Improvisation und Rollenspiel

Improvisation:

Improvisationen können gut genutzt werden, um entweder normale Alltagsgeschehnisse oder auch andere teils konkrete Szenen aus Büchern, Theaterstücken oder Liedern nach zu spielen. Dabei ist es wichtig, dass es kein konkretes „Drehbuch“ gibt, sondern die Situation aus dem Stand heraus nachgestellt wird. Auch die jeweiligen Rollen der Mitspieler/innen werden erst im Kontext gewählt.(Scholz, 2012, S. 36)

Rollenspiel:

Bei dem Rollenspiel werden den Teilnehmern vorher feste Rollen zugewiesen. Dies kann anhand von Melden, Zettel ziehen oder anderen Methoden geschehen.
Bei dem sogenannten freien Rollenspiel ist die Rolle schon vorher festgelegt. Jedoch sind die Eigenschaften und Ähnliches nicht vorgegeben. Die Teilnehmer haben nur ihre Rollenbezeichnung und die vorgegebene Situation.
Bei dem gebundenen Rollenspiel sind die Rollen genauer definiert und haben individuelle festgelegte Charaktereigenschaften.(Scholz, 2012, S. 36)

 

Zukunftswerkstatt

  • von Robert Jungk entwickelte Methode
  • alle Akteure fungieren als Experten
  • pro Gruppe ein zusätzlicher Moderator
  • Ziel: Lösungen für gemeinsam festgelegte Probleme und Herausforderungen finden
  • drei Phasen: Kritikphase, Fantasiephase, Verwirklichungsphase (oft auch vorher eine Vorbereitungsphase und anschließend eine Erprobungsphase (Vgl. http://www.jungk-bibliothek.at/))

Vorbereitungsphase:

Vorstellung der Gruppenmitglieder und ihren Wünschen und Erwartungen an die Zukunftswerkstatt, Klärung der Spielregeln. (Die Spielregeln werden mittels eines Plakats aufgehängt und bildlich dargestellt. Für Schülerinnen und Schüler mit Defiziten im Bereich Lesen).

Kritikphase:

Alle Teilnehmer äußern ihre persönliche Kritik zu einem Thema. Der Moderator kann durch Fragen unterstützen: „Was stört dich?“ unterstützen. Nach Sammlung der Kritikpunkte: Zusammenfassung in Problembereiche, Auswählen der wichtigsten Problembereiche. (Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache können ihre Kritik auch aufmalen oder in Form eines Rollenspiels darstellen)

Fantasiephase:

Jeder äußert Wünsche. Es gibt keine Grenzen der Fantasie. Es wird vereinbart, dass niemand Einwände einbringt. Brainstorming: fanasievolle Lösungsvorschläge ausdenken. Sammlung der Ideen und Ausarbeitung in utopische Entwürfe (Kinder können ihre Wünsche alternativ auch aufmalen oder in Form eines Rollenspiels darstellen).

Verwirklichungsphase:

Zusammenführung der utopischen Entwürfe mit der Realität und Aufzeigen möglicher Umsetzungsschwierigkeiten. Anschließend Anpassung der Entwürfe, sowie Klärung äußerer Rahmenbedingungen, zum Beispiel finanzielle Mittel etc. Verteilung der Aufgaben zur Konkretisierung und möglichen Realisierung des Entwurfs.

Nachbereitungsphase:

Entwicklung von praktisch anwendbaren Utopieentwürfen, Realisierung.

(Vgl. Jungk/ Müllert: 1989)

Erkundung

Ziel der Erkundung: Herausführen des Lernenden aus seinem gewohnten Lernumfeld und außerschulische Lernorte in der Wirklichkeit mit allen Sinnen erfahren. Das zuvor nur theoretisch erlernte Wissen kann durch die Erkundung vor Ort eigenständig überprüft werden. Es soll ein ausgeglichenes Verhältnis von Theorie und Praxis geschafft werden, sodass authentische und realitätsnahe Aufgaben besser von den Kindern aufgenommen und behalten werden können (vgl. Witt: 2013, s.7). Erkundung dient dazu, theoretische Erkenntnisse durch wirklichkeitsnahes Erleben zu vertiefen.

