Erzählkreis mit verschiedenen Variationen

Beschreibung: Bei der Methode „Erzählkreis“ handelt es sich um eine regelmäßige Versammlung der Klassengemeinschaft, um die Kommunikationskompetenz der SuS aktiv zu fördern. Bei der Methode handelt es sich um ein wiederkehrendes Ritual und sollte nicht ausfallen, auch wenn andere Dinge wichtiger erscheinen. Die SuS sollen lernen, sich anderen mitzuteilen, Gesprächsregeln einzuhalten und den anderen aufmerksam zuzuhören. Auch wenn es sich bei der Methode um ein Ritual handelt ist es wichtig, den SuS immer wieder etwas Neues innerhalb des bestehenden Rituals anzubieten deshalb ist es nötig, verschiedene Variationen in das Ritual einzubauen.

 Regeln/Vorbereitung: Im Vorfeld sollten mit der Klassengemeinschaft Gesprächsregeln erarbeitet und ausführlich besprochen werden. Außerdem sollte auch besprochen werden was passiert, wenn Gesprächsregeln nicht eingehalten werden. Die Regeln sollten mit der Klassengemeinschaft erarbeitet werden, weil es oft für SuS leichter ist, sich an Regeln zu halten wenn sie diese mitgestalten können.

Durchführung: Der Erzählkreis sollte sich für die SUS von dem Unterrichtsalltag abheben, dazu sollte eine privatere Erzählatmosphäre geschaffen werden (Sitzen im Stuhlkreis). Wie bereits erwähnt sollte eine Regelmäßigkeit in der Durchführung der Methode gegeben sein, beispielsweise kann sie als Ritual zum Wochenbeginn genutzt werden. Auf diese Weise bekommen die Lernenden eine Möglichkeit von Erlebnissen zu berichten und es herrscht ein gleichbleibender Einstieg in die Woche. Jeder Schüler und jede Schülerin darf eigenständig entscheiden, was er erzählen möchte. Die Lehrkraft hört aufmerksam zu und greift nur ein, wenn die Gesprächsregeln verletzt werden oder der zeitliche Rahmen gesprengt wird. Die Schülerinnen und Schüler sollen dem Erzählenden aufmerksam zuhören und die Gesprächsregeln einhalten.

Fantasiegeschichte Kooperation

Diese Methode setzt sich mit den alltäglichen Problemen sowie dem positiven Potenzial bei den SchülerInnen im Klassenraum und/ oder in der Gruppenarbeit auseinander und fördert eine Reflexion bei den Schüler*innen.

Zugrunde gelegt werden zwei verschiedene Bilder. Während das eine Bild Hilfsbereitschaft und Kooperation zeigt, sieht man bei dem anderen Bild  eine egoistischere Verhaltensweise bei Schüler*innen-

Die Lehrkraft bittet die Schüler*innen sich für eines der Bilder zu entscheiden und dazu innerhalb von 15-20 Minuten eine Fantasiegeschichte zu schreiben. Hierbei sollen sie sich in eine der Situationen hineinversetzen und aus der Perspektive einer der Schüler*innen, die abgebildet sind, schreiben. Natürlich können die Schüler*innen ihre eigenen Erfahrungen und Gefühle als Schreibinspiration nutzen. Für eventuelle Schreibhemmungen kann ein kurzer Gedankenaustausch der Schüler*innen mit dem gleichen Bild von Vorteil sein.

Daraufhin werden einige der Fantasiegeschichten aus beiden Bildvorschlägen im Plenum vorgelesen. Bei Bedarf können die Schüler*innen eine beliebige Fantasiegeschichte besprechen oder kommentieren. Außerdem können die Schüler*innen eine der Fantasiegeschichten zum Anlass nehmen ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen kund zu tun. Die Lehrperson sollte schließlich auf beide Bilder eingehen und die Wichtigkeit von Kooperation sowie Kommunikation hervorheben. Abschließend können nochmals Fragen gestellt werden oder Anregungen für zukünftiges Arbeiten ausgetauscht werden.

Das Ziel dieser Methode ist es demnach, egoistisches Verhalten zu reflektieren und die Zusammenarbeit zu fördern. Eine wünschenswerte Erkenntnis wäre also, dass ein Miteinander mehr Stärke bedeutet.

