Expertenbefragung

In der Expertenbefragung befragen die SuS eine fachkundige Person zu einem bestimmten Thema gemäß ihren Interessen und/oder gestellten Aufgaben. In jedem Fall sollte die Expertenbefragung strukturell geplant, Fragen im Vorfeld gesammelt und u. U. ein Fragenkatalog erstellt werden.

Expertenbefragungen können sowohl in der Schule als auch bei Besuchen von außerschulischen Lernorten durchgeführt werden. Die Lehrkraft moderiert nur zu Beginn einführend organisatorisch und tritt dann in den Hintergrund. Nur bei Gefährdung des Gesamtablaufes oder bei Überforderung der Klasse ist ein Eingreifen sinnvoll.

Um den Lernerfolg zu gewährleisten, sollte die Expertenbefragung in einer Nachbereitung reflektiert und gesammelte Befragungsergebnisse gesichert, korrigiert und verfestigt werden.

Zuruffrage

Die Lehrkraft stellt eine gut verständliche Frage an die Klasse. Diese wird auch visuell an der Tafel oder auf einer Overheadfolie dargestellt, damit die SuS diese im Laufe der Methode nochmals nachlesen können bzw. ggf. SuS mit Förderschwerpunkten diese nochmals anders präsentiert bekommen.

Im weiteren Verlauf werden die SuS dazu angeregt, ihre Antworten auf die Frage hereinzurufen. Die Antworten werden dann bspw. durch die Lehrkraft neben der schriftlich notierten Frage festgehalten.

Die SuS sollen besonders zu spontanen Äußerungen und Handlungen angeregt werden. Hierbei greift kein ordnendes Prinzip, sondern die Spontanität bestimmt die Methode.

WWW-Methode

Die Methode soll den SuS ermöglichen konstruktiv Feedback zu geben und anzunehmen. WWW steht hier für Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch. Sie sollen formulieren, wie sie etwas wahrnehmen und dazu Ich-Botschaften verwenden. Dann  sagen sie, wie sich das Wahrgenommene auf sachlicher und emotionaler Ebene auswirkt. Zuletzt formulieren die SuS einen Wunsch für die Zukunft, indem sie Änderungsvorschläge oder Lösungen darbieten.

Die Methode hat Ähnlichkeit mit dem ‚Feedback‘ ist jedoch durch die festgelegten Teilaspekte fokussierter auf bestimmte Aspekte des ‚Feedback‘.

Modellbau

Die Schüler*innen sollen ein Modell eines vorher vorgestellten oder eines imaginär beschriebenen Sachgegenstands herstellen und nutzen dazu mathematische Fähigkeiten, sowie die Möglichkeit auszuprobieren. Am Ende soll nicht ein mathematisch korrektes Produkt stehen (zumindest nicht in der Primarstufe), sondern ein mögliches Ebenbild des Gegenstands.

Fantasiereise

So geht es:

„Die Fantasiereise ist ein meditatives Verfahren, mit dem Phasen der Ruhe und Entspannung in das Unterrichtsgeschehen eingebaut werden. Der Lehrer erzählt eine Geschichte oder liest einen Text vor. Die Schüler und Schülerinnen verhalten sich still  während dieser Methode. Sie lauschen der Stimme  der Lehrerin bzw. des Lehrers.  Diese kann durch Musik unterstützt werden.“  (Mattes, 2006, S.43-44)

Steckbrief (als Plakat)

Die Lehrperson erklärt zunächst die Herangehensweise. Hierzu verwendet sie unterstützend ein Beispielplakat und eine Checkliste, mit den Regeln zur Erstellung eines Steckbriefes/Plakats. Dann gibt die Lehrperson ggf. den Informationstext vor, aus dem die Schüler*innen sich die nötigen Informationen heraussuchen müssen. Eine andere Möglichkeit wäre es,  Material für die Recherche bereitzustellen oder die Möglichkeit bieten einen Computerraum oder ähnliches zu nutzen. Bevor die Schüler*innen  das Plakat gestalten können, müssen sie sich ausreichend über ihr Thema informieren. Steckbriefe können sinnvoll sein, um z.B. verschiedene Tierarten kennenzulernen und zu vergleichen. Wenn genügend Informationen gesammelt wurden, wird zunächst ein Entwurf des Pakts erstellt. Gegliedert wird das Plakat, wie für einen Steckbrief üblich, in verschiedene Unterpunkte. Bei Tieren wären das z.B. Lebensraum, Nahrung, Feinde. Dann fixieren die Schüler*innen  ihre Ergebnisse in Stichpunkten auf ihrem Plakat und fügen unterstützend Bilder hinzu. Die Lehrperson beobachtet und hilft.