Gruppe: Förderung der Teamfähigkeit und Kommunikation, Entwicklung von Gemeinschaftsgefühl (Sozialkompetenzen) und Umgang mit Materialien wie Kamera, Texten usw. (Fachkompetenz)

Unterschied zur Exkursion: den Lernenden ist keine Aufgabenstellung vorgegeben, sodass Selbstbestimmung ein elementarer Bestandteil der Erkundung ist.

(Vgl. http://www.bpb.de/methodik/DJN1Z4,0,0,1_Erkundung.html)

Denkhüte

In der Gruppe soll ein Thema diskutiert werden. Dazu wird allerdings jedem Schüler/jeder Schülerin eine spezielle Sichtweise zugeordnet, die die eigene Argumentation leiten soll. Dabei gibt es sechs verschiedene Sichtweisen, die durch sechs verschieden farbige Hüte symbolisiert werden. „Der weiße Hut“ soll eine positive Sichtweise haben und vor allem die Vorteile sehen. „Der grüne Hut“ hat ebenfalls eine positive Sichtweise und kann darüber hinaus kreative Ideen einbringen, die über die normalen Denkmaßstäbe hinausgehen. „Der schwarze Hut“ hat eine negative Sichtweise und versucht überall die Nachteile zu suchen. „Der blaue Hut“ leitet die Diskussion und vermittelt zwischen den anderen Teilnehmern. „Der rote Hut“ ist dafür zuständig, die Gefühlsebene aller Diskussionsmitglieder zu erkennen, zu analysieren und gegebenenfalls darauf einzugehen. (Vgl. Uhlenwinkel/Wienecke 2013: S.44f.)

Ideen-Karussell

Eine Problem- oder eine Fragestellung wird in kleinere Teilaspekte unterteilt, die dann auf jeweils einem Blatt Papier notiert werden. Die Lehrkraft hat so viele Blätter vorbereitet, wie Schüler und Schülerinnen da sind. Jeder Schüler erhält dann eines dieser Blätter und notiert seine eigenen Ideen. Anschließend werden die Blätter von Person zu Person im Kreise weitergereicht, so dass weitere Ideen hinzukommen. Nach mehrmaligem Austausch werden die Ideen in der Gesamtgruppe besprochen.

World-Café

Die Grundidee des „World-Café“ ist es, Lernende bzw. Teilnehmer eines Seminars o.Ä. miteinander ins Gespräch zu bringen und so Problem- oder Fragestellungen in Kleingruppen intensiv diskutieren und reflektieren zu können. Dabei ist die Art der Fragestellungen ebenso abhängig von der Bedeutsamkeit für die Lernenden/Teilnehmer wie von deren Interessen. Die Gespräche sollen den ganz alltäglichen Gesprächen in einem Straßen-Café ähneln. Eine Vertiefung der Gespräche wird hier durch das mehrfache Wechseln und Mischen der Lernenden/Teilnehmer ermöglicht. Am Ende wird eine Abschlussrunde im Plenum gehalten, bei der die Lernenden/Teilnehmer ihre Ergebnisse präsentieren.“Die Methode sorgt dafür, dass sich die Seminarteilnehmer schnell und ohne Berührungsängste treffen, kennen lernen und austauschen können“ (Uni Kiel).

Ablauf: Man beginnt mit einer Begrüßung und Erläuterungen zum Ablauf und zur Rolle der Gastgeber. Gastgeber sind die fixen Gesprächsrundenleiter an den jeweiligen Tischen.  In aufeinanderfolgenden Gesprächsrunden von 15-20 Minuten werden an allen Tischen gleichzeitig Frage- oder Problemstellungen besprochen. Die Lernenden schreiben, zeichnen und kritzeln in jeder Runde das nach ihrer Meinung nach Wichtigste auf das Papier. Nach jeder Runde mischen sich die Lernenden neu. Die Gastgeber bleiben an ihrem Tisch, begrüßen die Neuankömmlinge, resümieren das bisher Besprochene und bringen den Diskurs erneut in Gang (vgl. Uni Kiel). World-Café

fullsizerender

Info-Ecke

Info-Ecken sind eine Methode, mit der die Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern zur weitgehend selbstständigen Informationsbeschaffung verhelfen kann.

