Sokratisches Gespräch

Das Sokratische Gespräch als eine metakommunikative Gesprächsmethode, die ermöglicht strukturiert über Themen und Leitfragen zu diskutieren.
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Beschreibung

Die Methode kann auf folgende Art und Weise durchgeführt werden:

  1. Der sokratische Dialog ist eine Gesprächsform, bei der die Lernenden anhand einer zentralen Leitfrage miteinander diskutieren. Im Mittelpunkt steht dabei die aktive Beteiligung aller Lernenden sowie der respektvolle Umgang mit unterschiedlichen Ansichten. Jede Meinung soll gehört, verstanden und in die gemeinsame Überlegung einbezogen werden.
  2. Die Lehrperson wählt eine Frage, wie z. B. „Was sind eigentlich Träume?“ oder „Ist jeder Mensch gleich wichtig?“.
  3. Die Lernenden geben nun ihre Auffassungen, Meinungen und Argumente im Plenumsgespräch bekannt. Hierbei soll Rücksicht auf andere genommen und die Meinung anderer gewertschätzt und akzeptiert werden.
  4. Wichtig ist, dass die Lernenden sich an die Regeln für das sokratische Gespräch halten.
  5. Zum Schluss wird das Metagespräch eröffnet. Hierbei geht es darum, ein Gespräch über das Gespräch zu führen (Wie ging es uns? Was hat uns gestört? Was war gut?).

Regeln für das sokratische Gespräch

  1. Die Lehrperson sagt ihre Meinung zum Thema nicht.
  2. Die Lehrperson lenkt das Gespräch am roten Faden entlang, d. h., wir verzetteln uns nicht an Nebenthemen.
  3. Bestreben nach Konsens, d. h., wir versuchen Sätze zu finden, denen alle zustimmen. Alle sagen aber nur das, was er/sie wirklich meint und stimmt nicht deswegen zu, weil die anderen es von ihm/ihr erwarten.
  4. Wir beginnen mit einem kleinen Beispiel.
  5. Wir hören dem anderen genau zu, versuchen zu verstehen und entgegnen unsere Meinung erst dann, wenn wir erklären können, was die andere Person meint.

Differenzierung

Folgende Differenzierung ist denkbar.

  • Für Lernende mit einer Aufmerksamkeitsstörung können regelmäßig Pausen und ein Wechsel der Themen eingehalten werden, um aufkommende Langeweile zu vermeiden.
  • Während des Gesprächs kann die Lehrperson wichtige Leitfragen und Ansätze an der Tafel festhalten.
  • ggf. Kann auch durch Bildkarten mit Daumen hoch, Daumen runter Zustimmung oder Ablehnung erfolgen.
  • Bei Bedarf kann ein Sprechstein als Hilfsmittel genutzt werden.

Tipps

Ziel des Gesprächs ist es, gemeinsam nach möglichen Antworten oder einer Wahrheit zu suchen. Gleichzeitig wird akzeptiert, dass manche Fragestellungen keine eindeutige Lösung haben. Durch klar vereinbarte Gesprächsregeln und eine neutrale Moderation durch die Lehrperson werden verschiedene Kompetenzen gefördert: Die Lernenden üben ihre mündliche Kommunikationsfähigkeit im sozialen Austausch, entwickeln ihre Fähigkeit zu logischem Argumentieren weiter, reflektieren unterschiedliche Standpunkte und stärken ihr selbstständiges Denken.

Material

ggfs.  Poster für die sokratischen Regeln im Klassenraum aufhängen

Literatur

Krohn, D.; Neißer, B. & Walter, N. (1996). Diskurstheorie und sokratisches Gespräch. Frankfurt am Main: dipa-Verlag.

Philisophisch-Politische Akademie (o. D.): Grundlagen des Sokratischen Gesprächs – PPA, Philosophisch-Politische Akademie, [online] https://www.philosophisch-politische-akademie.de/grundlagen-des-sokratischen-gespraechs/ [abgerufen am 11.03.2026].

 

Hashtag

In welcher Phase deines Unterrichts würdest du diese Methode einsetzen?

Zitationsvorschlag

Methodenkartei. Ein Kooperationsprojekt an den Universitäten Oldenburg und Vechta. Abrufbar unter: https://www.methodenkartei.uni-oldenburg.de/

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