Namensrunde

Die Namensrunde dient dazu, dass sich die Mitmachenden leichter die Namen voneinander merken können.
Die Lehrkraft gibt eine Kategorie vor, z.B. Tiere. Die Schüler*innen müssen der Reihe nach ihren Vornamen und ein Tier mit dem selben Anfangsbuchstaben nennen. Beispiel: Annika – Ameise. Nach Möglichkeit werden die zuvor genannten Namen und Tiere, der anderen Schüler*innen, wiederholt.

Total Physical Response (TPR)

Die TPR – Methode gehört zu den alternativen Unterrichtskonzepten und entstand in der Zeit, als der „Behaviorismus als Lerntheorie die Übungsmethodik dominierte“(Gehring, 2010, S. 105). Sie findet vor allem im Primar- und Elementarbereich des Fremdsprachenerwerbs Anwendung, da sie viel mit Gestik und Bewegung arbeitet. Auf diese Weise werden verschiedene Wahrnehmungskanäle aktiviert, die den SuS eine ganzheitliche Sprachlernerfahrung ermöglichen.

Die Methode lässt sich in 5 Phasen unterteilen:

  1. Die Lehrkraft beginnt mit Anweisungen (imperativ), die auf den Wortschatz der SuS abgestimmt sind. Die SuS hören zu und beobachten, wie die Lehrkraft diese Anweisungen mehrmals formuliert und ausführt.
  2. Die Lehrkraft gibt Anweisungen, führt diese aus und lässt die SuS die Bewegungen imitieren.
  3. Die Lehrkraft wiederholt die Anweisung, welche aber nun ausschließlich von den SuS ausgeführt wird.
  4. Die Lehrkraft gibt eine Anweisung, welche die SuS im Chor wiederholen, während sie sie gleichzeitig ausführen.
  5. Ein Schüler oder eine Schülerin übernimmt die Lehrerrolle und gibt Anweisungen.

Mein Mitbringsel

Die Methode „Mein Mitbringsel“ ist eine vielseitige Methode, die trotz unterschiedlicher Ausführungsmöglichkeiten nach ein und demselben Schema abläuft.
Die Gruppe sitzt im Stuhlkreis und jede Person hat einen Gegenstand in der Hand. Der Reihe nach erzählen alle etwas zu ihrem Gegenstand, während die anderen zuhören.
Die Methode wird auch „optischer Impuls“ genannt und lässt sich in zwei verschiedenen Varianten durchführen.

In der ersten Version bittet man die Teilnehmer, selbst einen persönlichen Gegenstand mitzubringen. Dieser ist je nach Intention gegebenenfalls an ein Fach oder an ein bestimmtes Thema gebunden.
Beispiele:
1. Grundschule: Jedes Kind soll einen privaten Gegenstand mitbringen und dessen besondere Bedeutung erzählen oder nach dem Urlaub ein Andenken mitbringen und darüber berichten.
2. Sekundarstufe I: Im Geschichtsunterricht soll jede Person einen Gegenstand zum Thema „Leben in der DDR“ mitbringen und die zugehörige Geschichte (beispielsweise die Herkunft des Gegenstandes) schildern.
3. Sekundarstufe II: Im Kunstunterricht sollen die Schülerinnen und Schüler (SuS) einen Gegenstand ihrer Wahl zum Zeichnen mitbringen.

Die zweite Variante der Methode basiert auf Gegenständen, die von der Lehrkraft mitgebracht und organisiert werden. Die Lehrkraft verteilt die Gegenstände in der Mitte des Stuhlkreises und jede Person wird aufgefordert, einen Gegenstand auszuwählen.
Beispiele:
1. Sekundarstufe I: Um die erste Stunde des Lernens einer neuen Fremdsprache einzuleiten, kann die Lehrkraft länderspezifische Gegenstände mitbringen und die SuS wählen lassen (Tapas, Sombreros, Stier-Bilder, Churros… für den Spanisch-Unterricht).
2. Erwachsenenbildung: Zu Beginn des Theologiestudiums bringt die/der Dozent/in religionsbezogene Materialien (Kerzen, Kreuze, Tauben-Figuren etc.) mit und bittet die Anwesenden, sich den Gegenstand zu nehmen, den sie/er am meisten mit ihrem/seinem Glauben verbindet. Im Anschluss sollen die Studenten ihre Entscheidung begründen.

Je nach Altersstufe und Kontext kann die Methode dafür genutzt werden, dass sich die Gruppenmitglieder näher kennenlernen, dass die Anwesenden Informationen über ein Thema erhalten oder dass die/der Lehrende den Lernstand der Gruppe ermitteln kann.