Erzählkette

Bei der Methode der Erzählkette werden den SuS  eine Vielfalt an Abbildungen vorgelegt, aus denen sie jene auswählen sollen, die für sie interessant oder bedeutsam sind. Im Folgenden werden die ausgewählten Bilder an die SuS verteilt. Die Aufgabe der SuS besteht nun darin, eine Geschichte aus den Abbildungen zu konstruieren. Dazu beginnt ein Schüler oder eine Schülerin und erzählt etwas über das zugeteilte Bild. Die Geschichte wird fortgesetzt, indem auch die anderen SuS die Situation, Gegenstände Personen oder Tiere ihres jeweiligen Bildes in die Handlung der Geschichte integrieren. So entsteht durch die Erzählungen der SuS eine Geschichte mit individuellen Interessen, Wendungen aber auch Höhepunkten.

Odd man out (Eins passt nicht)

Die Methode „Odd man out“ (Müller, 2016, S. 168) ist in der Literatur auch unter der Bezeichnung „Eins passt nicht“ (Roche u.a., 2015, S. 26), „Fehlersuche“ (Gugel, 2011, S. 204) oder „Falsche Serie/Kuckuckseier“ (Brenner & Brenner, 2012, S. 138) zu finden. Ziel des „Odd man out“ ist es, anhand einer Serie von Symbolen, Wörtern, Zahlen oder Bildern einerseits das ihnen zugrunde liegende und sie verbindende Kriterium zu erkennen und andererseits das eine Element zu identifizieren, das der erkannten Kategorie nicht untergeordnet werden kann (Müller, 2016). Um diesen „überzähligen Mann“ (Müller, 2016, S. 168), den „odd man“, zu finden, ist es notwendig, von den einzelnen Aspekten auf den Oberbegriff abstrahieren und generalisieren zu können. Nur wenn dies erfolgt ist, kann der sich davon unterscheidende „odd man“ ausgemacht werden.

Rettungsleine (Rettungsleiter)

Es wird eine Rettungsleine senkrecht nach unten hängend an einem gut sichtbaren Ort platziert. In der Nähe, wenn möglich daneben, wird ein Schwimmring befestigt, an dem Wäscheklammern mit den Namen der SuS sind.

SuS, die Hilfe benötigen, gehen zur Rettungsleine und befestigen ihre Wäscheklammer in einer festen Reihenfolge (von oben nach unten). Wer sich vordrängelt, wird wieder nach unten gesetzt. Hier kontrollieren sich die SuS meist selbst sehr streng. Ein*e Schüler*in, welche*r Hilfe erhalten hat oder in der Wartezeit selbst auf eine Lösung kam, hängt seine Wäscheklammer wieder selbst an den Schwimmring.

Die Rettungsleine ist immer da und die SuS können diese prinzipiell immer nutzen.

Wichtig ist es, vorher die Regeln im Umgang mit der Rettungsleine mit den SuS zu klären und diese in Worten oder Symbolen in der Nähe der Rettungsleine anzubringen.

  • Vorher: Ich überlege eine Minute, bevor ich zum Schwimmreifen gehe
  • Am Seil: Ich achte auf die Reihenfolge
  • Nachher: Ich nehme die Klammer vom Seil und befestige sie wieder am Schwimmring

Mit dieser Methode hat die Lehrkraft die Möglichkeit, auf die SuS, die Fragen haben oder eine zusätzliche Erklärung benötigen, der Reihe nach einzugehen. Alle behalten optisch stets den Überblick, wer als nächstes dran ist. Wenn ein*e Schüler*in während der Wartezeit selbst auf eine Lösung kommt, nimmt er*sie die Wäscheklammer mit Namen von der Leine. So erledigen sich manche anfangs dringenden Nachfragen von selbst, die Lehrkraft kann sich den SuS widmen, die wirklich Probleme haben. Alle fühlen sich betreut, da das Angebot jedem offen steht, der wirklich gerade nicht mehr weiterkommt und eine Minute nachgedacht hat.

Dreier-Interview

Eine kleine Gruppe von drei SuS interviewt sich wechselseitig zu einem gemeinsamen Thema. Zusammen erarbeitet jede Gruppe ein Thema, welches anschließend in einem Interview diskutiert wird. Hierbei nehmen die Gruppenmitglieder unterschiedliche Rollen ein: Interviewer, Befragter und Protokollant. Die Rollen werden innerhalb des Interviews durchgewechselt, sodass jedes Kind jede Rolle einmal übernimmt. Der Interviewer formuliert Fragen zum erarbeiteten Thema und stellt diese dem Befragten. Der Protokollant beobachtet währenddessen das Interview und protokolliert das Geschehen.

Malen nach Hören

Die Methode „Malen nach Hören“ bietet sich für jedes Alter und nahezu jedes Unterrichtsfach an. Besonders geeignet sind die Fächer Kunst und Musik. Das „Malen nach Hören“ verlangt keine Leistung von den SuS, sondern soll stattdessen ihre Kreativität, ihre Gedankengänge und ihre Selbstwahrnehmung anregen. Die SuS können sich hierbei ganz sich selbst zuwenden, einen klaren Kopf bekommen und ihre Empfindungen (auch unbewusst) reflektieren.

