Erzählkette

Bei der Methode der Erzählkette werden den SuS  eine Vielfalt an Abbildungen vorgelegt, aus denen sie jene auswählen sollen, die für sie interessant oder bedeutsam sind. Im Folgenden werden die ausgewählten Bilder an die SuS verteilt. Die Aufgabe der SuS besteht nun darin, eine Geschichte aus den Abbildungen zu konstruieren. Dazu beginnt ein Schüler oder eine Schülerin und erzählt etwas über das zugeteilte Bild. Die Geschichte wird fortgesetzt, indem auch die anderen SuS die Situation, Gegenstände Personen oder Tiere ihres jeweiligen Bildes in die Handlung der Geschichte integrieren. So entsteht durch die Erzählungen der SuS eine Geschichte mit individuellen Interessen, Wendungen aber auch Höhepunkten.

Gitterrätsel

Das Gitterrätsel (← Beispiel) ist auch unter dem Namen „Schwedenrätsel“ (Gugel 2011, S.207) bekannt. Ziel der Methode ist es, Schlüsselbegriffe, die in einer Unterrichtseinheit erlernt werden, zu festigen. Dazu werden in ein Gitter verschiedene Begriffe eines bestimmten Themas eingetragen, die zuvor im Unterricht behandelt wurden. Dies kann waagerecht, senkrecht oder diagonal geschehen (Gugel 2011). Die freien Kästchen im Gitter werden mit willkürlich gewählten Buchstaben aufgefüllt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass keine neuen, ungewollten Wörter entstehen. Die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es, durch vertiefende und anleitende Fragen die im Gitter versteckten Antworten (Schlüsselbegriffe) zu finden und zu umkreisen (Müller 2004).

Malen nach Hören

Die Methode „Malen nach Hören“ bietet sich für jedes Alter und nahezu jedes Unterrichtsfach an. Besonders geeignet sind die Fächer Kunst und Musik. Das „Malen nach Hören“ verlangt keine Leistung von den SuS, sondern soll stattdessen ihre Kreativität, ihre Gedankengänge und ihre Selbstwahrnehmung anregen. Die SuS können sich hierbei ganz sich selbst zuwenden, einen klaren Kopf bekommen und ihre Empfindungen (auch unbewusst) reflektieren.

Generell läuft das Malen nach Hören so ab, dass die SuS zu einer zuvor vom Lehrenden ausgewählten Musik (möglichst länger als ein paar Minuten und ohne Text) mit verschiedenen Farben malen. Sie sind aufgefordert, alles, was ihnen beim Klang der Musik und beim Zuhören durch den Kopf geht, in Farben auszudrücken, ohne sich anschließend erklären zu müssen (aber zu können) und ohne dass das Entstandene bewertet wird. Die SuS können während der Musik beliebig viele Blätter Papier verbrauchen.

Freewriting

Die Methode des Freewriting eignet sich gut als Einstieg in das kreative Schreiben im Fach Deutsch. Ziel ist es nach einem kurzen thematischen Impuls der Lehrkraft mit dem Schreiben zu beginnen und den Stift erst nach fünf Minuten wieder abzusetzen. Der Schreibprozess soll dabei weitestgehend unbewusst ablaufen, wichtig ist, dass der Stift nicht abgesetzt wird. Das Resultat soll keine besondere Qualität aufweisen, sondern lediglich die Quantität zählt. Mit der Methode kann den Schülerinnen und Schülern aufgezeigt werden, wie leicht sie Schreibblockaden überwinden können. Darüber hinaus ist es ein guter Einstieg um ihnen das Grundkonzept der Rohfassung von Texten und sogar Liedern nahe zu bringen. Damit bietet sich die Methode gut als Einstiegsübung für diverse Unterrichtseinheiten an.

Im Anhang finden Sie von einer Ausbildungsklasse erarbeitetes Material unter dem Stichwort „Gesetz“. Die Bearbeitungszeit Betrug fünf Minuten.

Freewriting zum Thema „Gesetz“ CAW2 Politik
Freewriting zum Thema „Gesetz“ CAW 2 Politik

Zurückspulen

Durch die Methode des „Zurückspulens“, die von der Lehrkraft als Ritual eingeführt werden kann, wird die Aufmerksamkeit der Schüler*innen trainiert und erhöht. Dies ist vor allem in Unterrichtsphasen einsetzbar, in denen die Aufmerksamkeit nachzulassen droht.

Ablauf:

Auf das von der Lehrkraft ausgesprochene Stichwort „Zurückspulen“ sollen alle Äußerungen, die in der folgenden Minute getätigt werden, möglichst genau gemerkt bzw. „gespeichert“ werden. Dabei stoppt ein Schüler/ eine Schülerin die Zeit, während der Unterricht im Plenum fortgeführt wird.

Nach Ablauf der Zeit wird das Gespräch unterbrochen und es wird seitens der Lehrkraft ein Schüler oder eine Schülerin bestimmt, die nun „zurückspulen“ soll. Dabei wird versucht, alle Äußerungen in der richtigen Reihenfolge wortwörtlich wiederzugeben.