Rettungsleine (Rettungsleiter)

Es wird eine Rettungsleine senkrecht nach unten hängend an einem gut sichtbaren Ort platziert. In der Nähe, wenn möglich daneben, wird ein Schwimmring befestigt, an dem Wäscheklammern mit den Namen der SuS sind.

SuS, die Hilfe benötigen, gehen zur Rettungsleine und befestigen ihre Wäscheklammer in einer festen Reihenfolge (von oben nach unten). Wer sich vordrängelt, wird wieder nach unten gesetzt. Hier kontrollieren sich die SuS meist selbst sehr streng. Ein*e Schüler*in, welche*r Hilfe erhalten hat oder in der Wartezeit selbst auf eine Lösung kam, hängt seine Wäscheklammer wieder selbst an den Schwimmring.

Die Rettungsleine ist immer da und die SuS können diese prinzipiell immer nutzen.

Wichtig ist es, vorher die Regeln im Umgang mit der Rettungsleine mit den SuS zu klären und diese in Worten oder Symbolen in der Nähe der Rettungsleine anzubringen.

  • Vorher: Ich überlege eine Minute, bevor ich zum Schwimmreifen gehe
  • Am Seil: Ich achte auf die Reihenfolge
  • Nachher: Ich nehme die Klammer vom Seil und befestige sie wieder am Schwimmring

Mit dieser Methode hat die Lehrkraft die Möglichkeit, auf die SuS, die Fragen haben oder eine zusätzliche Erklärung benötigen, der Reihe nach einzugehen. Alle behalten optisch stets den Überblick, wer als nächstes dran ist. Wenn ein*e Schüler*in während der Wartezeit selbst auf eine Lösung kommt, nimmt er*sie die Wäscheklammer mit Namen von der Leine. So erledigen sich manche anfangs dringenden Nachfragen von selbst, die Lehrkraft kann sich den SuS widmen, die wirklich Probleme haben. Alle fühlen sich betreut, da das Angebot jedem offen steht, der wirklich gerade nicht mehr weiterkommt und eine Minute nachgedacht hat.

Die Hörmaler

In dieser Methode geht es darum Erlebnisse und Eindrücke kreativ auszudrücken und zu reflektieren. Der Fokus liegt hierbei auf der Wahrnehmung von Geräuschen, einer Melodie oder der Stimme einer anderen Person, die die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld einer Aufgabe gehört haben. Aufgrund dieser Wahrnehmung beginnen sie zu malen und verbinden damit Empfindungen, die durch das Hören hervorgerufen werden, mit der kreativen Gestaltung eines Bildes. Dies führt zu dem Namen der Methode „Die Hörmaler“.

Der Vorgang erfolgt z.B. durch eine Melodie, welche die Kinder in der Klassengemeinschaft hören. Aufgrund dieser melodischen Basis und einer Erinnerung, die die Kinder teilen (z.B. ein gemeinsamer Schulausflug), reflektieren die Schüler und Schülerinnen anschließend in Einzelarbeit die Eindrücke und beginnen zu malen. Hierzu falten sie ein Blatt Papier in 4 Kästchen, die sie nummerieren und mit vorgegebenen Stationen des Schulausflugs kreativ gestalten. Dies kann beispielsweise mit der Erinnerung an das gemeinsame Frühstück, dem anschließenden Spaziergang durch den Wald, dem Klettererlebnis und einer anschließenden Mittagspause erfolgen. Anschließend erhalten die Schülerinnen und Schüler genügend Zeit, um ihre Ideen „schön“ auszudrücken, welche dann im Plenum vorgestellt werden. Wichtig ist an dieser Stelle, dass es keine falschen Hörbilder gibt.

Ziel ist es herauszufinden, welche Assoziationen die Schülerinnen und Schüler zu beispielsweise einer gemeinsamen Erinnerung haben und inwiefern sie sich unter Berücksichtigung des Hörens kreativ ausdrücken. Zudem soll die Merkfähigkeit trainiert werden.

