Talkshow

Bei der gesprächsorientierten Methode „Talkshow“ handelt es sich um ein fiktives, im Unterricht inszeniertes Streitgespräch, das unterschiedliche Meinungen und Standpunkte gegenüberstellt und diskutiert. Eine Talkshow besteht aus einer Recherche-, Debatten- und Reflexionsphase.

Das Konzept der Talkshow fördert die Urteilsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler indem diese lernen, widerstreitende Positionen klar herauszuarbeiten, zu vertreten, zweckrational oder wertrational zu begründen und vergleichend gegenüberzustellen.


Ablauf:

Die Lehrkraft präsentiert den Schülerinnen und Schülern eine präzise formulierte Streitfrage. Zuallererst wird die Klasse in zwei Gruppen unterteilt. Gruppe A beschäftigt sich mit der Pro-Position und Gruppe B mit der Kontra-Position. Dann beginnt die Recherchephase. Die Schülerinnen und Schüler werden in Partner- oder Kleingruppen eingeteilt und entwickeln Argumente für ihre Position, antizipieren Argumente der Gegenseite und konzipieren argumentative Gegenstrategien. Informationen können beispielsweise mittels Literatur- oder Internetrecherche zusammengetragen werden. Es folgt im Anschluss an die Recherchephase ein Austausch über die gesammelten Argumente innerhalb der Großgruppe. Nun beginnt die praktische Umsetzung des Streitgespräches. Die Schülerinnen und Schüler werden ihren Rollen zugewiesen, die sie während der Diskussion übernehmen sollen: Repräsentant der Pro- oder Kontra-Seite, neutraler Moderator oder Beobachter bzw. Publikum. Gegebenenfalls erhält die Klasse nun noch einmal Zeit sich auf die tatsächliche Umsetzung vorzubereiten. Der konkrete Ablauf der Talkshow an sich kann frei gestaltet werden. Zum Abschluss ist es möglich, eine Abstimmung durchführen zu lassen, in der sich jede Schülerin und jeder Schüler frei positionieren kann. Die entstandenen Ergebnisse sollten reflektiert und zu guter Letzt gesichert werden.

Fiktives Interview

Um einen Text zu erfassen und zu verstehen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das fiktive Interview ist eine davon. Hierbei geht es darum, dass Schüler einen beliebigen Text in ein Interview umwandeln. Dies dient vor allem dazu, den Inhalt des Textes zu verstehen und wichtige Punkte aus dem Text herauszuarbeiten. Die Schüler erstellen zum Beispiel Fragen, die durch den Text beantwortet werden. Zum Schluss kann das Interview auch im Plenum vorgespielt werden (vgl. Scholz 2004, Methodenkarte 12b).

Freiarbeit

Freiarbeit ist eine Unterrichts- und Lernform die besonders im offenen Unterricht eingesetzt werden kann. In der Freiarbeit hat der Lerner ein hohes Maß an Eigenverantwortung und persönlicher Freiheit. Er setzt sich selbst ein Lernziel und versucht dieses in Eigenleistung zu erreichen.

Klassische, hierachische Strukturen zwischen Lehrenden und Lernenden werden in der Freiarbeit teilweise aufgehoben. Der Lehrende übernimmt bei dieser Methode vermehrt eine Rolle als Begleiter und Berater. Des Weiteren hat er die Aufgabe, den Lernenden ausreichend Materialien und Aufgaben zur Verfügung zu stellen.

Die Themen, die in der Freiarbeit behandelt werden, sollten sich an der Lebenswelt und den Interessen der Lernenden orientieren.

Ein wichtiges Ziel von Freiarbeit ist, das selbstverantwortliche Lernen zu fördern und den Lernenden zu ermöglichen, eigene Lernwege zu entdecken.

Lesetagebuch

In einem Lesetagebuch werden Erstleseeindrücke zu Büchern, Geschichten oder Gedichten von den Lernern in einem Tagebuch festgehalten. Die Schülerinnen und Schüler können spontane Ideen, Fragen, Assoziationen, Bemerkungen oder Kommentare zum Gelesenen in ihrem Lesetagebuch aufschreiben. Auf diese Weise können sie sich mit der Lektüre auseinandersetzen.

