Fishbowl Diskussion

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Bereits der Name macht neugierig auf die Methode, bei der die Schüler*innen miteinander über ein zuvor erarbeitetes Thema diskutieren. Die Fishbowl Diskussion bietet einer Vielzahl von Schüler*innen die Möglichkeit ihren Standpunkt einzubringen und mitzudiskutieren. Dabei können sowohl fachliche als auch alltägliche Themen behandelt werden.

Beschreibung

Bei der Diskussionsmethode „Fishbowl“ (Aquarium) entfalten die Schüler*innen ein Thema argumentativ. Zuerst werden die SuS in mindestens zwei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe vertritt hier dabei eine eigene, von den anderen Gruppen unterschiedliche Meinung. Die Gruppen erarbeiten zunächst ein Thema, indem sie z. B. einen Text lesen und Argumente herausstellen, welche sie für ihre Rolle bzw. für ihre zugeteilte Meinung benötigen. Es werden zwei Stuhlkreise (ein Innen- und ein Außenkreis) gebildet. Der Innenkreis, in dem die Thematik diskutiert wird, besteht aus einem oder mehreren SprecherInnen der Gruppen, einem oder zwei ModeratorInnen und einem bis zwei freien Stühlen. Die anderen Schüler sind Zuhörer*innen bzw. Beobachter*innen. Die moderierende Person leitet die Diskussion ein und achtet auf die Einhaltung der Gesprächsregeln. Die SuS im Außenkreis können sich an der Diskussion beteiligen, indem sie sich auf einen freien Stuhl im Innenkreis setzen. Diese*r Schüler*in erhält als nächstes das Wort, setzt sich aber nach Verdeutlichung des Standpunktes zurück in den Außenkreis. Vom Außenkreis kann der Antrag gestellt werden, die Diskussion zu beenden, wenn keine neuen Gesichtspunkte mehr angesprochen werden. Die Gesamtgruppe stimmt über diesen Antrag ab. Am Ende der Diskussion wertet die moderierende Person die Diskussion aus. Die Methode kann in vielen Situationen und Kontexten eingesetzt werden. Gerade jüngere SuS können mit dieser Methode das angemessene Verhandeln miteinander, z. B. über Konflikte im Schulalltag oder Ziele einer Klassenfahrt lernen.

Differenzierungsmöglichkeiten

Eine  Differenzierungsmöglichkeit stellt die Einteilung der Gruppen dar. Die Lehrperson teilt möglichst heterogene Gruppen ein, sodass sich die Gruppenmitglieder untereinander helfen können. Die Kernpunkte des Textes können an das Interesse der Schüler*innen und an das Anforderungsniveau der Gruppe angepasst werden.

Tipps

„Lassen Sie ein Mittelmaß zwischen Sachlichkeit und Emotion zu. Verläuft das Gespräch zu unterkühlt sachlich, droht es, langweilig zu werden“ (Mattes, 2011, S. 115).

Material

Text oder anderes Material über ein bestimmtes Thema.

ggf. Notizen, ggf. Beobachtungsbogen

Variation

Die Diskussion kann auch durch das Ausfüllen eines Beobachtungsbogens durch den Außenkreis begleitet werden. Dieser gibt dem Innenkreis Feedback über sein Diskussionsverhalten. Man kann so auch die Methode im Vorlauf von Klassendiskussionen durchführen, um auf dieser Basis Gesprächsregeln für die nachfolgende Diskussion zu erarbeiten.

Quellen

Brenner, G. & Brenner, K. (2012). 80 Methoden für die Grundschule: Vorbereitung und Ablauf; Anbindung an die Bildungsstandards; Für die Jahrgänge 1 bis 4 (2.Aufl.). Berlin: Cornelsen.

Hugenschmidt, H. & Technau, A. (2005). Methoden schnell zur Hand: 66 schüler – und handlungsorientierte Unterrichtsmethoden. Leipzig: Ernst Klett Schulbuchverlag.

Mattes, W. (2011). Methoden für den Unterricht: Kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn: Schöningh