Vorbereitung: Die Lehrkraft stellt geeignetes Informationsmaterial zu einem bestimmten Themenkomplex zusammen. Unterschiedliche Facetten des Themas und verschiedene Medien sollten berücksichtigt werden (Bücher, Bilder, Zeitschriften, Interviews, Karikaturen, Videos, …). Die unterschiedlichen Materialien werden nach Thema im Klassenraum verteilt und bilden so die Info-Ecken.

Durchführung: Die Schülerinnen und Schüler bekommen Rechercheaufträge. Bei Bedarf gehen sie selbstständig zu den Info-Ecken, um zu forschen und ihre Aufgaben zu bearbeiten. Die Schülerinnen und Schüler können die Aufgaben in Einzel-, Partner- oder Kleingruppenarbeit bearbeiten.

Teekesselchen

Die SuS erkunden Doppeldeutungen von Wörtern (Homonymen) und sollen diese möglichst vage beschreiben.  Zwei Sus überlegen sich zusammen ein Homonym und treten vor das Plenum. Sie beschreiben abwechselnd die verschiedenen Begriffsbedeutungen. z.B. A: Mein Teekesselchen ist aus Metall. / Schüler B: Mein Teekesselchen ist aus Stein (also: „Schloss“). Das Plenum darf dann den Begriff erraten. Wenn sie das nicht schaffen werden die Homonyme weiter beschrieben. Sobald ein Schüler oder eine Schülerin den Begriff errät, darf er oder sie mit einem weiteren Kind eine neue Runde starten.

Die Teekesselchen Methode kann angewandt werden, um das Strukturieren von Wörtern zu fördern oder um die SuS darauf aufmerksam zu machen, das es viele Wörter mit Doppel- oder Mehrfachbedeutungen gibt.

Stationenarbeit

Beim Stationen-Lernen oder der themenbezogenen Freiarbeit sind an verschiedenen Positionen im Raum, den sogenannten „Lernstationen“, handlungsorientierte Arbeitsaufträge unterschiedlicher Art ausgelegt, die nacheinander von den Lernenden bearbeitet werden. Die Aufträge können in einem thematischen Zusammenhang stehen, dürfen aber auch unabhängig voneinander und in unterschiedlicher Reihenfolge bearbeitet werden. Dadurch erhalten die Lernenden die Möglichkeit, ihren Lernweg entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten selbst zu steuern. Beim Stationen lernen wird durch Art und Auswahl der Aufträge die Vielfalt möglicher Zugänge zum Stoff betont. Innerhalb einer vorgegeben Zeit können die Kinder zum Teil selbst den Umfang und Schwierigkeitsgrad ihrer Aufgabe wählen, sowie den Arbeitsrhythmus und die Sozialform festsetzten. Stationen lernen setzt auf selbstverantwortliches, zielorientiertes Arbeiten in regelgeleiteter Atmosphäre, auf Kooperation der Schüler und Schülerinnen in Partner- oder Gruppenarbeit. Die Methode weist den Lernenden eine aktive und verantwortungsvolle Rolle innerhalb des Lernprozesses zu. Stationen lernen wird besonders empfohlen zur Vertiefung von Wissen, zur Übung und im Rahmen von fächerübergreifendem Unterricht.

Forschertagebuch

Die Schülerinnen und Schüler sollen selbständig eine Dokumentation ihrer eigenen Beobachtungen, Empfindungen, Erwartungen und Erkenntnissen, begleitend während eines Projekts, in Form eines Tagebuchs festhalten. Dabei können sie sehr individuell und kreativ an ihren Aufgaben arbeiten. Die Aufgaben befinden sich auf Arbeitsblättern und sind manchmal offen und auch komplex. Außerdem passen sie thematisch in die Unterrichtseinheit und können wiederum einzeln mit vielen anderen Methoden erarbeitet werden. Es sollten Teilergebnisse festgehalten und Arbeitsprozesse reflektiert werden. Das Forschertagebuch kann mit einem selbstangefertigten Deckblatt passend zum jeweiligen Thema versehen werden.