Meinungslinie (Positionslinie)

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Die Methode eignet sich um verschiedene Positionen, welche die SuS vertreten, sichtbar zu machen und so miteinander ins Gespräch und in die Diskussion zu kommen.

Beschreibung

Für die Meinungslinie zieht man im Klassenraum mit Kreide oder Klebeband eine etwa 6-10 Meter lange Linie an dessen Enden thematisch gegensätzliche Positionierungen angebracht sind. Die SuS können sich nun je nach dem zu welcher Seite sie nach ihrer persönlichen Überzeugung tendieren auf der Linie physisch positionieren. Dabei können sie sich an die Enden stellen, um ihre volle Zustimmung zu der vergebenen These zu signalisieren oder eine neutralere Position in der Mitte einnehmen.
Nun kommt die Lehrkraft ins Spiel und initiiert die Diskussionen. Zunächst können sich die SuS, die sich ähnlich positioniert, austauschen. Dann erfragt die Lehrkraft die Gründe für die Positionierung, möglichst an den „extremen“ Enden. Aufgrund der räumlichen Positionierung und des vorigen Meinungsaustausches kann so eine Diskussion zwischen den Meinungsgruppen hergestellt werden. Die Reflexionskompetenzen der SuS werden dadurch ebenso gestärkt wie Fähigkeit eine Debatte zu führen. Sobald die Diskussion ein sinnvolles Ende gefunden hat kann die Lehrkraft das Thema mit anderen Methoden vertiefen und hat dabei ein Stück weit emotionale und gedankliche Teilnahme erreicht. Die Visualisierung der unterschiedlichen Positionen regt noch mehr zur Diskussion an. Die SuS befinden sich quasi beim Aufstellen bereits räumlich im Meinungsaustausch.

Differenzierungsmöglichkeiten

Die Differenzierungsmöglichkeiten bei dieser Unterrichtsmethode sind vielfältig. Für geisteswissenschaftlichen Unterricht, indem Rede- und Analysekompetenzen gestärkt werden sollen, können auf diese Weise auch provokante Themen behandelt werden. Zu jeder Unterrichtseinheit lassen sich Grundpositionen finden, die Mithilfe der Meinungslinie erörtert werden. Auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der SuS kann bei der Auswahl der Grundposition Rücksicht genommen werden. Eher stillere SuS können, falls nicht bloßstellend angewandt, speziell nach ihrer Meinung gefragt werden.

Tipps

Bei der Wahl der Räumlichkeit sollte die Größe, Lautstärke und die Dynamik der Klasse berücksichtigt werden.

Material

An den Enden der Linie können Plakate mit den Positionen angebracht werden, es reicht jedoch auch der simple Einsatz von Kreide auf dem Boden.

Variation

Die Lehrkraft kann frei entscheiden wie und wann sie auf die Äußerungen der SuS eingeht. So kann entweder eine Diskussion frei entwickelt werden oder die Lehrkraft fragt bei bestimmten Gedanken näher nach oder fordert zu einer Reaktion auf eine These auf und lenkt damit die Diskussion in eine bestimmte Richtung.
Mit Hilfe elektronischer Medien könnte man das Ergebnis auch noch an die Tafel projizieren, um die Visualisierung auch dann aufrecht zu erhalten, wenn die SuS sich bereits wieder hingesetzt haben.

Diese Methode kann zu Beginn oder Ende einer Unterrichtsstunde/einheit als Lernstandserhebung/ Reflexion/ Anregung für weiterführende oder neue Lerninhalte/ziele genutzt werden. Mögliche Bsp.: „Bist du denn schon richtig wach?“/“Hast du schonmal etwas über Recycling gehört?/“Hat dir das Experiment Spaß gemacht?“/“Kannst du zwei Kinderrechte nennen?“/“Kann man Freundschaft kaufen?“. Weiterführend kann die Lehrkraft auch nach Begründungen der Entscheidungen der SuS fragen und somit einen Übergang zu einer Diskussionssituation schaffen.

Man kann die Positionslinie als Einstieg für eine Pro und Contra Diskussion verwenden. Nach der Diskussion könnten die SuS sich dann erneut positionieren, um zu schauen, ob sich die Meinungen nach der Diskussion verändert haben.

Quellen

Boelmann, Jan (2015): Umgang mit dem interaktiven Whiteboard. Das Einsteigerbuch, Augsburg.

Lange, Christina (2017): Was sagt mir Dietrich Bonhoeffer? Zugänge für den RU in Sek I und II, Göttingen.

Kress, Karin (2013): Binnendifferenzierung in der Sekundarstufe – Das Praxisbuch. Profi-Tipps und Materialien aus der Lehrerfortbildung, Donauwörth.