Kärtchenrechnen

Aufgabe der Lehrkraft ist in der Vorbereitung einige Karteikarten mit Rechenaufgaben, die dem aktuellen Schulstoff entsprechen, zu beschriften. Die Stühle sind in einem Kreis angeordnet. Auf jedem Stuhl liegt zu Beginn eine Karteikarte.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich auf einen Stuhl im Stuhlkreis. Jede*r Schüler*in rechnet die Aufgabe auf der jeweiligen Karteikarte und schreibt das Ergebnis auf die Rückseite. Nun ist es Aufgabe des*der Nachbar*in, das Ergebnis der Aufgabe zu kontrollieren.
Anschließend gibt die Lehrkraft ein Zeichen zum Platzwechsel. Die Schüler*innen rutschen einen Platz weiter, rechnen die nächste Aufgabe und kontrollieren sich selbst, indem sie die Karte umdrehen. Es kann nun beliebig lange weiter gerutscht werden.

Gefühlskreis

Der Gefühlskreis dient zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühl und kann zur Reflexion bestimmter Situationen genutzt werden. Die Schüler und Schülerinnen wählen aus den Karten (Herz, Hand, Stopp) aus und überreichen diese entweder anderen Schülern und Schülerinnen oder dem Lehrer. Diese Handlung wird immer von einer Begründung begleitet. Die Herz Karte steht für ‚Gefällt mir/Ich habe mich über etwas gefreut‘ die Hand Karte steht für ‚ich möchte mich vertragen/entschuldigen‘ und die Stopp-Schild Karte steht für ‚ich habe mich geärgert/bin unzufrieden/bin traurig/finde etwas nicht gut‘.

Würfelfeedback

Die Methode des Würfelfeedbacks wird zum Schluss einer Unterrichtseinheit, eines Tages oder einer Stunde eingesetzt. Dabei werfen nacheinander mehrere Kinder den Würfel und nehmen abhängig von der Augenzahl Stellung zu den dazugehörigen Satzanfängen. Diese wurden zuvor von der Lehrkraft auf einem Plakat vorbereitet oder an die Tafel geschrieben. Die Satzanfänge können je nach Situation und Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler in ihrem inhaltlichen Schwerpunkt und ihrer Komplexität variiert werden.

Sobald die Schülerinnen und Schüler mit der Methode vertraut sind, können diese auch das Würfelfeedback selbst vorbereiten. So werden die Satzanfänge zu Beginn des Würfelfeedbacks selber erarbeitet, indem sich beispielsweise sechs Gruppen bilden, die sich jeweils einen Satzanfang überlegen.

Mögliche Satzanfänge für die gewürfelten Zahlen sind:

  1. Mir hat gut gefallen, dass …
  2. Mir hat nicht so gut gefallen, dass …
  3. Ich konnte heute gut umsetzen, dass …
  4. Ich konnte heute nicht so gut umsetzen, dass …
  5. Beim nächsten Mal könnte ich besser machen, dass …
  6. Ich habe heute gelernt, dass …

Die Reflexion kann beispielsweise zu einer neu gelernten Methode oder einem zuvor behandelten Inhalt durchgeführt werden.

Rollenspiele

In Rollenspielen stellt eine Gruppe aus beliebig vielen Personen eine Situation dar. Kennzeichnend ist hierbei, dass die Akteure eine andere Rolle einnehmen, die sie in dieser Szene verkörpern.

Diese Methode kann zu unterschiedlichen Themen und in verschiedenen Sprachen durchgeführt werden. Es eignen sich vor allem Konfliktthemen, bei denen die Spielenden verschiedene Standpunkte vertreten.

Die Methode lässt sich bei der Umsetzung in drei Phasen gliedern, wobei in der zweiten Phase die Umsetzung des Rollenspiels erfolgt. Dennoch wäre die Methode ohne die anderen Phasen nicht effektiv für den Unterricht.

