Beschreibung
Die Methode kann auf folgende Art und Weise durchgeführt werden:
- Die Lerngruppe wird in Tandems aufgeteilt. Jeweils zwei Lernende stellen sich einander gegenüber auf. Dabei sollte die Aufstellung so gewählt werden, dass jeweils eine Person mit dem Rücken zur Wand steht. Zwischen beiden verläuft eine gedachte Spiegellinie, die mithilfe eines gespannten roten Fadens sichtbar gemacht werden kann.
- Die Lernenden mit dem Rücken zur Wand beginnen und führen langsame, freie Bewegungen aus. Ihre Gegenüber übernehmen die Rolle der „Spiegelperson“ und versuchen, die Bewegungen so exakt und zeitgleich wie möglich zu spiegeln.
- Wichtig ist, dass ausreichend Raum und Zeit zur Verfügung stehen, damit sich alle Lernenden intensiv mit der neuen Aufgabe auseinandersetzen können. Eine natürliche Differenzierung ergibt sich durch die individuelle Ausgestaltung der Spiegelbewegungen. Dabei kann beobachtet werden, ob die „Spiegelpersonen“ die spiegelgleiche Körperseite bewegen, ob der Abstand zur Spiegellinie konstant bleibt und ob auch bei schnelleren Bewegungen eine präzise Spiegelung gelingt.
- Nach der ersten Erprobungsphase wechseln die Lernenden die Rollen. Ob dieser Rollenwechsel wiederholt oder neue Tandems gebildet werden, entscheidet die Lehrperson situativ anhand der Beobachtungen.
- Zum Abschluss reflektieren die Lernenden gemeinsam das Erlebte. Dabei berichten sie von ihren Erfahrungen und ordnen diese mithilfe passender Fachbegriffe (z. B. Spiegellinie oder Spiegelachse) ein.
Differenzierung
Folgende Differenzierung ist möglich:
- Es können Bewegungen vorgegeben werden, sodass etwa die Bewegungen sich nur auf die Hände und/oder Arme beschränken.
Material
Ein langer, spannbarer, roter (ggf. andersfarbiger), gut sichtbarer Faden
Literatur
Hartmut Spiegel, Kordula Knapstein, Bernadette Thöhne (2000): Mit dem SPIEGEL auf Entdeckungsreise, Grundschulzeitschrift 5/2000 (S.21-23)