Fünfsatztechnik

Diese Methode soll Schüler*innen dabei unterstützen in einer Diskussion ihre Stellung zu beziehen.

Damit soll es ihnen gelingen, an den*die Vorredner*in anzuknüpfen, eine eigene Position strukturiert aufzubauen und mit ihrem Redebeitrag ihren gesamten Gedankengang auf den Höhepunkt zu bringen und abzuschließen.

In der Vorbereitung analysieren die Schüler*innen ihr eigenes Diskussionsverhalten im Plenum daraufhin, ob sie die Kompetenz besitzen an den*die vorherige*n Redner*in anzuknüpfen, ihre eigene Position aufzubauen und ihre eigene Stellungnahme auf eine für die Zuhörenden beeindruckende Art und Weise abzuschließen.

Der weitere Ablauf sieht vor, dass die Schüler*innen für die anschließende Diskussion ein Arbeitsblatt bekommen, welches sie dabei unterstützen soll, ihre Beiträge so effektiv wie möglich aufzubauen. Selbiges soll für verschiedene Formen von Diskussionsbeiträgen wie Unterstützende Argumentation, Gegenargumentation, Kompromisse und Öffnung zu neuen Sichtweisen jeweils fünf Satzanfänge bieten, die zu einer gedanklichen Strukturierung verhelfen.

Der didaktische Aspekt ist, dass es bei dieser Technik nicht darum geht einen Redebeitrag nach fünf Sätzen abgeschlossen zu haben, sondern darum die eigene Argumentation in fünf logischen Schritten aufzubauen.

  1. Einleitung durch Anknüpfung: Der Beitrag beinhaltet einen Bezug zu einem oder mehreren Vorredner*innen, zur expliziten Ausgangssituation der Diskussion und es wird unter Umständen Bezug auf einen zuvor gelesenen Text genommen, der an das aktuelle Thema anknüpft.
  2. Argument finden
  3. Gegenargument und/ oder unterstützendes Zusatzargument zu Vorredner*innen beachten
  4. Abwägung der bisher vorgetragenen Argumente
  5. Schluss in Form eines Appells oder einer Frage, bei dem der gesamte Gedankengang zugespitzt, auf den Punkt gebracht werden und auf die Zuhörer nachhaltig einwirken soll.

Abfallmontage

Ein Artikel wird aus einer Zeitschrift oder Zeitung ausgewählt und in verschiedene Bestandteile geschnitten (Wörter, Teilsätze, Sätze). Nachdem alle Schnipsel gemischt werden, werden diese in einen Umschlag gesteckt und jeder Schüler/Schülerin zieht eine vorher festgelegte Anzahl an Ausschnitten. Aus diesen Elementen sollen sie dann eine Geschichte schreiben.

Zukunftswerkstatt

Die Zukunftswerkstatt wurde von Robert Jungk erfunden und ist eine Methode, bei der die Schüler eine Vorstellung von einer erwünschten Zukunft entwickeln. Dabei ist der Ausgangspunkt für alle gleich, welcher immer ein bestimmtes Problem darstellt. Der Zeitrahmen, sowie die Materialien sind dabei frei wählbar.

Die Zukunftswerkstatt kann in fünf Phasen unterteilt sein, die bei der Entwicklung des problemlösenden Denkens helfen können. Nach der Vorbereitungsphase, Darstellung des Problems, wird dieses nun genauer betrachtet. In der Kritikphase stellt sich heraus, warum es nicht mehr so weiter gehen kann wie bisher. Die dritte Phase ist die Fantasiephase, wo die Schüler ihre Wünsche für die Zukunft entwickeln, die das Problem lösen können. Dabei können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. In der Verwicklichungsphase werde die Wünsche dargestellt, die umgesetzt werden sollen. Zudem müssen Sie die angewendeten Schritte, die nötig sind, um die Ziele zu erreichen, herausarbeiten. Zum Abschluss, in der Nachbereitungsphase, sollen die Schüler sich klar machen, was sich ändern muss und was sie neues erfahren haben. Danach können die Ergebnisse präsentiert werden.

