Karika-Tour

„Die Methode der Karika-Tour dient dazu, mit Hilfe unterschiedlicher Karikaturen einen Überblick über Interpretationen eines Themas zu erhalten“ (Bundeszentrale für politische Bildung, 2016, Methode 16). Es werden vier bis sechs Karikaturen zum selben Oberthema an den Wandseiten des Klassenzimmers aufgehängt. Die Anzahl der zu bildenden Kleingruppen richtet sich nach der Anzahl der Karikaturen (Hankele, 2015, S. 46). Die einzelnen Karikaturen werden zunächst zwei bis drei Minuten von den Schülern und Schülerinnen in Kleingruppen betrachtet und es werden erste Eindrücke bspw. unter folgenden Fragestellungen gesammelt: „Wie sieht der Karikaturist das Thema?“ (Bundeszentrale für politische Bildung, 2016, Methode 16) oder „Auf welches Problem macht er aufmerksam?“ (ebd.) Auf ein Signal der Lehrkraft hin wechseln die Schüler und Schülerinnen im Uhrzeigersinn und betrachten die nächste Karikatur unter der gleichen Fragestellung. Nach Beendigung des Rundgangs werden die Karikaturen abgehängt und der Lehrer lässt jede Kleingruppe verdeckt eine davon ziehen (ebd.). Anschließend analysieren die Gruppen die Karikaturen nach einem Frageleitfaden (Hankele, 2015, S. 46). Die Arbeitsaufträge zur Analyse können auf den drei verschiedenen Ebenen der Beschreibung, Interpretation und Bewertung der Karikatur angesiedelt werden (ebd). Am Ende stellen die Gruppen ihre Ergebnisse vor, vergleichen sie mit den ersten Eindrücken und stellen sie zur Diskussion. Hierzu kann z.B. die Fishbowl-Methode angewandt werden (Bundeszentrale für politische Bildung, 2016, Methode 16).

Differenzierungsmöglichkeiten

Je nach Funktion im Unterrichtsverlauf kann die Aufmerksamkeit der Schüler und Schülerinnen bewusst auf eine bestimmte Ebene oder eine Fragestellung dieser Ebene gelenkt werden (Hankele, 2015, S.46). So könnte der Fokus auf der Beschreibung liegen und anschließend ein Rollenspiel inszeniert werden, das die Szene der Karikatur fortführt (ebd.). Die Schüler und Schülerinnen könnten so an eine erste Arbeitsweise mit einer Karikatur herangeführt werden und auch schon gewisse Charakteristika dieser kennen lernen.

Material

vergrößerte Karikaturen in ausgedruckter Form oder auf Overhead-Folien, ggf. Overhead-Projektor, Klebeband, Frageleitfaden/ Leitfragenkatalog

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Variation

Eine Karikatur kann u.a. als Stummer Impuls zu Beginn einer Unterrichtseinheit als Einführung in einen bestimmten Themenbereich eingesetzt werden. Anhand von Karikaturen kann auch die Zeitgeschichte (z.B. der BRD) verdeutlicht werden (Gugel, 2007, S.22).

 

Quellen

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.) (2016). Methodenkiste. http://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/5361_akt_methoden-kiste_7aufl_online.pdf (Zugriff am 30.08.16)

Gugel, G. (2007). 1000 neue Methoden: Praxismaterial für kreativen und aktivierenden Unterricht. Weinheim & Basel: Beltz.

Hankele, M. (2015). Visuell orientierte Methoden: Analyse von Karikaturen und Karika-Tour [Elektronische Version]. Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung: Politik & Unterricht; Methoden im Politikunterricht; Beispiele für die Praxis, 41, 46-50.