Daumenprobe

Beschreibung/ Funktion: Die Daumenprobe ist eine nonverbale Methode, bei der die Lerngruppe mithilfe der Stellung ihres Daumens ihre persönliche Einschätzung bzw. ihre Rückmeldung zu einem Aspekt oder einer Fragestellung anzeigt. Die Methode ist geeignet, um ein Stimmungsbild der gesamten Lerngruppe zu einzelnen Unterrichtsstunden/ Phasen des Unterrichts oder bestimmten Themen zu erhalten. Sie dient vor allem der Lehrperson zur Orientierung und Reflektion.

Durchführung: Die Lehrperson nennt den zu bewertenden Aspekt bzw. die zu beantwortende Fragestellung und erklärt die Antwortmöglichkeiten.  Jede/r Schüler/in gibt dann seine/ ihre Einschätzung/ Rückmeldung mithilfe der Stellung des Daumens an. Mögliche Bedeutungen der Daumenstellung könnten z.B. sein:

Daumen oben: „gut“ oder Zustimmung                                                                            Daumen waagerecht: „mittel“ oder teils/teils oder „weiß ich nicht“                  Daumen unten: „schlecht“ oder Ablehnung

 

 

Assoziationskette

Die Assoziationskette ist eine gute Methode für den Einstieg. Es können Ideen, Vorwissen und Assoziationen zu einem bestimmten Thema gesammelt werden.

Die Lehrperson gibt eine Stichwort oder Thema vor und wirft einen Ball (oder Wollknäul o.Ä) zu einer Schülerin oder einem Schüler, die/der dann spontan eine Assoziation sagen soll. Die SuS werfen sich den Ball kreuz und quer zu und wer den Ball fängt sagt eine weitere Assoziation.

Durch diese Methoden kann eine erste Auseinandersetzung mit dem Thema stattfinden, aber auch ein Meinungsspektrum dargestellt werden.

 

Ampelquiz

Für diese Methode erhalten alle SuS drei Farbkarten entsprechend der Ampel. Die Lehrperson präsentiert gut sichtbar auf großen Karten oder als Powerpoint- Präsentation einige Fragen zur Thematik, die mit Ja oder Nein beantwortet werden können und liest diese vor. Die SuS halten, je nachdem welche Antwort sie für richtig halten, eine rote Karte (Nein), eine grüne Karte (Ja) oder eine gelbe Karte (Ich bin mir nicht sicher) hoch. Dies soll möglichst schnell, nachdem die Frage gestellt wurde, erfolgen. Daraufhin kann die Lehrperson, wenn dafür genügend Zeit ist, die Zahl der roten Karten und die Zahl der grünen Karten zählen und in eine Strichliste an der Tafel eintragen.Anschließend wird nach kurzer Beobachtungszeit über das Ergebnis gesprochen, indem die Lehrperson einige SuS nach einer Begründung für ihre Antwort fragt oder indem sich die SuS  gegenseitig nach Gründen fragen. So können mögliche Unentschiedenheit thematisiert werden. Abschließend gibt die Lehrperson kurz die richtige Antwort.

Die Methode des Ampelquiz eignet sich als Unterrichtseinstieg, bei dem in das Unterrichtsthema eingeführt wird, Vorwissen aktiviert wird und/oder der Wissensstand der Klasse in Erfahrung gebracht werden soll. Hierfür sollten nur wenige, einfache Fragen gewählt werden. Die Methode kann jedoch auch als Ergebnissicherung verwendet werden, bei der das erworbene Wissen abgefragt wird. Hierfür können dann auch mehrere komplexere Fragen verwendet werden.

Warme Dusche

Die „Warme Dusche“ ist eine Methode, die das soziale Miteinander im Unterricht sowie die positive Wahrnehmung der SuS stärkt.

Zunächst setzt sich die Lerngruppe in einen Sitzkreis zusammen. Nun wird ein*e Schüler*in von der Lehrkraft ausgewählt, die sich daraufhin in die Mitte des Sitzkreises setzt und eine „Warme Dusche“ erhält. Der Reihe nach dürfen die SuS der Person in der Mitte ein Kompliment aussprechen. Dies kann die Hervorhebung von positiven Eigenschaften oder positiven Fertigkeiten sein. Sobald der/die Schüler*in in der Mitte die „Warme Dusche“ erhalten hat, ist die nächste Person an der Reihe. Die Teilnahme an der Methode ist freiwillig und die SuS haben die Möglichkeit nur passiv am Geschehen teilzunehmen.

Durch die Anerkennung der SuS können das Selbstbild und die Persönlichkeit des Kindes und somit eine individuelle und positive Weiterentwicklung gestärkt werden. Außerdem lernen die SuS sich gegenseitig wahrzunehmen und einander ihre Wertschätzung auszusprechen (Spendlhofer, 2012, S. 46).

Geocaching (Erlebnispädagogik)

Das Geocaching ist eine erlebnis- und handlungsorientierte Methode, die die Abenteuerlust der Schülerinnnen und Schüler weckt und nebenbei ihre sozialen Kompetenzen fördert.

