genügend Freiraum zu geben, eigene Ideen zu verwirklichen. Die Lerner haben also die Möglichkeit, relativ frei und offen die für sie wichtigsten Aspekte im Tagebuch festzuhalten. Auf diese Weise kann der Lehrende gut herausfinden, welche Textstellen von den SuS als besonders wichtig empfunden werden, bzw. welche ihnen Schwierigkeiten bereiten.

Mit einem Lesetagebuch können die Lernenden ein erweitertes Textverständnis erreichen und das eigene Leseerlebnis intensivieren, da sie sich mehr mit der Literatur auseinandersetzen.

Laufdiktat

Bei einem Laufdiktat wird ein Text in einzelne Abschnitte geteilt, welche durch die Lehrkraft im Raum an verschiedenen Stellen abgelegt werden. Die Aufgabe der Lernenden ist es, nach vorgegebener Reihenfolge, jeweils zu einem der Abschnitte zu gehen und sich diesen einzuprägen. Danach gehen die Lernenden zu ihrem Sitzplatz und schreiben den Textabschnitt auf.
Bei einem Laufdiktat kann die Zielsetzung entweder die Förderung der Rechtschreibkompetenz oder die Vermittlung von Sachinhalten durch den zu bearbeitenden Text sein.

Buchstaben-Verbindungen

Die Methode „Buchstaben-Verbindungen“ soll Assoziationen zu einem Thema oder zu einem Begriff liefern. Sie ist besonders geeignet als Einstieg in ein neues Thema, um zu überprüfen, auf welchem Stand die SuS sich befinden und über welches Vorwissen sie verfügen.
Diese Methode lässt sich in drei verschiedene Variationen unterteilen (s. Buchstaben-Verbindungen )

  1. Die erste Variante ist das „Alphabet“. Dabei werden zu einem Thema oder Schlagwort Assoziationen gesammelt, die mit den Buchstaben des Alphabets beginnen.
  2. Die zweite Variante „Buchstaben-Impulse“ nutzt die Buchstaben des Schlagwortes, z.B. Freundschaft, als Anfangsbuchstaben für die dazugehörigen Begriffe.
  3. Die dritte Variante ist der „Buchstaben-Impuls“. Bei dieser Variante wird das Impulswort waagerecht geschrieben und die Assoziationen werden senkrecht in dieses Impulswort eingefügt.

Fiktives Interview

Die Methode „Fiktives Interview“ stellt ein Rollenspiel dar, in dem ein Journalist einen Experten oder eine beteiligte Person nach einem Sachverhalt befragt.
Grundlage ist hierbei ein Text (z.B. ein Zeitungsartikel oder ein Sachbericht), der von den Schülerinnen und Schülern gelesen und in Textabschnitte gegliedert wird.
Anschließend stellt Schüler A (Journalist) Fragen, die aus dem Text beantwortet werden. Schüler B (Experte) beantwortet die Fragen, als habe er selbst den Text verfasst bzw. als sei er selbst dabei gewesen.

Fünf-Finger-Methode (vgl. Aßmann Methodenbox 2012)

Die Schüler(innen) malen zunächst den Umriss ihrer Hand auf ein weißes DIN-A4-Blatt. In die einzelnen Finger sollen die Schüler(innen) nun „stichpunktartig verschiedene Aspekte zu einem vom Lehrer vorgegebenen Thema notieren“ (Aßmann Methodenprofi 2012). Jedem Finger wird ein Aspekt zugeordnet. Anschließend werden die Notizen in Partnerarbeit ausgetauscht und verglichen (vgl. Aßmann Methodenprofi 2012).