Bildergeschichte

Die Methode „Bildergeschichte“ kann auf verschiedenste Arten und Weisen angewandt werden. Hierbei sollen die Schülerinnen und Schüler von den Bildern zu kreativem Schreiben angeregt werden (Brenner & Brenner, 2012, S.122). „Die SchülerInnen sollen anhand vorgegebener Bildimpulse eine Geschichte schreiben, die einerseits gut verständlich zu formulieren und andererseits mit einem eigenen Schlussteil zu versehen ist“ (Klippert, 2008, S. 121).

Ablauf:
Die Lehrperson wählt vor der Unterrichtseinheit geeignete Bilder aus. Zu Beginn der Unterrichteinheit werden die Bilder im Plenum beprochen. Je nach Variation, müssen die Schülerinnen und Schüler die Bilder chronologisch sortieren und sich eventuell einen passenden Schluss überlegen. Geschrieben wird die Geschichte in Einzelarbeit. Die Präsentation der Ergebnisse erfolgt im Plenum (Klippert, 2008, S. 121).

Wortwiese

Die Methode Wortwiese ist von der Mind-Map Methode abgeleitet und eignet sich zur Vorwissensaktivierung, Hinführung, Erarbeitung und Ergebnissicherung einer Einheit. Mit der Wortwiese werden wichtige Begriffe, neue Erkenntnisse und bereits vorhandenes Wissen festgehalten. Es wird eine Pinnwand mit grünem Untergrund für die Schülerinnen und Schüler (SuS) vorbereitet. Als stiller Impuls können aus einem Umschlag bereits beschriebene Blütenblätter zu einem Thema herausgezogen und angepinnt werden. Die SuS äußern sich und geben Rückmeldung über ihr Vorwissen. In der Mitte der Wiese wird eine Fläche frei gelassen, sodass die SuS selbstständig auf das Kernthema stoßen. In der folgenden Arbeitsphase können die SuS in Partner-, Gruppen- oder Einzelarbeit Blüten mit neu entdeckten oder ergänzenden Begriffen, Halbsätzen oder Stichpunkten beschreiben. Diese werden im Plenum besprochen und an die Wortwiese gepinnt. Die Pinnwand kann nach Beenden der Unterrichtssequenz stehen bleiben und im weiteren Verlauf der Einheit zur Ergebnissicherung mit weiteren Blüten beliebig ergänzt werden.

Modell einer angefangenen Beispiel-Blumenwiese zum Thema „Kinder und Bibel – Wege der Begegnung“

Visionengalerie

Bei der aktivierenden Methode „Visionengalerie“ ist das Engagement und die Handlungsmöglichkeiten der SuS oberste Priorität und soll so zu einer vertiefenden Auseinandersetzung des Themas führen. Außerdem zeigt diese Methode die Meinungsverschiedenheiten der SuS auf.

Ablauf:
Zuerst bekommt jede*r Schüler*in ein Blatt Papier und ausreichend Material zum Malen oder Zeichnen. Nun geht es darum, dass jeder seine eigenen Zukunftsvorstellungen aufmalt. Wichtig ist, dass den SuS bewusst ist, dass es nicht um richtig oder falsch geht. Es soll dabei kein möglichst schönes Bild entstehen, die eigenen Vorstellungen und Meinungen stehen im Vordergrund.
Wenn jeder sein Bild fertiggestellt hat, werden sie an den Wänden so befestigt, dass eine Art Galerie entsteht. Nun darf jeder sein Bild vorstellen und seine Zukunftsvorstellung erklären. Durch Nachfragen der anderen SuS entsteht schnell ein Austausch im Plenum.

Subjektives Kartographieren

Diese Methode beruht auf der Annahme, dass jede Person seine Heimat selbst aktiv konstruiert.

Jeder Schüler malt auf ein eigenes leeres Blatt Papier einen Ausgangspunkt, zum Beispiel das eigene Haus oder die Schule. Um den Ausgangspunkt herum werden weitere, für das jeweilige Kind im Leben wichtige, Bezugspunkte gemalt. Das können Gebäude, Personen, Länder o.ä. sein. Die Entfernungen zu den Punkten müssen nicht realitätsgetreu sein. Die Bezugspunkte können zusätzlich beschriftet und/oder mit dem Ausgangspunkt verbunden werden. In einem weiteren Schritt präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Skizzen, erklären, welche Bedeutung bestimmte Elemente für sie haben und vergleichen ihre Ergebnisse mit denen der anderen.