Nach einer Gruppeneinteilung während der ersten Phase liefert die Lehrperson den Schülerinnen und Schülern wichtige Informationen für die Rollenspiele und den weiteren Unterrichtsverlauf. Darunter fallen Angaben zu dem Zeitmanagement, den Spielcharakteren, der Szene sowie der abschließenden Phase. Diese Anweisungen können sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen. Die schriftliche Aushändigung der Informationen bietet sich an, wenn die jeweiligen Gruppen unterschiedliche Szenen ausarbeiten sollen. Nach der Einführung der Lehrkraft werden die Rollenspiele in Gruppen vorbereitet. Dabei einigen sich die SuS darauf, wer welche Rolle in der Szene übernimmt. Diese Rollenzuteilung kann auch von der Lehrkraft übernommen werden, wenn diese es für notwendig hält. Außerdem machen sich die SuS mit den Spielcharakteren und dessen Motivationen vertraut und arbeiten die Unterschiede der Meinungen heraus. Bevor die Gruppen ihr Rollenspiel präsentieren, wird dieses geprobt und möglicherweise noch verändert. Unterdessen nimmt die Lehrkraft die lernbegleitende Rolle ein, greift jedoch ein, wenn es zu laut wird.

Es folgt die Phase der Durchführung, in der die Gruppen ihre vorbereiteten Rollenspiele aufführen. Währenddessen beobachten die restlichen Gruppen die Vorstellung in Bezug auf die vorgegebenen Kriterien der Lehrkraft. Damit die Präsentation gewürdigt wird, muss die Lehrperson dafür sorgen, dass sich die restlichen Gruppen nicht weiterhin mit ihren Rollenspielen oder anderen Dingen beschäftigen, sondern ihrer Aufgabe als Beobachter*in nachgehen.

Anschließend werden die Beobachtungen in einer Besprechung vorgetragen. Außerdem beschreiben die Akteure, wie sie sich in ihrer Rolle gefühlt haben. Daraus werden Konsequenzen für den Alltag entwickelt und zum Beispiel mögliche Verhaltensweisen und Regeln in bestimmten Situationen erarbeitet.

Rollenspiele können als Einstieg eingesetzt werden, um die SuS spielerisch auf ein neues Thema einzustimmen. Ebenso können gelernte Inhalte während der Erarbeitung in einem Rollenspiel umgesetzt werden. In der Ergebnissicherung findet die Methode in gleicher Weise Verwendung.

Redekette

Bei der Redekette handelt es sich um eine Methode, bei der die Schülerinnen und Schüler das Unterrichtsgespräch selbstständig leiten. Die Lehrkraft hält sich während des Gesprächs als stiller Zuhörer im Hintergrund und unterbricht die Redekette der Klasse nur bei Missachtung der Gesprächsregeln.

Durchführung
Zunächst formuliert die Lehrkraft eine Frage oder eine Aufgabenstellung, mit der sich die SuS auseinandersetzen sollen, bevor sich die Lehrkraft aus dem Unterrichtsgespräch zurückzieht und Notizen mitschreibt. Ein*e Schüler*in beginnt mit einem Beitrag zum Thema und gibt das Sprachrecht anschließend an eine*n Mitschüler*in weiter, welche*r wiederum eine Antwort gibt. Diese Kette wird schülergeleitet fortgesetzt. Abschließend kann die Lehrkraft auf Grundlage ihrer angefertigten Notizen das Unterrichtsgespräch zusammenfassen.

Die Methode ist besonders in der Einstiegsphase einer Einheit sinnvoll, um individuelle Erfahrungen und das Vorwissen der SuS zu ermitteln. Die Redekette kann auch eine Arbeitsphase abschließen, wenn die erarbeiteten Ergebnisse zum Gesprächsinhalt werden. Bei der Erarbeitung selbst sollte die Gesprächsleitung allerdings weiterhin die Aufgabe der Lehrkraft sein. Daneben eignet sich die Redekette ebenfalls für eine Reflexion, bei der jede Schülerin und jeder Schüler in einer entspannten Atmosphäre seine Meinung äußern kann. Zudem kann die Methode verwendet werden, um klasseninterne Vorhaben zu planen und gemeinsam Ideen für diese zu sammeln.