 

Kugellager

Mit der Kugellager-Methode soll ein Meinungsaustausch innerhalb der ganzen Gruppe stattfinden. Die SuS kommen mit verschiedenen Mitschüler*innen in Kontakt, das Gespräch findet jedoch mit nur einem*einer Partner*in statt. Eine wichtige Voraussetzung bei der Durchführung der Kugellager-Methode ist eine gerade Anzahl an SuS. Zu Beginn werden zwei Sitzkreise gebildet, ein Innen- und ein Außenkreis, so dass jede*r Schüler*in einen Gegenüber hat. Mit einem akustischen Signal wird das Partnergespräch freigegeben. Die SuS tauschen sich mit ihrem*ihrer Partner*in über das Thema aus. Nach einigen Minuten gibt die Lehrkraft erneut ein akustisches Signal, die SuS des Innenkreises rutschen daraufhin zwei Plätze im Uhrzeigersinn weiter. Mit dem*der neuen Partner*in können die SuS dann erneut über das Thema diskutieren.

Mathekonferenz

Die SuS lösen zunächst in Einzelarbeit, ggf. mit Hilfe der bereitgestellten Forschermittel, eine Mathematikaufgabe und dokumentieren ihre Vorgehensweise auf einem Blatt Papier. Das Plakat mit „Tipps für mögliche Satzanfänge und wichtige Wörter“ soll ihnen bei der Beschreibung der Vorgehensweise eine Unterstützung sein. Für die Bearbeitung der Aufgabe benötigen die SuS ausreichend Zeit.

Anschließend werden Kleingruppen von max. 3-4 SuS gebildet, die sich eine ruhige Umgebung suchen, um ihre Lösungswege und -strategien miteinander zu vergleichen und zu diskutieren. Die Kleingruppen wählen eine*n Sprecher*in, der nach der Gruppenphase die Gesprächsergebnisse dem Plenum präsentiert, eine*n Schreiber*in, der die zusammengefassten Gruppenergebnisse dokumentiert und eine*n Zeitwächter*in, der die für die Gruppenarbeit angesetze Zeit im Blick hat. Um den Ablauf besser zu strukturieren und die Kommunikation in der Lerngruppe anzuregen, können die SuS die Leitfragen zur Mathekonferenz nutzen. Die Fragen sollen außerdem den Blick auf die individuellen Lösungswege der Gruppenmitglieder lenken. Die SuS erhalten damit die Möglichkeit, ihre eigenen Lösungswege zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Zum Schluss werden die Gespächsergebnisse dem gesamten Plenum präsentiert. Dabei haben die Zuhörer*innen die Möglichkeit den Gruppen eine Rückmeldung zu geben.

Rechenolympiade

Die „Rechenolympiade“ bietet zur Wiederholung verschiedene Übungsbereiche und Aufgabenformate und stärkt die Konzentrationsfähigkeit. Die Aufgaben sind gestaffelt in die unterschiedlichen Anforderungsbereiche und werden der Reihe nach gelöst. Bevor das Ergebnis der jeweiligen Aufgabe aufgeschrieben werden darf, müssen die Schülerinnen und Schüler zuerst zur Tür rennen, diese berühren und zurück rennen. Nachdem das Ergebnis aufgeschrieben wurde, rennt der nächste der Gruppe zur Tür, bevor das Ergebnis notiert werden darf usw. Ist eine Gruppe fertig und ruft Stopp, ist die Zeit für alle abgelaufen und es darf nicht mehr weitergerechnet werden. Die Aufgabenbögen werden zur Korrektur an eine andere Gruppe weitergegeben. Die Lehrkraft teilt die Lösungsbögen aus, damit die Gruppenlösungen mit dem Lösungsbogen verglichen werden können. So kontrollieren die Gruppen nicht ihre eigenen Aufgaben, sondern die der anderen. Die Gruppe mit den meisten richtigen Aufgaben, hat gewonnen. Der Wettkampfcharakter wirkt motivierend.

Collage

Die Lehrperson unterteilt die Klasse in gleichgroße Gruppen. Die Gruppen sollen jeweils zu einem bestimmten Thema (zum Beispiel als Sicherung) eine Collage erstellen. Dazu verwenden sie die gegebenen Materialien und kleben aus diesen eine Ideensammlung auf ihr Plakat. Zusätzlich können handschriftliche Elemente ergänzt werden. Insgesamt sollte eine strukturelle Übersicht entstehen. Wenn alle Gruppen fertig sind, stellt jede ihre Collage der Klasse vor.

