Zahlenroulette

Die Methode „Zahlenroulette“ (Müller, 2004, S. 168) dient der Wiederholung und Sicherung der Inhalte der vorherigen Unterrichtsstunde. Allen Schülerinnen und Schülern wird durch Abzählen eine Zahl zugeordnet, die sie nun als ihre „Kennnummer“ (Müller, 2004, S. 168) verinnerlichen sollen. Daran anschließend wird durch die Lehrperson eine Impulsfrage dargeboten. Zudem nennt die Lehrperson eine erste Kennnummer, woraufhin der Schüler oder die Schülerin mit dieser einen zu der Impulsfrage passenden Aspekt formuliert. Schließlich fordert diese*r Schüler*in die nächste Kennnummer auf, einen weiteren informativen Gedanken einzuwerfen. Sind alle relevanten Bezüge aufgeworfen worden, führt die Lehrperson eine neue Impulsfrage an. Weiterhin kann die Lehrperson an jeder Stelle ergänzende Impulse einwerfen oder die Methode beenden.

Differenzierungsmöglichkeiten

Erfolgt eine Lenkung der Methode „Zahlenroulette“ durch die Lehrperson, können an Schüler*innen mit einem höheren Kenntnisstand bewusst schwerere Fragen gestellt werden. Zudem können die einzelnen Schülerantworten individuell hinterfragt werden, sodass verschiedene Begründungsebenen gefordert werden.
Durch die sehr offen gehaltene Aufgabenstellung ist zu erwarten, dass die Schülerinnen und Schüler ohnehin Aussagen gemäß ihres Kenntnisstandes treffen.

Tipps

Nach dem Zuordnen der Kennnummern durch Abzählen ist es ratsam, die Sitzordnung zu ändern oder Zahlenkärtchen durchmischt verteilen, um zu gewährleisten, dass die Auswahl des nächsten Schülers oder der nächsten Schülerin zufällig erfolgt.
Sinnvoll kann es zudem sein, ein Klassenmitglied auszuwählen, das genannte Schlagwörter (für alle sichtbar) protokolliert. So können unter anderem Dopplungen der Aussagen verhindert werden. Des Weiteren können die Schlagwörter im Nachhinein helfen, Wissenslücken aufzudecken.

Material

  • evtl. Stift und Notizzettel für die Nummer
  • evtl.  Bilder oder anderes Anschauungsmaterial für den Rückbezug auf die vorangehende Stunde

Variation

Die Methode kann auch zur Wiederholung kürzerer Teilsequenzen eingesetzt werden; so zum Beispiel um das Verständnis nach einem Lehrervortrag, während dem das Schülerverhalten passiv war, zu überprüfen.
Dem gegenüber kann das „Zahlenroulette“ Anwendung in der Einführung eines Themas finden, um das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler zu reaktivieren und zu überblicken. Vergleichend dazu kann zum Abschluss der Einheit die Methode der Nachbehandlung und Offenlegung des Wissenszuwachses dienen.

Quellen

Müller, F. (2004). Selbstständigkeit fördern und fordern: Handlungsorientierte Methoden – praxiserprobt, für alle Schulstufen (3. überarbeitete und erweiterte Auflage). Weinheim: Beltz.