„Aus Ereignissen werden Erlebnisse, Erlebnisse bündeln sich zu Erfahrungen, aus Erfahrungen werden Erkenntnisse gezogen.“ (Michl, 2015, S. 10)

Das Geocaching ist eine spielerische und handlungsorientierte Methode aus dem Bereich der Erlebnispädagogik. Im Bildungskontext existiert zudem der Begriff „Educaching“. Es handelt sich um eine moderne Form der Schnitzeljagd, bei der die Schülerinnen und Schüler eigenständig einzelne Stationen mithilfe von GPS-Geräten suchen und verschiedene Aufgaben lösen müssen, um am Ende einen Schatz – den sogenannten „cache“ – zu finden. Die Fragen der Geocaching-Rallye können sich inhaltlich auf ein aktuelles Unterrichtsthema beziehen.

Die erlebnispädagogische Methode bietet viel Raum für selbstständiges Handeln, soziales Lernen und weckt die Abenteuerlust der Kinder und Jugendlichen. Schulaufgaben werden zu spannenden Rätseln, die auf unterschiedliche Weise gelöst werden müssen.

Das Geocaching wird allerdings erst dann zu einer Unterrichtsmethode, wenn es didaktisch aufbereitet wird. Eine Geocaching-Tour sollte daher nicht ohne ein vorher klar formuliertes Ziel und im Rahmen einer themenorientierten Unterrichtseinheit durchgeführt werden.
Auch eine anschließende Reflexion im Plenum ist sehr zu empfehlen um sich über das gemeinsame Erlebnis auszutauschen und einen Transfer in die Unterrichtseinheit zu ermöglichen. Denn jede/r Schüler/in nimmt das Ereignis subjektiv und individuell wahr.


Durchführung

Zu Beginn der Geocaching-Rallye wird die Funktionsweise der GPS-Geräte erklärt und ausprobiert. Bevor die Schatzsuche starten kann, sollten allgemeine Regeln besprochen werden (Naturschutz und Spielregeln wie z.B. auf den Waldwegen bleiben). Die Klasse wird in kleinere Gruppen aufgeteilt (max. 4 Pers.), die je einen Fragebogen mit Aufgaben zum Unterrichtsthema erhalten. Obwohl alle die gleichen Stationen anlaufen und dasselbe Endziel verfolgen, kann jede Gruppe unterschiedliche Aufgaben bekommen (Differenzierungsmöglichkeit). Nun ist gute Zusammenarbeit gefragt! Denn bei der richtigen Beantwortung einer Frage erhalten die einzelnen Teams eine Koordinate. Nur mithilfe der Lösungen der anderen Gruppen können die Koordinaten für die nächste Station vollständig in die GPS-Geräte eingegeben werden. Die ganze Klasse muss sich also an jedem Treffpunkt immer wieder zusammenfinden. Zur besseren Orientierung und Stärkung des Wir-Gefühls kann sich jedes Team einen Gruppennamen, ein gemeinsames Zeichen, o.ä. geben. Während des Geocachings ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Gruppe immer zusammen bleiben. Niemand geht auf eigene Faust los! An der letzten Station kann ein zuvor versteckter Schatz darauf warten, von der ganzen Klasse gefunden und geteilt zu werden.


Was zeichnet das Geocaching aus?

  • Außergewöhnliches Erlebnis: Die Lerninhalte werden mit dem prägenden Erlebnis verknüpft und bleiben somit nachhaltiger im Gedächtnis.
  • Hoher Spaßfaktor und intrinsische Motivation der Schülerinnen und Schüler durch spielerisches Lernen in der Natur.
  • Förderung sozialer Kompetenzen: Nur wenn die Schülerinnen und Schüler miteinander kooperieren und kommunizieren, kommen sie ans gemeinsame Ziel. Beim Geocaching sind Hilfsbereitschaft, Kooperationsfähigkeit, Rücksichtnahme auf langsamere Mitschüler/innen, aber auch Durchsetzungsfähigkeit und Kompromissbereitschaft gefragt.

Mögliche Herausforderungen

  • Es kann zu Konflikten innerhalb der Gruppe kommen (z.B. Meinungsverschiedenheiten bei der Wegrichtung). Wenn die Schülerinnen und Schüler diese möglichst selbst lösen, können sie ihre sozialen Kompetenzen ausbauen.
  • Konkurrenz unter den Gruppen kann durch unterschiedliche Aufgabenstellungen reduziert werden.
  • Es gilt zu berücksichtigen, dass die Ausdauerfähigkeit der Schülerinnen und Schüler stark variieren kann.
  • Wenn ein Kind mit körperlicher oder motorischer Beeinträchtigung am Geocaching teilnimmt, sollte eine barrierefreie Route gewählt werden.