Größen-Duett

Zunächst muss für jedes Schülerpaar ein komplettes Kartenspiel hergestellt werden. Dieses beinhaltet 10 Kartenpärchen mit zusammengehörigen Bildmotiven und Zahlen. Die Aufgabenstellung muss anhand der dazugehörigen Materialien verständnisvoll von der Lehrkraft erklärt werden. Es werden jeweils 2 Mitspieler in einer Gruppe benötigt, diese werden eingeteilt.

Spielanleitung: Zu Beginn sollen die SuS die Karten verdeckt auf dem Tisch verteilen. Ein*e Schüler*in beginnt das Spiel und dreht zwei Karten um, dieser Spielzug wird abwechselnd von ihnen durchgeführt. Sie müssen versuchen, so viele Paare wie möglich zu bekommen. Die Karten sind farbig umrahmt, daran können die SuS erkennen, ob sie die richtigen Pärchen gefunden haben.

Bei diesem Spiel handelt es sich um eine Variation zum klassischen Memoryspiel. Diese Methode bietet eine Abwechslung zu anderen Lernmethoden und kann als Gedächtnistraining, oder auch zur Auflockerung von Lernprozessen eingesetzt werden. Der Einsatz aller Sinne, Kreativität und Konzentration nimmt dabei einen zentralen Stellenwert ein. In diesem Fall ist die Entwicklung vom Spaß am Lernen, das Einprägen und Verarbeiten von Lernstoff wie Zahlen und Längen vorrangig. Weiterhin kann man hiermit die Partnerarbeit unter den SuS fördern.

 

 

Interview

Das Interview ist eine Methode, bei der es eine*n Interviewer*in (Fragende*n) und eine*n Interviewte*n (Befragte*n) gibt. Damit der Begriff des Interviews und die Aufgabenbereiche eines Interviewers klar für die SuS werden, kann ein Infoblatt zur gemeinsamen oder zur Erarbeitung in Kleingruppen in die Klasse gegeben werden.

Nach der Erarbeitung des Infoblattes erarbeiten die SuS sich in Kleingruppen (gebildet nach Interessengebiet oder Leistung), welche Person sie zu welchem Thema und an welchem Ort interviewen wollen. Hierzu gehören Fragen, die sie gemeinsam formulieren. Hilfreich kann dabei eine Checkliste sein, die die SuS abarbeiten.
Bevor die Fragen explizit formuliert werden können, sollen die SuS die zu befragende Person (Schüler*in, Hausmeister*in, Schulsekretär*in) aufsuchen und in einem Gespräch erfragen, ob sie zu einem Interview bereit wären und zu welchen Themenbereichen sie befragt werden können. Bei der Erarbeitung der Fragen für das Interview kann ein Arbeitsblatt unterstützen, welches die verschiedenen Fragearten kategorisiert.

Die SuS suchen einen geeigneten Ort für das Interview aus unter Berücksichtigung der Aspekte aus dem Text.
Falls das Interview gefilmt werden soll, sollten auch die folgenden Punkte des Infoblattes und die dazugehörigen Arbeitsblätter zum Thema „Funktionen der Kamera“ und „Lösung Kamerafunktionen“ abgearbeitet werden.
Während der Durchführung des Interviews sollten mindestens zwei SuS anwesend sein. Eine*r der SuS sollte die Fragen während des Interviews stellen, ein*e andere*r SuS sollte die Kamera bedienen. Hilfreich kann ein Notizblatt sein, auf dem die zu stellenden Fragen notiert sind (notizblatt_interview).

Nach Beendigung des Interviews finden Nacharbeiten statt, wie zum Beispiel das Verschriftlichen des Interviews. Hierzu wird das mit der Kamera aufgezeichnete Interview abgespielt und die Fragen, wie auch die Antworten dem Wortlaut entsprechend am Computer abgetippt. So kann das Interview auch in einer Schülerzeitung abgedruckt und gelesen werden.

Beispiele für Arbeitsaufgaben zur Erarbeitung eines Interviews finden sie unter folgendem Link.