Fishbowl-Diskussion

Bei der Diskussionsmethode „Fishbowl“ (Aquarium) entfalten die Schüler und Schülerinnen ein Thema argumentativ (Brenner & Brenner, 2012, S. 54).

Es werden zu einem strittigen Thema in der Klasse eine Pro- und eine Kontra-Gruppe und anschließend zwei Stuhlkreise (ein Innen- und ein Außenkreis) gebildet (Hugenschmidt & Technau, 2005, S. 66). Der Innenkreis, in dem die Thematik diskutiert wird, besteht aus einem Sprecher der Gruppen, einem oder zwei Moderator*innen und einem bis zwei freien Stühlen (ebd.) Der*die Moderator*in leitet die Diskussion ein und achtet auf die Einhaltung der Gesprächsregeln (Mattes, 2011, S. 254). SuS des Außenkreises beteiligen sich an der Diskussion, indem sie sich auf einen freien Stuhl im Innenkreis setzen. Diese*r  Schüler*in erhält als nächstes das Wort, setzt sich aber nach Verdeutlichung des Standpunktes zurück in den Außenkreis (Hugenschmidt & Technau, 2005, S. 66). Vom Außenkreis kann der Antrag gestellt werden, die Diskussion zu beenden, wenn keine neuen Gesichtspunkte mehr angesprochen werden. Die Gesamtgruppe stimmt über diesen Antrag ab (Brenner & Brenner, 2012, S. 55).

 

Abstimmung

Die Abstimmung ist laut der Bundeszentrale für politische Bildung ein „Verfahren zur Endscheidung von Sachfragen“(Hrsg. Bundeszentrale für politische Bildung, 2016, Abstimmung). Durch die Moderation des Lehrers wird eine bestimmte vorher klar definierte Thematik besprochen – z.B. die Klassensprecherwahl oder der nächste Schulausflug. Die SuS schreiben ihre Stimmen auf einen Zettel und die Lehrperson zählt die Zettel aus. Anschließend wird von ihr gekennzeichnet, welche Kategorie die meisten Stimmen hat. Bei Gleichstand muss noch einmal gewählt werden.

Einstiegsgeschichte

„Es gibt nichts Spannenderes als eine gut erzählte Geschichte“ (Greving & Paradies, S.30). – Die Methode eignet sich prinzipiell für alle Schulformen, bedarf lediglich kleiner individueller Variationen.

Eine Geschichte, welche je nach Thematik und Altersstufe variiert, wird möglichst natürlich und frei von der Lehrperson erzählt. Die Geschichte kann dabei entweder einer Quelle entnommen oder von der Lehrperson eigenständig verfasst sein.

Um die Geschichte möglichst ansprechend zu erzählen und für Lebendigkeit zu sorgen, sollte Wert auf gezielt „eingesetzte Mimik, Gestik und Bewegungen im Raum, Variationen in Intonation und Lautstärke, Sprechtempo und Pausen“ (Greving & Paradies, S. 31) gelegt werden.

Durch die Einbettung der Geschichte in altersgemäße Settings und Handlungsabläufe sowie Charaktere, in die sich die SuS gut hineinversetzen können, kann Spannung und Neugier erzeugt werden.

Ampelspiel

Die Methode eignet sich prinzipiell für alle Schulformen, bedarf lediglich kleiner individueller Variationen.

Alle SuS erhalten drei Farbkarten entsprechend den Farben der Ampel. Grün bedeutet Zustimmung, gelb bedeutet Unentschiedenheit oder Diskussionsbedarf, rot bedeutet Ablehnung.

Die Lehrperson nennt Thesen, zu denen die SuS mittels Hochhalten der entsprechenden Farbkarte ihre Einschätzung/Meinung ausdrücken. Anschließend wird nach kurzer Beobachtungszeit über das Ergebnis gesprochen, indem die SuS sich gegenseitig nach Gründen fragen oder mögliche Unentschiedenheit thematisiert werden kann.