Generell läuft das Malen nach Hören so ab, dass die SuS zu einer zuvor vom Lehrenden ausgewählten Musik (möglichst länger als ein paar Minuten und ohne Text) mit verschiedenen Farben malen. Sie sind aufgefordert, alles, was ihnen beim Klang der Musik und beim Zuhören durch den Kopf geht, in Farben auszudrücken, ohne sich anschließend erklären zu müssen (aber zu können) und ohne dass das Entstandene bewertet wird. Die SuS können während der Musik beliebig viele Blätter Papier verbrauchen.

Passt – Passt nicht!

Dient der Festigung von Begriffen im Geometrieunterricht.

Ein Schüler oder eine Schülerin sucht sich eine Regel oder eine geometrische Eigenschaft aus (z.B. „Besitzt nur rechte Winkel“), behält sie aber für sich. Die anderen Schülerinnen und Schüler zeigen verschiedene Objekte (Kreise, Quadrate, Dreiecke, Quader…) und der Schüler oder die Schülerin verrät, ob der gezeigte Gegenstand zur Regel passt oder nicht. Die gezeigten Figuren können dementsprechend an der Tafel angeordnet werden. Die anderen SuS versuchen nun die Regel zu erraten.

Ankreuzblatt

Mithilfe dieser Methode werden die Meinungen und Überzeugungen einzelner Gruppen sichtbar gemacht, um später darüber zu diskutieren. Die Methode eignet sich sowohl zum Einstieg ins Thema als auch zur Vergewisserung über den Diskussions-/Wissensstand einer Gruppe.

Vorgehensweise:

Die Schülerinnen und Schüler füllen zunächst einzeln das Ankreuzblatt aus. In der erste Spalte werden die einzelnen Teilgebiete eines Themas oder Begriffe aufgelistet. Die anderen Spalten sollen mögliche Positionen/Meinungen zu den Teilgebieten repräsentieren.

Anschließend werden die Ergebnisse in einer Gruppe diskutiert und es wird nach einer Gruppenmeinung gesucht.

Zum Schluss können die Gruppenergebnisse mit anderen Gruppen oder Definitionen verglichen werden.

Zurückspulen

Durch die Methode des „Zurückspulens“, die von der Lehrkraft als Ritual eingeführt werden kann, wird die Aufmerksamkeit der Schüler*innen trainiert und erhöht. Dies ist vor allem in Unterrichtsphasen einsetzbar, in denen die Aufmerksamkeit nachzulassen droht.

Ablauf:

Auf das von der Lehrkraft ausgesprochene Stichwort „Zurückspulen“ sollen alle Äußerungen, die in der folgenden Minute getätigt werden, möglichst genau gemerkt bzw. „gespeichert“ werden. Dabei stoppt ein Schüler/ eine Schülerin die Zeit, während der Unterricht im Plenum fortgeführt wird.

Nach Ablauf der Zeit wird das Gespräch unterbrochen und es wird seitens der Lehrkraft ein Schüler oder eine Schülerin bestimmt, die nun „zurückspulen“ soll. Dabei wird versucht, alle Äußerungen in der richtigen Reihenfolge wortwörtlich wiederzugeben.

Zum Schluss gibt die Lehrkraft eine Rückmeldung zur Aufnahme- und Wiedergabeleistung ab. Danach wird der Unterricht fortgesetzt.

Markt der Ergebnisse

Die SuS werden zunächst in Kleingruppen eingeteilt. Sie erhalten einen schriftlichen Arbeitsauftrag, den sie gemeinsam erarbeiten. Nach der Erarbeitungsphase erstellen sie eine Präsentation ihrer Ergebnisse, die dann im Klassenzimmer oder einem separaten Raum ausgestellt werden.
Die Kleingruppen wählen einen Gruppensprecher, der den „Marktstand“ besetzt, um Auskunft zu geben. Die übrigen Gruppenmitglieder spazieren über den „Markt der Ergebnisse“ und besichtigen die einzelnen Stände. Hier sollen sie sich über die Ergebnisse informieren. Die SuS entscheiden selbst, wie lange sie an den einzelnen Markständen verweilen und müssen Wissen aktiv erfragen.
An jedem „Marktstand“ soll es eine Möglichkeit für eine Rückmeldung geben. Hierfür schreiben die SuS Fragen, Kritikpunkte und positive Wertungen auf ein Kärtchen oder Klebezettel und hinterlegen diesen an dem Marktstand.
Zum Abschluss kehrt jede Gruppe zu ihrem Stand zurück und wertet ihre Rückmeldungen aus. Zusätzlich können diese noch im Plenum besprochen werden.

One-Minute-Paper

Am Ende einer Unterrichtsstunde oder Unterrichtseinheit formuliert die Lehrkraft eine überschaubare Anzahl von Fragen zum zuvor behandelten Thema. Die Schülerinnen und Schüler haben eine Minute Zeit, ihre Gedanken auf Papier zu bringen. Anschließend sammelt die Lehrkraft die Papiere ein und wertet sie aus. In der nächsten Unterrichtsstunde werden offene Fragen und Unklarheiten geklärt.