Subjektives Kartographieren

Die Lernenden malen bei dieser Methode wichtige individuelle Orte und Bezugspunkte aus ihrem Leben und verbinden diese anschließend zu einer Karte.
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Beschreibung

Die Methode kann auf folgende Art und Weise durchgeführt werden:

Diese Methode beruht auf der Annahme, dass jede Person ihre Heimat selbst aktiv konstruiert.

  1. Jede*r Lernende malt auf ein eigenes, leeres Blatt Papier einen Ausgangspunkt, zum Beispiel das eigene Haus oder die Schule. Um den Ausgangspunkt herum werden weitere, für die jeweilige Person im Leben wichtige, Bezugspunkte gemalt. Das können Gebäude, Personen, Länder o. Ä. sein. Die Entfernungen zu den Punkten müssen nicht realitätsgetreu sein. Die Bezugspunkte können zusätzlich beschriftet und/oder mit dem Ausgangspunkt verbunden werden.
  2. In einem weiteren Schritt präsentieren die Lernenden ihre Skizzen, erklären, welche Bedeutung bestimmte Elemente für sie haben und vergleichen ihre Ergebnisse mit denen der anderen.
  3. Die Methode hilft den Lernenden nicht nur, einen Sinn für die räumliche Orientierung durch das Abbilden ihrer Umgebung zu bekommen, sondern soll ihnen ihre Heimat näherbringen, sodass sie sich mit ihr identifizieren können.
  4. Die Lernenden erhalten ein subjektives Bild ihrer Umgebung, das ihnen Orientierung, Vertrautheit und Sicherheit gibt. Die Lehrperson leitet das Geschehen lediglich an. Sie erhält am Ende einen Einblick in das Denken und die Lebenswelt der Lernenden

Variation

Folgende Variation ist denkbar:

  • Jede*r Lernende erstellt seine*ihre eigene Karte, die jeweils subjektive Ideen und Bezüge zur Umwelt des Einzelnen beinhalten. Durch das Vorgeben verschiedener Themen, z. B. Orte und Plätze, die ich mag, kann die Lehrperson weiter differenzieren. Es können auch mit ausgeschnittenen Bildern oder Fotos gearbeitet werden, die die Lernenden vorab sammeln.

Differenzierung

Zur Unterstützung kann ein Beispiel gezeigt oder es können vorstrukturierte Blätter nach Bedarf genutzt werden.

Tipps

Die Blätter sollten groß genug sein (Format A4 oder A3), damit die Schüler ihre Karten übersichtlich gestalten und später gut präsentieren können.

Material

Hierfür werden ein leeres Papier und Stifte benötigt.

Literatur

Daum, E. & Hasse, J. (Hrsg.) (2011). Subjektive Kartographie. Beispiele und sozialräumliche Praxis. Wahrnehmungsgeographische Studien, Band 26. Oldenburg: BIS-Verlag.
Daum, E. (2014). Subjektives Kartographieren. Kinder und Jugendliche visualisieren ihre Weltaneignungen. In U. Deinet & C. Reutlinger (Hrsg.), Tätigkeit – Aneignung – Bildung.
Positionierung zwischen Virtualität und Gegenständlichkeit (S. 189-202). Wiesbaden: Springer VS.

In welcher Phase deines Unterrichts würdest du diese Methode einsetzen?

Zitationsvorschlag

Methodenkartei. Ein Kooperationsprojekt an den Universitäten Oldenburg und Vechta. Abrufbar unter: https://www.methodenkartei.uni-oldenburg.de/

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