Bei der Methode „Lesetagebuch“ ist es wichtig, dass die Lehrerin oder der Lehrer nicht zu stark lenkend eingreift, um den Schülerinnen und Schülern genügend Freiraum zu geben, eigene Ideen zu verwirklichen. Die Lerner haben also die Möglichkeit, relativ frei und offen die für sie wichtigsten Aspekte im Tagebuch festzuhalten. Auf diese Weise kann der Lehrende gut herausfinden, welche Textstellen von den SuS als besonders wichtig empfunden werden, bzw. welche ihnen Schwierigkeiten bereiten.

Mit einem Lesetagebuch können die Lernenden ein erweitertes Textverständnis erreichen und das eigene Leseerlebnis intensivieren, da sie sich mehr mit der Literatur auseinandersetzen.

Laufdiktat

Bei einem Laufdiktat wird ein Text in einzelne Abschnitte geteilt, welche durch die Lehrkraft im Raum an verschiedenen Stellen abgelegt werden. Die Aufgabe der Lernenden ist es, nach vorgegebener Reihenfolge, jeweils zu einem der Abschnitte zu gehen und sich diesen einzuprägen. Danach gehen die Lernenden zu ihrem Sitzplatz und schreiben den Textabschnitt auf.
Bei einem Laufdiktat kann die Zielsetzung entweder die Förderung der Rechtschreibkompetenz oder die Vermittlung von Sachinhalten durch den zu bearbeitenden Text sein.

Das Vierer-Skript

Die Ergebnisse aus einer Gruppenarbeit werden in Stichpunkten auf einem Plakat mit vier Feldern festgehalten. Die Felder können sich durch vier verschiedene Themenaspekte unterscheiden oder aus den individuell verschiedenen Ergebnissen zu einem Thema in einer Gruppe mit vier Personen bestehen. In ein Feld schreibt entweder eine einzelne Person ihre Ergebnisse oder die Gruppe einigt sich auf Stichpunkte, welche sie in eines der Felder einträgt. In diesem Fall würde die nächste Gruppe ihre Ergebnisse in das nächste Feld schreiben. In einem Kreis in der Mitte können Übereinstimmungen oder passende Überschriften festgehalten werden.

Ideensalat

Die Methode besteht aus drei Phasen. In der ersten Phase bekommen die Schülerinnen und Schüler Fragen und schreiben ihre Antworten in Einzelarbeit. Sie bekommen dazu von der Lehrkraft ein Blatt Papier oder verschiedenfarbige Karten und auf jeder Karte wird eine andere Frage beantwortet. Die Lehrkraft sammelt die Karten ein und verteilt sie auf Gruppen. Es müssen so viele Gruppen vorhanden sein, wie Fragen gestellt wurden. In der zweiten Phase bekommen die Gruppen alle vorher aufgeschriebenen Antworten zu einer Frage und sortieren diese, beispielsweise indem öfter genannte Aspekte zusammengelegt, oder die Antworten Kategorien zugeordnet werden. In der dritten Phase stellen die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum vor.

Schneeballmethode

Die Schülerinnen und Schüler notieren in Einzelarbeit fünf Aspekte zu einer Frage auf ein Din-A5-Blatt. Danach tauschen sie sich mit einem Partner oder einer Partnerin aus. Beide einigen sich auf sechs Aspekte, die auf ein Din-A4-Blatt geschrieben werden. Anschließend werden zwei Zweierteams zu einer Vierergruppe zusammengefasst. In dieser Gruppe besprechen die Schülerinnen und Schüler wieder ihre Ergebnisse und einigen sich auf acht Aspekte, die auf ein Din-A3- Blatt geschrieben werden. Zum Schluss stellen die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum vor.

Buchstaben-Verbindungen

Die Methode „Buchstaben-Verbindungen“ soll Assoziationen zu einem Thema oder zu einem Begriff liefern. Sie ist besonders geeignet als Einstieg in ein neues Thema, um zu überprüfen, auf welchem Stand die SuS sich befinden und über welches Vorwissen sie verfügen.
Diese Methode lässt sich in drei verschiedene Variationen unterteilen (s. Buchstaben-Verbindungen )

  1. Die erste Variante ist das „Alphabet“. Dabei werden zu einem Thema oder Schlagwort Assoziationen gesammelt, die mit den Buchstaben des Alphabets beginnen.
  2. Die zweite Variante „Buchstaben-Impulse“ nutzt die Buchstaben des Schlagwortes, z.B. Freundschaft, als Anfangsbuchstaben für die dazugehörigen Begriffe.
  3. Die dritte Variante ist der „Buchstaben-Impuls“. Bei dieser Variante wird das Impulswort waagerecht geschrieben und die Assoziationen werden senkrecht in dieses Impulswort eingefügt.