Zum Schluss gibt die Lehrkraft eine Rückmeldung zur Aufnahme- und Wiedergabeleistung ab. Danach wird der Unterricht fortgesetzt.

Murmelgruppe (Buzz Group)

Die Methode dient zur Auflockerung des Frontalunterrichts. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ein bis zwei Partner*innen zusammen und tauschen sich aktiv über vorgegebene Leitfragen aus. Nach einer Zeitspanne von drei bis zehn Minuten fragt die Lehrkraft nach, ob noch eine weitere Besprechung notwendig ist und fährt dann mit dem Unterricht fort. Ziel ist die Feststellung, ob die Lerninhalte bei den SuS angekommen sind.

Lautes denken

Lautes Denken bedeutet, dass das Individuum eine handlungsbegleitende, mündliche Beschreibung seiner gedanklichen Planungen und Vorgehensweisen formulieren soll“ (Düsing, 2014).

Alle S.[chüler] einer Lerngruppe entwickeln spontan Deutungsideen zu einem Text. In einem regelgeleiteten Verfahren üben sie Strategien des aktiven Lesens ein und intensivieren ihre geistige Beteiligung beim Lesen und Verstehen. In einem kleinen sozialen Kontext (Partnerarbeit) entwickeln sie eine intensive Interaktion, in der ein erstes, vorläufiges Textverstehen formuliert wird“ (Brenner & Brenner, 2009, S.106).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Grundlage der Methode ein Text ist, zu dem Gedanken laut geäußert werden.

One-Minute-Paper

Am Ende einer Unterrichtsstunde oder Unterrichtseinheit formuliert die Lehrkraft eine überschaubare Anzahl von Fragen zum zuvor behandelten Thema. Die Schülerinnen und Schüler haben eine Minute Zeit, ihre Gedanken auf Papier zu bringen. Anschließend sammelt die Lehrkraft die Papiere ein und wertet sie aus. In der nächsten Unterrichtsstunde werden offene Fragen und Unklarheiten geklärt.

Kofferpacken

Am Ende der Unterrichtseinheit dient diese Methode dazu, die gesamte Einheit mit der Klasse zu evaluieren. Hierbei können die Teilnehmer sich selbst und der Lehrkraft Rückmeldung geben. Dazu versammeln sich alle in einem Stuhlkreis. Ein großer Bogen Papier wird an die Wand gehängt, auf den ein großer Koffer gezeichnet ist, oder ein echter Koffer wird in den Stuhlkreis gestellt. Die SuS bekommen jeweils einen Stift und Papier und können nun aufschreiben, was sie aus der Einheit in ihren Koffer packen wollen. Ihre Ergebnisse kleben sie abschließend an das Koffersymbol oder legen sie in den mitgebrachten Koffer. Nachdem alle SuS ihre Ergebnisse angebracht haben, wird anschließend das gemeinsame Ergebnis besprochen. In einem ersten Schritt werden dabei die Ergebnisse lediglich unkommentiert betrachtet, bevor in einem zweiten Schritt Unklarheiten geklärt werden können. Diese Evaluation kann als Einstieg für die nächste Stunde genutzt werden. Mithilfe dieser Methode wird ein offener Meinungsaustausch ermöglicht, sowie das Selbstbewusstsein der SuS gestärkt.

Brainstorming

Brainstorming ist eine gut einsetzbare Methode, um Ideen, Vorwissen und Assoziationen zu einem bestimmten Thema schnell und einfach zu sammeln. Aus diesem Grund ist diese Methode besonders für einen ersten Einstieg in ein Thema geeignet. Die Lehrkraft stellt zu Beginn des Brainstormings eine lernrelevante Frage oder nennt ein bestimmtes Oberthema, welches für die Stunde oder die gesamte Lerneinheit relevant ist. Diese wird auf der Tafel oder einer Pinnwand notiert. Wichtig ist hierbei, dass die Frage oder das Thema dazu geeignet ist, Ideenimpulse an die SuS weiterzugeben, sodass eine möglichst große Beteiligung der Gruppe gegeben ist. Prinzipiell ist jede Idee erlaubt. Es kommt also nicht darauf an, ob eine Idee richtig oder falsch ist. Ziel ist es, möglichst viele Ideen zum Abschluss an der Tafel zu haben. Aus diesem Grund sind Kritik und Diskussion in dieser Phase unerwünscht. Jede*r SuS soll möglichst viele Ideen einbringen und kann auch Ideen von Mitschülern*innen weiterentwickeln. Sind alle Ideen gesammelt, beginnt deren Auswertung. So können sie beispielsweise in Kategorien eingeordnet werden, auch Kritik kann nun geäußert werden. Die Methode ermöglicht eine Weiterentwicklung der Kreativität und des freien und spontanen Sprechens. Außerdem ermöglicht diese Methode, die Wissensstandunterschiede der SuS festzustellen.