Dreier-Interview

Eine kleine Gruppe von drei SuS interviewt sich wechselseitig zu einem gemeinsamen Thema. Zusammen erarbeitet jede Gruppe ein Thema, welches anschließend in einem Interview diskutiert wird. Hierbei nehmen die Gruppenmitglieder unterschiedliche Rollen ein: Interviewer, Befragter und Protokollant. Die Rollen werden innerhalb des Interviews durchgewechselt, sodass jedes Kind jede Rolle einmal übernimmt. Der Interviewer formuliert Fragen zum erarbeiteten Thema und stellt diese dem Befragten. Der Protokollant beobachtet währenddessen das Interview und protokolliert das Geschehen.

Malen nach Hören

Die Methode „Malen nach Hören“ bietet sich für jedes Alter und nahezu jedes Unterrichtsfach an. Besonders geeignet sind die Fächer Kunst und Musik. Das „Malen nach Hören“ verlangt keine Leistung von den SuS, sondern soll stattdessen ihre Kreativität, ihre Gedankengänge und ihre Selbstwahrnehmung anregen. Die SuS können sich hierbei ganz sich selbst zuwenden, einen klaren Kopf bekommen und ihre Empfindungen (auch unbewusst) reflektieren.

Generell läuft das Malen nach Hören so ab, dass die SuS zu einer zuvor vom Lehrenden ausgewählten Musik (möglichst länger als ein paar Minuten und ohne Text) mit verschiedenen Farben malen. Sie sind aufgefordert, alles, was ihnen beim Klang der Musik und beim Zuhören durch den Kopf geht, in Farben auszudrücken, ohne sich anschließend erklären zu müssen (aber zu können) und ohne dass das Entstandene bewertet wird. Die SuS können während der Musik beliebig viele Blätter Papier verbrauchen.

Passt – Passt nicht!

Dient der Festigung von Begriffen im Geometrieunterricht.

Ein Schüler oder eine Schülerin sucht sich eine Regel oder eine geometrische Eigenschaft aus (z.B. „Besitzt nur rechte Winkel“), behält sie aber für sich. Die anderen Schülerinnen und Schüler zeigen verschiedene Objekte (Kreise, Quadrate, Dreiecke, Quader…) und der Schüler oder die Schülerin verrät, ob der gezeigte Gegenstand zur Regel passt oder nicht. Die gezeigten Figuren können dementsprechend an der Tafel angeordnet werden. Die anderen SuS versuchen nun die Regel zu erraten.

Kärtchentisch

Die Methode „Kärtchentisch“ dient der Strukturierung, Ordnung oder Klassifizierung einer Vielzahl von Begriffen unter Oberbegriffe. Einerseits kann diese Methode als Unterrichtseinstieg genutzt werden, wobei der fertige Kärtchentisch im weiteren Verlauf der Einheit zur Orientierung genutzt werden kann. Andererseits kann sie auch dafür verwendet werden, das Gelernte am Ende einer Unterrichtsstunde bzw. -einheit abschließend zu wiederholen, festzuhalten und damit ausreichend zu sichern.

Ablauf

  1. Die SuS erhalten zu zweit oder in Gruppen eingeteilt einen Satz Kärtchen. Auf diesen Kärtchen können je nach Thematik neben Begriffen auch z.B. Bilder, Tabellen oder Formeln abgebildet sein. Diese Kärtchen sollen auf dem Tisch unter selbstgewählte oder von der Lehrkraft vorgegebene Oberbegriffe sortiert und angeordnet werden.
  2. Innerhalb der bisherigen Oberbegriffs-Kategorien können die Kärtchen von den SuS z.B. nach Wichtigkeit hierarchisiert oder anderweitig in Zusammenhang gesetzt werden.
  3. Darauf kann auf verschiedene Arten die Präsentation der Ergebnisse erfolgen: Ein*e Schüler*in kann als „Experte“ am Tisch sitzen bleiben und die eigene Lösung vorstellen und begründen, während die anderen Gruppenmitglieder in der Klasse umher gehen und sich die jeweils anderen Lösungen präsentieren lassen. Dabei können voneinander differierende Lösungen unter den SuS diskutiert werden. Eine andere Möglichkeit wäre die Präsentation der eigenen Lösung als Kurzvortrag im Plenum.
  4. Im Anschluss können die Lösungen der einzelnen Gruppen mit einer Musterlösung der Lehrkraft verglichen werden. Gibt es voneinander differierende Lösungen, können diese mit der Lehrkraft besprochen werden.

