Fünfsatztechnik

Diese Methode soll Schüler*innen dabei unterstützen in einer Diskussion ihre Stellung zu beziehen.

Damit soll es ihnen gelingen, an den*die Vorredner*in anzuknüpfen, eine eigene Position strukturiert aufzubauen und mit ihrem Redebeitrag ihren gesamten Gedankengang auf den Höhepunkt zu bringen und abzuschließen.

In der Vorbereitung analysieren die Schüler*innen ihr eigenes Diskussionsverhalten im Plenum daraufhin, ob sie die Kompetenz besitzen an den*die vorherige*n Redner*in anzuknüpfen, ihre eigene Position aufzubauen und ihre eigene Stellungnahme auf eine für die Zuhörenden beeindruckende Art und Weise abzuschließen.

Der weitere Ablauf sieht vor, dass die Schüler*innen für die anschließende Diskussion ein Arbeitsblatt bekommen, welches sie dabei unterstützen soll, ihre Beiträge so effektiv wie möglich aufzubauen. Selbiges soll für verschiedene Formen von Diskussionsbeiträgen wie Unterstützende Argumentation, Gegenargumentation, Kompromisse und Öffnung zu neuen Sichtweisen jeweils fünf Satzanfänge bieten, die zu einer gedanklichen Strukturierung verhelfen.

Der didaktische Aspekt ist, dass es bei dieser Technik nicht darum geht einen Redebeitrag nach fünf Sätzen abgeschlossen zu haben, sondern darum die eigene Argumentation in fünf logischen Schritten aufzubauen.

  1. Einleitung durch Anknüpfung: Der Beitrag beinhaltet einen Bezug zu einem oder mehreren Vorredner*innen, zur expliziten Ausgangssituation der Diskussion und es wird unter Umständen Bezug auf einen zuvor gelesenen Text genommen, der an das aktuelle Thema anknüpft.
  2. Argument finden
  3. Gegenargument und/ oder unterstützendes Zusatzargument zu Vorredner*innen beachten
  4. Abwägung der bisher vorgetragenen Argumente
  5. Schluss in Form eines Appells oder einer Frage, bei dem der gesamte Gedankengang zugespitzt, auf den Punkt gebracht werden und auf die Zuhörer nachhaltig einwirken soll.

Differenzierungsmöglichkeiten

Die Auswahl des Diskussionsthemas lässt sich in Komplexität und Umfang, je nach Ressourcen der Schüler*innen differenzieren und die Lehrkraft kann die Diskussion in verschiedenen Intensitäten lenken und unterstützen.

Tipps

Die Schüler*innen sollen mit diesem Verfahren erlernen ihre Äußerungen effektiv aufeinander aufzubauen.

In jüngeren Klassenstufen fällt es den Schüler*innen anfangs schwer, Argumente der Vorredner*innen bei den eigenen Gedankengängen zu berücksichtigen und einzubeziehen, wenn sie sich ihre Argumente schon vor der Diskussion zurecht gelegt haben.

Deshalb sollte von der Lehrperson im Anschluss eine Reflexion angeleitet werden, in der überprüft wird, wie die Methode umgesetzt wurde und welche Auswirkungen das auf die Diskussion hatte. Hierfür könnte eine „Redekette“ eingesetzt werden.

Die Lehrkraft kann den Schüler*innen, die an der Diskussion teilgenommen haben, explizit Rückmeldung dazu geben, wie an den*die Vorredner*in angeknüpft wurde.

Material

Für die Diskussion bekommen die Schüler*innen ein  Arbeitsblatt, welches sie dabei unterstützen soll, ihre Beiträge so effektiv wie möglich aufzubauen. Selbiges soll für verschiedene Formen von Diskussionsbeiträgen wie Unterstützende Argumentation, Gegenargumentation, Kompromisse und Öffnung zu neuen Sichtweisen jeweils fünf Satzanfänge bieten, die zu einer gedanklichen Strukturierung verhelfen.

Variation

Man könnte die verschiedenen möglichen Formen von Diskussionsbeiträgen mit jeweils fünf Satzanfängen und die fünf Schritte zum Aufbau einer Argumentation in einem Test abfragen.

Des Weiteren könnte die Lehrperson die Methode im Anschluss an Referate anwenden, wenn diese eine Diskussionsfrage aufwerfen.

Quellen

Brenner, Gerd; Brenner, Kira: 80 Methoden für die Grundschule: Vorbereitung und Ablauf ; Anbindung an die Bildungsstandards für die Jahrgänge 1 bis 4. 2. Auflage. Berlin: Cornelsen 2012.