Beschreibung
Die Methode kann auf folgende Art und Weise durchgeführt werden:
- Die Lehrperson zeichnet eine Zielscheibe an die Tafel, die aus mehreren Ringen besteht. Diese Ringe werden mit Querstrichen in Bereiche unterteilt. Jedem Bereich wird eine Feedback-Dimension zugeordnet.
- Je nach Ziel des Feedbacks bieten sich Bereiche wie „Struktur“, „Zeitplanung“, „Haltung, Körpersprache, Sprechen“, „fachliche Kompetenz“, „Methodik“, „Gesamteindruck“ an (mit diesen Bereichen könnte etwa eine gesamte Stunde evaluiert werden). Eine andere Einsatzmöglichkeit wäre die Evaluation einer bestimmten Methode.
- Die Lernenden sollen nun entsprechend ihres Eindrucks mit Kreide anonym ein Kreuz in die Zielscheibe setzen. Je weiter innen das Kreuz ist, desto besser ist die Bewertung.
- Dadurch ist es der Lehrperson mit einem Blick möglich, das Feedback zu analysieren und die Tendenz der Rückmeldung zu erkennen.
Variation
Folgende Variationen sind möglich:
- Die Zielscheibe kann auch genutzt werden, um das gegenseitige Lernendenfeedback, etwa nach einem Referat, zu strukturieren.
- Auch außerhalb eines Raumes kann die Methode mit einer Kreidezeichnung auf dem Boden durchgeführt werden. Hier könnten Lernende sich selbst auf die von ihnen bewerteten Punkte stellen. Dadurch geht zwar die Anonymität des Feedbacks verloren, die Lernenden können aber von der Lehrperson gezielt angesprochen werden und lernen so, ihren – wortwörtlichen – Standpunkt zu vertreten.
- Eine Nutzung zur Anleitung von Diskussionen ist mit dieser Modifikation ebenfalls denkbar (vgl. Meinungsbarometer).
- Verwenden von Schulnoten: An die Tafel wird eine Zielscheibe mit 6 Kreisen gezeichnet. Die unterschiedlichen Ringe stehen für die Schulnoten 1 bis 6. Die Note 1 spiegelt den kleinen, zentralen Mittelpunkt wieder und die Note 6 ist der breiteste Kreis. Unterschiedliche Sektoren, wie bei einer Dartscheibe, stehen für unterschiedliche Themen die rückgemeldet werden sollen. Die SuS gehen an die Tafel und sollen einen Punkt in den Notensektor setzen, den sie für angemessen halten. Im Plenum soll im bestmöglichsten Fall jeder SuS seine Entscheidung begründen.
Differenzierung
Folgende Differenzierungen sind denkbar:
- Die Formulierung der Bewertungskriterien in möglichst einfacher Sprache ist für eine Differenzierung unbedingt nötig, damit auch Lernenden mit sprachlichen oder kognitiven Einschränkungen an der Methode teilnehmen können.
- Lernende mit dem Förderschwerpunkt ESE, die Schwierigkeiten mit der Bewertung anderer Personen haben, können mit dieser Methode ihre Sozial- und Bewertungskompetenz stärken. Dazu ist jedoch einiges an Übung erforderlich. Zu Beginn müssten diese Lernenden von der Lehrperson noch direkt angesprochen werden und das Bilden einer Meinung durch geschickte Gesprächsführung angeleitet werden. Auch andere Lernende können diese Aufgabe übernehmen und Hilfestellung leisten („Wie findest du denn das, was die Lehrerperson da gemacht hat?“).
- Wenn sich Lernende mit motorischen und körperlichen Einschränkungen, die nicht ihren Platz verlassen können, in der Lerngruppe befinden, sollte eine Zielscheibe in Papierform ausgegeben werden (siehe Tipp).
Tipps
Die Zielscheibe kann auch als Arbeitsblatt ausgegeben werden, sodass die Lernenden individuell bewerten können, ohne die anderen Bewertungen zu sehen. Auf diesem Arbeitsblatt kann auch Platz für eine ausformulierte und ausführlichere Rückmeldung sein („Was ich sonst noch loswerden möchte“ etc.).
Material
Tafel (oder Whiteboard), Kreide (oder Klebepunkte o.ä.)
Literatur
- Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.) (2010): Lothar Scholz, Methodenkiste, Evaluationsinstrumente I.
- Meyer, H. (2011): Unterrichtsmethoden. 2. Praxisband. 14. Auflage, Cornelsen Scriptor: Berlin.
- Nicht, A./Sorg, M. (2011): Methoden für lebendige Unterrichtsprozesse. Pädagogisches Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen: Schwerte.
- Zierer, Klaus (Hrsg.): Leitfaden Schulpraktikum, Baltmannsweiler 2015.