Call und Response

Call und Response ist ursprünglich ein musikalisches/rhythmisches Muster, das auf dem Ruf (Call) eines Vorsängers/Sprechers und der darauffolgenden Antwort (Response) eines Chores oder einer Sprechergruppe basiert. Die meisten SuS können schnell über diesen Weg zu einem gemeinsamen Rhythmus finden. Deswegen eignet sich die Methode gut für das Lernen rhythmischer Texte. Der Sprecher oder die Sprecherin trägt einen kurzen Teil der Textpassage rhythmisch vor und die Gruppe spricht nach. Diese Passage wird im Loop (fortlaufende Wiederholung) gesprochen, bis der Vorsänger oder die Vorsängerin zum nächsten Teil übergeht.  Die Person in der Rolle des Caller  entscheidet wie oft einzelne Teile wiederholt werden. Er oder sie hat die freie Wahl mehrere Pattern zu längeren Mustern zusammenzusetzen. Sind die Inhalte sicher erfasst, kann die Lehrkraft in die ursprüngliche Call und Response Form wechseln. Hilfreich sind das Aufstellen in einem großen Kreis und rhythmische Schrittbewegungen zur Unterstützung des gemeinsamen Pulses.

Bildervergleich

Die SuS erhalten jeweils zwei Bilder. Diese sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufweisen, damit diese in einer Gegenüberstellung von den SuS verglichen und analysiert werden können. Diese Methode kann im Plenum oder auch in Einzel- oder Partner*innenarbeit durchgeführt werden. Anschließend wird es im Plenum besprochen.

Wandzeitung

Die Wandzeitung ist eine vielfältige und kreative Methode, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren.

Eine Wandzeitung bietet die Möglichkeit der Visualisierung und Dokumentation von bestimmten Themen und Arbeitsprozessen. Zugleich verschafft die Wandzeitung dem Betrachter einen Überblick über ein bestimmtes Thema.

Es können End- und Zwischenergebnisse, Prozesse, Projekte, Meinungen und Informationen dokumentiert werden. Neben dieser inhaltlichen Arbeit ist die Wandzeitung auch geeignet, um Beziehungsarbeit in der Klasse zu leisten. Dies bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler Kritik und Lob mit Hilfe der Wandzeitung zum Ausdruck bringen können, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei, sich eine Meinung zu bilden und diese frei zu äußern. Die Lernenden übernehmen selbst Verantwortung, indem sie die Wandzeitung gestalten und sich daher mit dem Lerngegenstand persönlich verbinden.

 

Eckenraten

Vier SuS  werden ausgewählt und auf die Ecken des Raumes verteilt. Dann stellt der/ die SpielleiterIn Fragen. Möglich wären hier das Abfragen von Vokabeln, das Lösen von Kopfrechnen-Aufgaben, Höraufgaben im Musikunterricht oder Wissensfragen aus verschiedenen Bereichen. Wer die Frage zuerst korrekt beantwortet, darf eine Ecke weiterziehen und wer zuerst wieder in seiner Anfangsecke steht, gewinnt die Runde. Ein Durchlauf variiert von der Dauer zwischen 4 und 10 Minuten, je nach dem, wie schnell die SuS sind und wie schwierig die Fragen sind.

Vier-Ecken-Methode

Mit dieser Methode können sich sowohl die SuS als auch die Lehrkraft einen Eindruck davon verschaffen, welche Meinungen wie oft innerhalb der Klasse vertreten sind. Da die SuS sich von ihren Plätzen erheben müssen und sich im Raum bewegen müssen, ist das Vier-Ecken-Spiel eine gute Möglichkeit den Unterricht zwischendurch etwas aufzulockern.

Die Klasse sammelt sich in der Raummitte. Von der Lehrkraft wird dann ein Satzanfang vorgelesen oder eine Frage gestellt und dazu vier Antwortmöglichkeiten vorgegeben ( in jeder Ecke des Raums eine). Diese sollten möglichst durch ein Bild oder Plakat veranschaulicht werden.  Die SuS müssen für sich entscheiden, welche der Antwortmöglichkeiten für sie die richtige ist und sich in die jeweilige Ecke begeben. Haben sich alle positioniert, wird einige Sekunden abgewartet bis die nächste Runde startet, sodass jeder gucken kann wer wo steht bzw. wie viele SuS in den Ecken stehen.

Ergänzend können die SuS dazu aufgefordert werden, ihren Standpunkt mit den SuS mit dem gleichen Standpunkt zu diskutieren. Im Anschluss wird in jeder Gruppe ein Sprecher/In gelost, der/die Standpunkte der Gruppe im Plenum vertritt.

Die SuS üben sich in Meinungsbildung und erlangen Selbstkompetenz durch das vertreten der eigenen Meinung.

 

Positionslinie/ Bewertungsstrahl

Diese Methode bietet für die SuS die Möglichkeit, mithilfe eines auf dem Boden angebrachten Klebestreifens, aktiv (Körper+Geist) auf geschlossene Fragestellungen der Lehrkraft zu antworten. Die Enden der Linie/des Strahls stehen dabei für die Antwortoptionen Ja und Nein auf denen die SuS sich positionieren können. Mit dem Klebeband oder der Schnur wird eine Linie durch das Klassenzimmer gezogen. Die Enden der Linie stellen jeweils alternative Pole dar wie zB. ja/nein oder stimmt/stimmt nicht. Der Abstand zwischen den Polen entspricht abgestuften Meinungen zu dem entsprechendem Thema. Dann stellt der Lehrer eine Frage oder ein Problem in den Raum zu dem die Schülerinnen und Schüler sich auf der Linie positionieren sollen.