Die Methode hilft den Schülerinnen und Schülern nicht nur einen Sinn für die räumliche Orientierung durch das Abbilden ihrer Umgebung zu bekommen, sondern soll ihnen ihre Heimat näher bringen, sodass sie sich mit ihr identifizieren können. Die Kinder erhalten ein subjektives Bild ihrer Umgebung, das ihnen Orientierung, Vertrautheit und Sicherheit gibt.

Die Lehrperson leitet das Geschehen lediglich an. Sie erhält am Ende einen Einblick in das Denken und die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.

Stichwortgeschichte

Die Methode ist eine spielerische Art eine Lernzielkontrolle oder Wiederholung durchzuführen. Das Ziel der Methode ist es, die Kreativität und die sprachlichen Fähigkeiten zu fördern, die Konzentrationsfähigkeit zu trainieren und während der Durchführung das Selbstbewusstsein und die Solidarität der Schüler/innen zu stärken. Zudem wird der Unterrichtsinhalt wiederholt und gefestigt zur Vorbereitung auf eine Prüfung oder eine Klassenarbeit.

Ablauf:

  1. Schritt: In Einzel- oder Partnerarbeit notiert jeder/jede Schüler/in auf zwei Karten jeweils einen Begriff zu einem von der Lehrperson vorgegebenen Thema.
  2. Schritt: Es folgt die Arbeit im Plenum. Alle Karten werden zuerst eingesammelt und gut durchgemischt, zum Beispiel in einem Karton o.ä. Jeder/jede Schüler/in zieht nun jeweils zwei Karten und beschreibt im Sitzkreis den Zusammenhang zwischen den beiden Begriffen mit Hilfe einer lustigen oder spannenden Geschichte, die beide Begriffe enthält und fachlich richtig erklärt.

3-mal plus, 3-mal minus

Die Methode „3-mal plus, 3-mal minus“ eignet sich gut, um Feedback zu einer kurzen Lehreinheit oder zu Lehrmitteln zu erhalten und um diese dadurch zu evaluieren.
Jedoch kann man diese Methode auch gut zur Sammlung von Vor- und Nachteilen zu einem bestimmten Thema nutzen, wie z.B. „Ob die PKW Maut in Deutschland eingeführt werden sollte?“
Beispiel: Methodentag, Schullektüre, Gruppenarbeit

Ablauf:
1. Die Lehrperson informiert die Schüler und Schülerinnen über die Methode und gibt das Thema vor.
2. Die Lehrperson teilt jeweils sechs Moderationskärtchen für jeden aus.
3. Die Schüler und Schülerinnen schreiben jeweils drei positive und drei negative Aspekte zu dem vorgegebenen Thema auf.
4. Alle Moderationskärtchen werden an der Tafel befestigt.
5. Im Plenum werden die Karten dann nach positiven, negativen und ähnlichen Meinungen sortiert. Es können gegebenenfalls unklare Formulierungen geklärt werden.

Durch die vorgestellte Methode kann eine Lehrperson ein Klassenfeedback zu Themen, Lehreinheiten und Lehrmaterialien erhalten.

Kopfstand

Bei der Kopfstand-Methode handelt es sich um eine Problemlösetechnik, bei der die Problematik sprichwörtlich auf den Kopf gestellt wird. Die Ursprüngliche Frage/Herausforderung, beispielsweise „Wie wird unsere Theateraufführung ein voller Erfolg?“, wird also zunächst umgekehrt zu „Was können wir tun, damit unsere Theateraufführung glorreich scheitert?“. Die Schülerinnen und Schüler notieren anschließend in Einzelarbeit ihre „Negativ-Ideen“. Nach ca. 10 Minuten werden die Vorschläge an der Tafel oder einer Pinnwand gesammelt und in Kategorien geclustert. Letztendlich werden die notierten Vorschläge wieder umgekehrt um somit eine Grundlage zur Lösung des Ausgangsproblem zu bieten.