Meinungslinie

Für die Meinungslinie zieht man im Klassenraum mit Kreide oder Klebeband eine etwa 6-10 Meter lange Linie an dessen Enden thematisch gegensätzliche Positionierungen angebracht sind. So könnte, angewandt auf den Geschichtsunterricht der 11ten Klasse, zum Beispiel am einen Ende die Aussage stehen: „Bischof Las Casas sprach sich nur dafür aus die Ausbeutung der indigenen Bevölkerung zu unterlassen, um die Expansionsmöglichkeiten des Christentums zu erweitern“ und am anderen Ende könnte es heißen: „Las Casas handelte aus moralisch-religiöser Überzeugung.“.
Die Schülerinnen und Schüler können sich nun je nach dem zu welcher Seite sie nach ihrer persönlichen Überzeugung tendieren auf der Linie physisch positionieren. Dabei können sie sich an die Enden stellen, um ihre volle Zustimmung zur These zu signalisieren oder eine neutralere Position in der Mitte einnehmen.
Nun kommt die Lehrkraft ins Spiel und beginnt die Diskussion voranzutreiben. Zunächst können die Schülerinnen und Schüler, die sich ähnlich positioniert, austauschen. Dann erfragt die Lehrkraft die Gründe für die Positionierung, möglichst an den „extremen“ Enden. Aufgrund der räumlichen Positionierung und des vorigen Meinungsaustausches kann so eine Diskussion zwischen den Meinungsgruppen hergestellt werden. Die Reflexionskompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden dadurch ebenso gestärkt wie Fähigkeit eine Debatte zu führen. Sobald die Diskussion ein sinnvolles Ende gefunden hat kann die Lehrkraft das Thema mit anderen Methoden vertiefen und hat dabei ein Stück weit emotionale und gedankliche Teilnahme erreicht. Die Visualisierung der unterschiedlichen Positionen regt noch mehr zur Diskussion an. Die Schülerinnen und Schüler befinden sich quasi beim Aufstellen bereits räumlich im Meinungsaustausch.

Ankreuzblatt

Mithilfe dieser Methode werden die Meinungen und Überzeugungen einzelner Gruppen sichtbar gemacht, um später darüber zu diskutieren. Die Methode eignet sich sowohl zum Einstieg ins Thema als auch zur Vergewisserung über den Diskussions-/Wissensstand einer Gruppe.

Vorgehensweise:

Die Schülerinnen und Schüler füllen zunächst einzeln das Ankreuzblatt aus. In der erste Spalte werden die einzelnen Teilgebiete eines Themas oder Begriffe aufgelistet. Die anderen Spalten sollen mögliche Positionen/Meinungen zu den Teilgebieten repräsentieren.

Anschließend werden die Ergebnisse in einer Gruppe diskutiert und es wird nach einer Gruppenmeinung gesucht.

Zum Schluss können die Gruppenergebnisse mit anderen Gruppen oder Definitionen verglichen werden.

Dosendiktat

Bei einem Dosendiktat wird ein Text in kleine Abschnitte, bestehend aus kurzen Sätzen, geteilt. Diese Abschnitte werden mit der Schrift nach unten hingelegt und gemischt.

Im Anschluss werden die Streifen wieder umgedreht und der Lernende liest sie sich nach und nach aufmerksam durch. Die Streifen werden nun wieder in die richtige Reihenfolge gebracht.

Danach nimmt sich der Lernende den ersten Streifen, liest ihn sich aufmerksam durch und steckt ihn in die Dose. Nun schreibt er den zuvor gelesenen Satz in sein Heft. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis sich alle Streifen in der Dose befinden.

Bevor der Lernende die Dose öffnet, liest er sich seinen Text noch einmal genau durch und vergleicht ihn dann mit dem Originaltext.

Zurückspulen

Durch die Methode des „Zurückspulens“, die von der Lehrkraft als Ritual eingeführt werden kann, wird die Aufmerksamkeit der Schüler*innen trainiert und erhöht. Dies ist vor allem in Unterrichtsphasen einsetzbar, in denen die Aufmerksamkeit nachzulassen droht.

Ablauf:

Auf das von der Lehrkraft ausgesprochene Stichwort „Zurückspulen“ sollen alle Äußerungen, die in der folgenden Minute getätigt werden, möglichst genau gemerkt bzw. „gespeichert“ werden. Dabei stoppt ein Schüler/ eine Schülerin die Zeit, während der Unterricht im Plenum fortgeführt wird.

Nach Ablauf der Zeit wird das Gespräch unterbrochen und es wird seitens der Lehrkraft ein Schüler oder eine Schülerin bestimmt, die nun „zurückspulen“ soll. Dabei wird versucht, alle Äußerungen in der richtigen Reihenfolge wortwörtlich wiederzugeben.

Zum Schluss gibt die Lehrkraft eine Rückmeldung zur Aufnahme- und Wiedergabeleistung ab. Danach wird der Unterricht fortgesetzt.

Murmelgruppe (Buzz Group)

Die Methode dient zur Auflockerung des Frontalunterrichts. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ein bis zwei Partner*innen zusammen und tauschen sich aktiv über vorgegebene Leitfragen aus. Nach einer Zeitspanne von drei bis zehn Minuten fragt die Lehrkraft nach, ob noch eine weitere Besprechung notwendig ist und fährt dann mit dem Unterricht fort. Ziel ist die Feststellung, ob die Lerninhalte bei den SuS angekommen sind.

Lautes denken

Lautes Denken bedeutet, dass das Individuum eine handlungsbegleitende, mündliche Beschreibung seiner gedanklichen Planungen und Vorgehensweisen formulieren soll“ (Düsing, 2014).

Alle S.[chüler] einer Lerngruppe entwickeln spontan Deutungsideen zu einem Text. In einem regelgeleiteten Verfahren üben sie Strategien des aktiven Lesens ein und intensivieren ihre geistige Beteiligung beim Lesen und Verstehen. In einem kleinen sozialen Kontext (Partnerarbeit) entwickeln sie eine intensive Interaktion, in der ein erstes, vorläufiges Textverstehen formuliert wird“ (Brenner & Brenner, 2009, S.106).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Grundlage der Methode ein Text ist, zu dem Gedanken laut geäußert werden.