Diese Methode kann zu Beginn oder Ende einer Unterrichtsstunde/einheit als Lernstandserhebung/ Reflexion/ Anregung für weiterführende oder neue Lerninhalte/ziele genutzt werden. Mögliche Bsp.: „Bist du denn schon richtig wach?“/“Hast du schonmal etwas über Recycling gehört?/“Hat dir das Experiment Spass gemacht?“/“Kannst du zwei Kinderrechte nennen?“/“Kann man Freundschaft kaufen?“. Weiterführend kann die Lehrkraft auch nach Begründungen der Entscheidungen der SuS fragen und somit einen Übergang zu einer Diskussionssituation schaffen.

Fishbowl Diskussion

Bei der Diskussionsmethode „Fishbowl“ (Aquarium) entfalten die Schüler und Schülerinnen ein Thema argumentativ. Zuerst werden die SuSin mindestens zwei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe vertritt hier dabei eine eigene, von den anderen Gruppen unterschiedliche Meinung. Die Gruppen erarbeiten zunächst ein Thema, indem sie z.B. einen Text lesen und Argumente herausstellen, welche sie für ihre Rolle bzw. für ihre zugeteilte Meinung benötigen. Es werden zwei Stuhlkreise (ein Innen- und ein Außenkreis) gebildet. Der Innenkreis, in dem die Thematik diskutiert wird, besteht aus einem oder mehreren SprecherInnen der Gruppen, einem oder zwei ModeratorInnen und einem bis zwei freien Stühlen. Die anderen Schüler sind Zuhörer bzw. Beobachter. Der/die Moderator*in leitet die Diskussion ein und achtet auf die Einhaltung der Gesprächsregeln. Die SuS im Außenkreises  können sich an der Diskussion beteiligen indem sie sich auf einen freien Stuhl im Innenkreis setzen. Diese*r  Schüler*in erhält als nächstes das Wort, setzt sich aber nach Verdeutlichung des Standpunktes zurück in den Außenkreis. Vom Außenkreis kann der Antrag gestellt werden, die Diskussion zu beenden, wenn keine neuen Gesichtspunkte mehr angesprochen werden. Die Gesamtgruppe stimmt über diesen Antrag ab.  Am Ende der Diskussion wertet der/die  Moderator*in die Diskussion aus. Die Methode kann in vielen Situationen und Kontexten eingesetzt werden. Gerade jüngere SuS können mit dieser Methode das angemessene Verhandeln miteinander z.B. über Konflikte im Schulalltag oder Ziele einer Klassenfahrt lernen. 

Fehlergeschichte

Bei einer Fehlergeschichte wird von der Lehrperson eine Geschichte zweimal vorgetragen. Jedoch unterscheiden sich die beiden Versionen der Geschichte in manchen Details. Zuerst informiert die Lehrperson die Schüler über das Vorgehen und rät ihnen, aufzupassen und aufmerksam zuzuhören. Die Lehrperson trägt im Anschluss die vorbereitete Geschichte möglichst lebendig vor. Direkt danach wird die Geschichte mit einigen Abweichungen oder falschen Fakten z.B. veränderte Namen, Orte, Wochentage…wiedergegeben.  Die Aufgabe der Lernenden ist es, sich die Details der ersten Version zu merken. Beim zweiten Vortragen sollen die SuS bei Fehlern bzw. Veränderungen die Hand heben und diese nach Aufforderung richtig stellen. Das Ziel der Methode ist es, die Konzentrations- und Merkfähigkeit der SuS zu trainieren. 

Expertenbefragung

In der Expertenbefragung befragen die SuS eine fachkundige Person zu einem bestimmten Thema gemäß ihren Interessen und/oder gestellten Aufgaben. In jedem Fall sollte die Expertenbefragung strukturell geplant, Fragen im Vorfeld gesammelt und u. U. ein Fragenkatalog erstellt werden.

Expertenbefragungen können sowohl in der Schule als auch bei Besuchen von außerschulischen Lernorten durchgeführt werden. Die Lehrkraft moderiert nur zu Beginn einführend organisatorisch und tritt dann in den Hintergrund. Nur bei Gefährdung des Gesamtablaufes oder bei Überforderung der Klasse ist ein Eingreifen sinnvoll.

Um den Lernerfolg zu gewährleisten, sollte die Expertenbefragung in einer Nachbereitung reflektiert und gesammelte Befragungsergebnisse gesichert, korrigiert und verfestigt werden.

Zuruffrage

Die Lehrkraft stellt eine gut verständliche Frage an die Klasse. Diese wird auch visuell an der Tafel oder auf einer Overheadfolie dargestellt, damit die SuS diese im Laufe der Methode nochmals nachlesen können bzw. ggf. SuS mit Förderschwerpunkten diese nochmals anders präsentiert bekommen.

Im weiteren Verlauf werden die SuS dazu angeregt, ihre Antworten auf die Frage hereinzurufen. Die Antworten werden dann bspw. durch die Lehrkraft neben der schriftlich notierten Frage festgehalten.

Die SuS sollen besonders zu spontanen Äußerungen und Handlungen angeregt werden. Hierbei greift kein ordnendes Prinzip, sondern die Spontanität bestimmt die Methode.