Storyline (Glasgow Methode)

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"Storyline" ist eine themenzentrierte Methode, die ein ganzheitliches und fächerübergreifendes Lernen und Arbeiten im Unterricht ermöglichen soll. Die SuS greifen dabei auf Wissen und eigene Erfahrungen zurück und suchen Antworten auf Schlüsselfragen.

Beschreibung

Die Storyline Methode beruht auf einer Geschichte (Plot), bzw. einer Handlung mit frei ausgewählten Charakteren, einem zeitlichen und räumlichen Rahmen (Setting), sowie einem oder mehreren Problemen, die im Verlauf der Geschichte zu lösen sind. Die Geschichte wird auf einem umfassenden und schweren Themenkomplex (Topic) aufgebaut. Das komplexe Thema wird in logische und erfassbare Abschnitte gegliedert, die mit einander verknüpft sind. Dieses werden im Vorhinein von der Lehrkraft entworfen oder aus vorhandenen Materialien abgeleitet.

Die SuS werden anhand des Handlungsfadens (Storyline) durch die Sequenzen des Themenkomplexes geführt. Sie übernehmen die Rollen und identifizieren sich mit den Charakteren, deren Standpunkt sie sich aneignen. Schlüsselfragen (Key-questions) leiten in die Themenabschnitte ein, geben immer wieder Impulse und eröffnen neue Problemstellungen. Somit werden die SuS herausgefordert, in ihren Rollen kreativ, zielgerichtet und vor allem selbständig die Lösungen zu erarbeiten. Im Laufe der Geschichte erschließen die SuS auf diese Weise in verbundenen Teilschritten das komplexe Thema.

Ablauf:

Eine Unterrichteinheit beginnt mit einem Impuls, der in das Thema einführt. Die Lehrkraft gibt die Geschichte (Plot) und die Handlungsabfolge (Storyline) vor. Die Storyline wir in drei Phasen unterteilt.

  • In der Orientierungsphase werden Ort, Zeit und Figuren der Geschichte eingeführt.
  • Während der Problematisierungsphase werden verschiedene Situationen, Ereignisse und Aktivitäten um die Figuren für die einzelnen Themensequenzen entwickelt.
  • Im Laufe der Problemlösungsphase wird das Hauptproblem gelöst, dabei sind mehrere Lösungswege möglich.

Jede Themensequenz bildet ein Kapitel der Geschichte. In jeder Sequenz werden die SuS mit einem Problem konfrontiert, das sich aus der Schlüsselfrage ergibt. Sie müssen eine oder mehrere Lösungen für das Problem finden und sie anschließend vorstellen. Somit ist die Struktur einzelner Themensequenz: Schlüsselfrage->Aktivität->Präsentation. Am Ende der Unterrichtseinheit findet eine abschließende Präsentation zu dem gesamten Thema statt. Außerdem werden die SuS zur Reflexion des Unterrichts und des Lernprozesses aufgefordert.

Differenzierungsmöglichkeiten

Die Schlüsselfragen oder unerwartete Zwischenfälle im Laufe einer Storylineverursachen Problemlöseprozesse. Ihre Komplexität kann je nach Lernvoraussetzungen und Alter der Lerngruppe unterscheiden.

Material

Es wird empfohlen, ca. sechs Stunden pro Woche in die Arbeit mit der Storyline zu investieren. Zudem besteht die Möglichkeit, eine Kooperation mit Kolleg*innen in Form von Team-Teaching zu schließen. Somit bekommt das Storyline-Projekt einen interdisziplinären Charakter.

Bei der Auswahl des Themas ist es von Bedeutung, den Bezug auf die Lebenswelt und das Interesse der SuS zu nehmen. Gleichzeitig soll das Thema den Anforderungen des Lehrplans entsprechen.

Variation

  • Bastel- und Werkmaterialien
  • Sach- und Fachbücher, Zeitschriften, Lexika und Wörterbücher
  • Computer (Internet)
  • Video- und Tonaufnahmegeräte

Quellen

Becker, C.; Müller-Jentsch, S. (Hrsg.) (2006). Die Methode Glasgow: motiviert, vernetzt und nachhaltig lernen im Unterricht. Oldenburg: Didaktisches Zentrum, Univ.

Cresswell, J. (1997). Creating Worlds, Constructing Meaning: The Scottish Stroryline Method. Portsmouth: Heinemann Educational Books.

Kocher, D. (1999). Das Klassenzimmer als Lehrwerkstatt: Medien und Kommunikation im Englischunterricht nach der Storyline-Methode. Hamburg: Kovac.