Fallstudie

Beschreibung:

Die Schülerinnen und Schüler werden mit einem praxisorientierten Fall konfrontiert und diskutieren diesen innerhalb von Kleingruppen (vier bis sechs Personen) mit dem Ziel Lösungsvorschläge zu finden. Innerhalb der Gruppe muss sich für eine Alternative entschieden und die Wahl dieser Alternative begründet werden. Anschließend soll überprüft werden ob die getroffene Entscheidung und deren Konsequenzen/Bedingungen mit der Realität vereinbar sind. (vgl. Brettschneider und Kaiser 2008, S. 144)

Gliederung in Phasen:

1. Phase: Konfrontation mit dem Fall
→ Erfassen der Problem- und Entscheidungssituation

2.Phase: Informationsbeschaffung/bereitgestelltes Fallmaterial
→ Beschaffung und/oder Bewertung von Information zur Entscheidungsfindung

3.Phase: Exploration→Diskussion alternativer Lösungsmöglichkeiten

4.Phase: Resolution/Entscheidungsfindung
→ Gegenüberstellung und Bewertung der Lösungsvarianten mit anschließender Festlegung auf eine Variante

5.Phase: Disputation/Begründung der Entscheidungen
→ Gruppen argumentieren und bekräftigen ihre Wahl anhand von Argumenten

6.Phase: Kollation/Vergleich mit Lösung in der Realität 
→ Abwägen der Interessenzusammenhänge, in denen Einzellösungen stehen

(vgl. Brettschneider und Kaiser 2008, S. 149)

Tipps

  • Die Entscheidungskriterien/-prinzipien/-maximen müssen vorgegeben und für die Schüler ersichtlich sein.
  • räumliche Gegebenheiten: Gruppenarbeit muss möglich sein, d.h. Gruppentische müssen gebildet werden können.
  • Vorwissen ist nicht zwingend erforderlich, die Methode kann als Unterrichtseinstieg genutzt werden.
  • Die Methode dient ideal zur Förderung von Entscheidungskompetenzen.
  • Die Methode kann Fächerübergreifend genutzt werden/ ist nicht an ein bestimmtes Fach gebunden.
  • Für eine erfolgreiche Durchsetzung der Methode ist eine Diskussionsbereitschaft, sowie Kompromissbereitschaft und entscheidungsorientiertes Handeln seitens der Schüler erforderlich.

Material

Als Material dienen von der Lehrperson bereitgestellte Informationen zu dem zu analysierenden Fall.

Variation

Case-Study-Method: Anhand vorgegebener Informationen müssen verborgene Probleme identifiziert, Lösungsvarianten gefunden und Entscheidungen getroffen werden. Die getroffene Entscheidung wird anschließend mit der Lösung in der Realität verglichen.

Case-Problem-Method: Probleme werden ausdrücklich dargelegt und Informationen vorgegeben, der Fokus liegt auf der Lösungsfindung und dem Entscheidungsprozess. Ein anschließender Vergleich der getroffenen Entscheidung mit der wirklichen Lösung ist möglich aber nicht zwingend erforderlich.

Case-Incident-Method: Der zu analysierende Fall wird lückenhaft vorgestellt, die Schülerinnen und Schüler müssen eigenständig recherchieren; die Informationsbeschaffung steht im Vordergrund.

Stated-Problem-Method: Probleme sowie Informationen und die Lösungen einschließlich Begründungen werden gegeben, die zusätzliche Suche nach Alternativen ist möglich aber nicht verpflichtend. Diese Variation fokussiert die Kritik der vorgegebenen Lösungsmöglichkeiten.

(vgl. Brettschneider und Kaiser 2008, S. 146)

Quellen

Brettschneider, Volker. Kaiser, Franz-Josef: Fallstudie. In: Wiechmann,
Jürgen (Hrsg.): Zwölf Unterrichtsmethoden. Vielfalt für die Praxis. 4. Auflage. Basel, Weinheim: Beltz Verlag 2008. S. 144-157.

Schülerkarteikarte zu: Fallstudie

Arbeitsweise

Ich arbeite in einer Gruppe.

Schwierigkeitsgrad

Der Schwierigkeitsgrad ist "anspruchsvoll".

Dauer

"Fallstudie" dauert eine Schulstunde.

Mein Material

Das Informationsmaterial wird von der Lehrperson bereitgestellt.

So geht es

Lest innerhalb eurer Gruppe das vorliegende Material und recherchiert gegebenenfalls notwendige, ergänzende Informationen zu eurem Fall.
Analysiert das Thema und diskutiert über mögliche Lösungsvorschläge, wägt diese ab und entscheidet euch gemeinsam für eine der Alternativen. Bereitet euch darauf vor eure Entscheidung den anderen Gruppen darzulegen und zu begründen. Versucht hierbei überzeugende Argumente, die euren Lösungsvorschlag bekräftigen zu finden. Abschließend werden eure Lösungsvorschläge mit den in der Wirklichkeit getroffenen Entscheidungen verglichen.

Extra-Tipp

  • Eure Lösungsvariante muss im Plenum zu verteidigen sein, denkt daher daran diese gut zu durchdenken und aufgrund von fundierten Argumenten zu wählen.
  • Jedes Gruppenmitglied sollte zur Lösung beitragen und sich in die Gruppenarbeit einbringen.