Ziele: Stichpunkte zu fachlichen Inhalten, Ideen oder Erlebnissen verfassen; Informationen aufnehmen und weitergeben (vgl. Aßmann Methodenprofi 2012)

Das Lerntempo-Duett

Das Lerntempo-Duett ist eine Methode, bei der sich die Schüler wechselseitig Wissen vermitteln, nachdem sie es sich angeeignet haben.
Die Klasse wird in zwei gleichgroße Gruppen eingeteilt, von denen eine Text A, die andere Text B in Einzelarbeit liest. Wichtig ist, dass jeder in seinem individuellen Tempo arbeitet. Zu dem gelesenen Text sollen jeweils Visualisierungen zu Erklärung erstellt werden. Wer fertig ist, signalisiert dies durch Aufstehen vom Platz. Der nächste Schüler der anderen Gruppe, der fertig ist, bildet mit dem Stehenden ein Lerntempo-Duett. Anhand ihrer Visualisierungen erläutern sie sich gegenseitig ihren Text.

Die Methode bietet den Vorteil der einfach umzusetzenden inneren Differenzierung und die Tatsache, dass sich jeder Schüler mal in der Experten- und mal in der Novizenrolle befindet. Dadurch ergibt sich ein Gleichgewicht, in dem aber doch jeder lernen muss, Wissen aufzunehmen und zu vermitteln. Durch die Paarbildung sind sofortige Nachfragen im Gegensatz zur Plenumsarbeit jederzeit möglich.

Eine Voraussetzung für den Erfolg dieser Methode besteht in einem guten Klassenklima. Möglichweise könnte es sonst zu Konkurrenzempfinden kommen, durch das die Schüler sich zu sehr beeilen, weil ihre Lesegeschwindigkeit für alle sichtbar wird.

Die Schüler lernen etwas über ihren eigenen Lernstand (z.B. bezüglich der Lesegeschwindigkeit), erwerben aber auch Sozialkompetenz durch den Austausch mit ihrem Partner.

Es müssen zur Durchführung der Methode mindestens 25 Minuten eingeplant werden, jedoch können auch weit mehr Unterrichtsstunden damit gefüllt werden – je nach Komplexität und Schwierigkeitsgrad der Aufgaben.

Freiflug

Der „Freiflug“ ist eine Methode, um die Kreativität, die Teamfähigkeit und das Kennenlernen einer neuen Gruppe zu stärken. Es geht dabei weniger um Sach- als um Handlungskompetenz, eher um das „Freifliegen“, wodurch ein zwangloser Charakter entsteht. Außerdem verbindet die Teilnehmer die Erfahrung, dass sie aus einigen „gekrakelten“ Zeichnungen ein Gesamtkunstwerk schaffen können, zu dem jedes Teammitglied seinen Teil beigetragen hat.

Die Methode setzt sich aus bis zu 8 stringent aufeinanderfolgenden Schritten zusammen:

  1. Die Teilnehmer schließen die Augen, nachdem sie Blatt und Stift zur Hand genommen haben, und bringen eine einfache Zeichnung zu Papier.
  2. Die Teilnehmer öffnen die Augen und malen ihre Figur bunt aus, betten sie in einen Hintergrund ein etc.
  3. Den Zeichnungen werden 5 Begriffe assoziativ zugeordnet. Es ist hilfreich, dabei verschiedene Wortarten zu fordern.
  4. Gruppenarbeitsphase: Die Teilnehmer erläutern ihren Teammitgliedern, was sie gemalt haben.
  5. Aus den Begriffen aller Teammitglieder wird nun gemeinsam ein Text geschrieben. Dabei kann vom Moderator ein Thema oder auch eine Textart vorgegeben werden.
  6. Nun soll die Gruppe sich eine Möglichkeit der Inszenierung für ihren Text ausdenken. Es ist alles außer bloßem Vorlesen erlaubt und alle Utensilien in der Umgebung dürfen genutzt werden.
  7. Die Inszenierungen werden den anderen Gruppen vorgeführt.
  8. Ggf. kann noch eine Reflexionsphase im Plenum über den Sinn der Methode und die Erfahrungen gemacht werden. Ob dieser Schritt sinnvoll ist, hängt vor allem von der Lerngruppe ab.