Call und Response

Call und Response ist ursprünglich ein musikalisches/rhythmisches Muster, das auf dem Ruf (Call) eines Vorsängers/Sprechers und der darauffolgenden Antwort (Response) eines Chores oder einer Sprechergruppe basiert. Die meisten SuS können schnell über diesen Weg zu einem gemeinsamen Rhythmus finden. Deswegen eignet sich die Methode gut für das Lernen rhythmischer Texte. Der Sprecher oder die Sprecherin trägt einen kurzen Teil der Textpassage rhythmisch vor und die Gruppe spricht nach. Diese Passage wird im Loop (fortlaufende Wiederholung) gesprochen, bis der Vorsänger oder die Vorsängerin zum nächsten Teil übergeht.  Die Person in der Rolle des Caller  entscheidet wie oft einzelne Teile wiederholt werden. Er oder sie hat die freie Wahl mehrere Pattern zu längeren Mustern zusammenzusetzen. Sind die Inhalte sicher erfasst, kann die Lehrkraft in die ursprüngliche Call und Response Form wechseln. Hilfreich sind das Aufstellen in einem großen Kreis und rhythmische Schrittbewegungen zur Unterstützung des gemeinsamen Pulses.

Vier-Ecken-Methode

Mit dieser Methode können sich sowohl die SuS als auch die Lehrkraft einen Eindruck davon verschaffen, welche Meinungen wie oft innerhalb der Klasse vertreten sind. Da die SuS sich von ihren Plätzen erheben müssen und sich im Raum bewegen müssen, ist das Vier-Ecken-Spiel eine gute Möglichkeit den Unterricht zwischendurch etwas aufzulockern.

Die Klasse sammelt sich in der Raummitte. Von der Lehrkraft wird dann ein Satzanfang vorgelesen oder eine Frage gestellt und dazu vier Antwortmöglichkeiten vorgegeben ( in jeder Ecke des Raums eine). Diese sollten möglichst durch ein Bild oder Plakat veranschaulicht werden.  Die SuS müssen für sich entscheiden, welche der Antwortmöglichkeiten für sie die richtige ist und sich in die jeweilige Ecke begeben. Haben sich alle positioniert, wird einige Sekunden abgewartet bis die nächste Runde startet, sodass jeder gucken kann wer wo steht bzw. wie viele SuS in den Ecken stehen.

Ergänzend können die SuS dazu aufgefordert werden, ihren Standpunkt mit den SuS mit dem gleichen Standpunkt zu diskutieren. Im Anschluss wird in jeder Gruppe ein Sprecher/In gelost, der/die Standpunkte der Gruppe im Plenum vertritt.

Die SuS üben sich in Meinungsbildung und erlangen Selbstkompetenz durch das vertreten der eigenen Meinung.

 

Briefe schreiben

Die Briefmethode im Unterricht ist eine gute Möglichkeit die Schülerinnen und Schüler in bestimmten Kompetenzen wie etwa das Hineinversetzen in andere Personen zu fördern. Die Schüler werden zudem angeregt, sich mit der Lebenswelt auseinander zu setzen und es wird ihnen so die Schreibkultur näher gebracht. Außerdem müssen sie auf ihr Allgemeinwissen zurückgreifen.

Die Schülerinnen und Schüler bekommen von der Lehrkraft einen Text vorgelegt, den sie lesen sollen, sich im Anschluss in eine der Personen im Text hineinversetzen und aus deren Sicht den Brief schreiben. Die Lehrkraft beschreibt die Schwerpunkte, d.h. wie der Brief strukturiert werden soll und an wen er geschrieben wird.

Die SuS können auch einen Brief an andere Mitschüler schreiben, etwa an einer anderen Schule. Anschließend kann der Lehrende die Kompetenzen  der Schüler beurteilen. Wie etwa Rechtschreibung, Allgemeinwissen, Handlungswissen und Empathie.

 

 

Expertenbefragung

In der Expertenbefragung befragen die SuS eine fachkundige Person zu einem bestimmten Thema gemäß ihren Interessen und/oder gestellten Aufgaben. In jedem Fall sollte die Expertenbefragung strukturell geplant, Fragen im Vorfeld gesammelt und u. U. ein Fragenkatalog erstellt werden.

Expertenbefragungen können sowohl in der Schule als auch bei Besuchen von außerschulischen Lernorten durchgeführt werden. Die Lehrkraft moderiert nur zu Beginn einführend organisatorisch und tritt dann in den Hintergrund. Nur bei Gefährdung des Gesamtablaufes oder bei Überforderung der Klasse ist ein Eingreifen sinnvoll.

Um den Lernerfolg zu gewährleisten, sollte die Expertenbefragung in einer Nachbereitung reflektiert und gesammelte Befragungsergebnisse gesichert, korrigiert und verfestigt werden.

Zuruffrage

Die Lehrkraft stellt eine gut verständliche Frage an die Klasse. Diese wird auch visuell an der Tafel oder auf einer Overheadfolie dargestellt, damit die SuS diese im Laufe der Methode nochmals nachlesen können bzw. ggf. SuS mit Förderschwerpunkten diese nochmals anders präsentiert bekommen.

Im weiteren Verlauf werden die SuS dazu angeregt, ihre Antworten auf die Frage hereinzurufen. Die Antworten werden dann bspw. durch die Lehrkraft neben der schriftlich notierten Frage festgehalten.

Die SuS sollen besonders zu spontanen Äußerungen und Handlungen angeregt werden. Hierbei greift kein ordnendes Prinzip, sondern die Spontanität bestimmt die Methode.