Freiflug

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Der „Freiflug“ ist eine Methode, um die Kreativität, die Teamfähigkeit und das Kennenlernen einer neuen Gruppe zu stärken. Es geht dabei weniger um Sach- als um Handlungskompetenz, eher um das „Freifliegen“, wodurch ein zwangloser Charakter entsteht. Außerdem verbindet die Teilnehmer*innen die Erfahrung, dass sie aus einigen „gekrakelten“ Zeichnungen ein Gesamtkunstwerk schaffen können, zu dem jedes Teammitglied einen Teil beigetragen hat.

Beschreibung

Die Methode setzt sich aus bis zu 8 stringent aufeinanderfolgenden Schritten zusammen:

  1. Die Teilnehmenden schließen die Augen, nachdem sie Blatt und Stift zur Hand genommen haben, und bringen eine einfache Zeichnung zu Papier.
  2. Die Teilnehmenden öffnen die Augen und malen ihre Figur bunt aus, betten sie in einen Hintergrund ein etc.
  3. Den Zeichnungen werden 5 Begriffe assoziativ zugeordnet. Es ist hilfreich, dabei verschiedene Wortarten zu fordern.
  4. Gruppenarbeitsphase: Die Teilnehmenden erläutern ihren Teammitgliedern, was sie gemalt haben.
  5. Aus den Begriffen aller Teammitglieder wird nun gemeinsam ein Text geschrieben. Dabei kann ein/e Moderator/in ein Thema oder auch eine Textart vorgeben.
  6. Nun soll die Gruppe sich eine Möglichkeit der Inszenierung für ihren Text ausdenken. Es ist alles außer bloßem Vorlesen erlaubt und alle Utensilien in der Umgebung dürfen genutzt werden.
  7. Die Inszenierungen werden den anderen Gruppen vorgeführt.
  8. Ggf. kann noch eine Reflexionsphase im Plenum über den Sinn der Methode und die Erfahrungen gemacht werden. Ob dieser Schritt sinnvoll ist, hängt vor allem von der Lerngruppe ab.

Tipps

Die Gruppengröße sollte nicht zu groß gewählt (max. 5 Mitglieder) und andernfalls in zwei Untergruppen geteilt werden.

Wird die Methode überraschend eingeführt, ohne dass die Teilnehmenden wissen, welche Schritte folgen werden, vermeidet man z. B. Diskussionen über die kreativen Fähigkeiten.

In Schritt 2 ist es angenehm, Hintergrundmusik laufen zu lassen.
In Schritt 4 kann jedes Teammitglied auch die Zeichnung eines anderen erläutern, statt der eigenen.

Der Zeitbedarf kann je nach Teilnehmendenzahl und Spiellust zwischen 45 und 75 Minuten variieren.

Material

Ein DIN A3 oder DIN A4 Blatt in weiß, bunte Stifte, Kreide o. Ä. für alle Teilnehmenden, ansonsten sollte aber nur das genutzt werden, was ohnehin vor Ort ist.

Variation

In Schritt 3 kann ein Themengebiet vorgegeben und die Methode so bereits in einen Unterrichtszusammenhang gebracht werden. Außerdem kann eine bestimmte Textart gefordert werden, um z. B. in einer Schulklasse in das Themengebiet „Gedichte“ einzuführen.

Quellen

Jahnke-Klein, S. & Meyer, H. (2012). Kreative Methoden zur Seminar- und Unterrichtsgestaltung. Oldenburg: Universität Oldenburg, Didaktisches Zentrum.